Selbstständige & Unternehmen

Gründung, Kalkulation und Kennzahlen.

Gründung 5

GmbH/UG-Kosten, Gewerbeanmeldung, IHK, Rechtsform.

Kalkulation & Preise 6

Marge, Stundensatz, Deckungsbeitrag, Break-even.

Kennzahlen 4

Unternehmenswert, Kapitalwert, FTE, Meldebestand.

Marketing 2

Conversion Rate, TKP.

Zahlung 2

Skonto, Zahlungsziel.

Welche Frage willst du zuerst klären?

Bei Gründung, Preisen und Unternehmenskennzahlen hängt der passende Rechner davon ab, welche Entscheidung du gerade triffst. Geht es um den Start eines Gewerbes, brauchst du andere Eingaben als bei einem Stundensatz, einer Marge oder einer Lagerbestellung.

  • Wenn du wissen willst, was der erste Behördengang kostet, passt der Rechner für Gewerbeanmeldung Kosten. Er hilft, die Gebühren je nach Stadt einzuordnen.
  • Wenn du eine Kapitalgesellschaft planst, trennst du zwischen GmbH-Gründungskosten und UG-Gründungskosten. Die UG ist oft die Variante mit geringerem Stammkapital, die GmbH verlangt mehr Kapitalbindung.
  • Wenn du zwischen Haftung, Steuerbelastung und Ausschüttung abwägst, ist GmbH vs. Einzelunternehmen der richtige Einstieg.
  • Wenn dein Gewerbe schon läuft und du den Kammerbeitrag abschätzen willst, nutze den IHK-Beitrag-Rechner.

So vermeidest du, mit einem Detailrechner zu starten, obwohl vorher eine Grundsatzfrage offen ist: Rechtsform, Kostenblock, Preislogik oder Kennzahl.

Welche Kalkulation brauchst du für Preis, Marge oder Gewinnschwelle?

Für Preise und Angebote brauchst du zuerst Klarheit über Kostenarten. Variable Kosten ändern sich mit der Menge, Fixkosten fallen unabhängig vom Absatz an. Daraus ergeben sich unterschiedliche Rechner:

  • Der Deckungsbeitrag-Rechner passt, wenn du wissen willst, was je Stück zur Deckung der Fixkosten übrig bleibt.
  • Der Break-even-Rechner beantwortet die Frage, ab welcher Absatzmenge oder welchem Umsatz du die Gewinnschwelle erreichst.
  • Der Marge-Rechner ist hilfreich, wenn Einkaufspreis, Verkaufspreis, Aufschlag und Handelsspanne nicht verwechselt werden sollen.
  • Der Stundensatz-Rechner richtet sich an Selbstständige und Freelancer, die aus Nettoziel, Arbeitszeit und Betriebskosten einen Angebotspreis ableiten.
  • Der Stundenverrechnungssatz-Rechner passt eher zu Handwerk und Dienstleistungsteams, weil Lohnkosten, Gemeinkosten, produktive Stunden und Gewinnzuschlag zusammenkommen.
  • Mit dem Preiselastizität-Rechner prüfst du, wie stark sich Nachfrage und Umsatz bei Preisänderungen bewegen.

Für eine belastbare Kalkulation reicht ein einzelner Wert selten aus. Ein niedriger Preis kann die Menge erhöhen, aber den Deckungsbeitrag schwächen. Ein hoher Preis kann Umsatz und Marge verbessern, aber Nachfrage kosten.

Welche Kennzahl beantwortet deine operative Frage?

Kennzahlen helfen, Entscheidungen vergleichbar zu machen. Für Personalplanung ist der FTE-Rechner geeignet, weil Köpfe und Vollzeitäquivalente auseinanderfallen können. Für Investitionen nutzt du den Kapitalwert-Rechner, wenn künftige Rückflüsse auf heute abgezinst werden sollen. In Einkauf und Lager zeigt der Meldebestand-Rechner, wann du nachbestellen solltest.

Wenn es um Nachfolge, Verkauf oder steuerliche Bewertung geht, hilft der Firmenwert-Rechner, nachhaltige Gewinne in einen Unternehmenswert zu übersetzen. Für Marketingfragen sind andere Kennzahlen sinnvoll: Der Conversion-Rate-Rechner misst, wie viele Besucher zu Käufern oder Leads werden. Der TKP-Rechner ordnet Werbekosten je Einblendung ein.

Auch Zahlungsbedingungen sind Rechenthemen. Der Skonto-Rechner zeigt, ob ein schneller Ausgleich wirtschaftlich günstiger ist. Mit dem Zahlungsziel-Rechner prüfst du Fristen, Fälligkeit und Verzug, besonders wenn Wochenenden oder Feiertage dazwischenliegen.

Welche Grundbegriffe solltest du vor dem Rechnen kennen?

Einige Formeln tauchen in vielen Unternehmensfragen wieder auf. Beim Deckungsbeitrag gilt: Deckungsbeitrag = Verkaufspreis − variable Stückkosten. Bei 100 € Preis und 60 € variablen Kosten bleiben 40 € je Stück für die Fixkosten. Der Break-even folgt der Logik: Fixkosten ÷ (Preis − variable Stückkosten). Bei 5.000 € Fixkosten im Monat, 50 € Preis und 30 € variablen Kosten liegt die Gewinnschwelle ab dem 250. verkauften Stück.

Bei der Marge ist die Bezugsgröße der Verkaufspreis: Marge = (Verkaufspreis − Einkaufspreis) ÷ Verkaufspreis. Wer für 60 € einkauft und für 100 € netto verkauft, hat 40 % Marge, aber 66,67 % Aufschlag. Bei Preisen ist außerdem die Elastizität wichtig: Steigt der Preis von 10 € auf 12 € und sinkt der Absatz von 1.000 auf 850 Stück, ist ε = −0,75; bei kleinen Preisänderungen weist |ε| > 1 auf eine überproportionale Nachfragereaktion hin. Für größere Änderungen solltest du die Umsätze direkt vergleichen.

Bei Gründungen zählt neben Gebühren auch Kapitalbindung. Eine GmbH-Gründung kostet 2026 mit Musterprotokoll, einem Gesellschafter und 25.000 € Stammkapital 500,60 € für Notar und Handelsregister; vor der Anmeldung müssen mindestens 12.500 € eingezahlt sein. Eine UG mit Musterprotokoll, einem Gesellschafter und 1.000 € Stammkapital kostet 2026 374,94 € für Notar und Handelsregister, das Stammkapital muss vorher voll eingezahlt sein.

Häufige Fragen

Welchen Rechner brauche ich für meine Gründungskosten?

Für die reine Anmeldung brauchst du die Gewerbeanmeldungskosten, bei Kapitalgesellschaften die GmbH- oder UG-Gründungskosten. Die Gewerbeanmeldung kostet je nach Stadt meist 15 bis 60 €. Im Beispiel mit jeweils einem Gesellschafter und Musterprotokoll ergeben sich bei 25.000 € GmbH-Stammkapital 500,60 €, bei 1.000 € UG-Stammkapital 374,94 € für Notar und Handelsregister. Weitere Kosten kommen hinzu.

Wie berechne ich meinen Stundensatz als Selbstständiger?

Du berechnest den Stundensatz aus deinem gewünschten Netto, den abrechenbaren Stunden und deinen Betriebskosten. Für ein Nettoziel musst du zusätzlich Steuern, Krankenversicherung, Vorsorge und Ausfallzeiten modellieren. Ein pauschaler Stundensatz ohne diese Annahmen ist nicht aussagekräftig.

Was ist der Unterschied zwischen Marge und Aufschlag?

Die Marge bezieht sich auf den Verkaufspreis, der Aufschlag auf den Einkaufspreis. Wer für 60 € einkauft und für 100 € netto verkauft, hat 40 % Marge, aber 66,67 % Aufschlag. Beide Werte beschreiben denselben Preisabstand aus unterschiedlicher Perspektive.

Wann ist der Break-even erreicht?

Der Break-even ist erreicht, wenn der Deckungsbeitrag die Fixkosten deckt. Die Formel lautet: Break-even-Menge = Fixkosten ÷ (Preis − variable Stückkosten). Bei 5.000 € Fixkosten im Monat, 50 € Preis und 30 € variablen Kosten ist die Gewinnschwelle ab dem 250. verkauften Stück erreicht.

Wie berechne ich ein Zahlungsziel richtig?

Maßgeblich sind die vereinbarten Zahlungsbedingungen und gegebenenfalls der Rechnungszugang. Bei Zugang am 03.09.2026 und einer Frist von 30 Tagen ergibt das Modell wegen Wochenende und Feiertag den 05.10.2026. Fälligkeit und Verzug sind getrennt zu prüfen: Die gesetzliche 30-Tage-Regel setzt Fälligkeit und Rechnungszugang voraus; bei Verbrauchern ist ein besonderer Hinweis nötig. Eine Mahnung kann früher Verzug auslösen.