Meldebestand-Rechner
Meldebestand = Tagesverbrauch × Lieferzeit + Sicherheitsbestand: 50 Stück × 7 Tage + 100 = 450 Stück. Mit Servicegrad, Höchstbestand und Lagerkurve.
- Bedarf während Lieferzeit
- 350,0 Stück
- Sicherheitsbestand
- 100 Stück
- Reichweite des Meldebestands
- 9,0 Tage
- Richtwert Sicherheitsbestand (30 % des Lieferzeitbedarfs)
- 105 Stück
- Höchstbestand (Sicherheitsbestand + Bestellmenge)
- 800 Stück
- Durchschnittlicher Lagerbestand
- 450,0 Stück
- Bestellzyklus (Reichweite einer Bestellung)
- 14,0 Tage
Rechenweg mit deinen Zahlen
- Bedarf bis zum Wareneingang = 50 Stück × 7 Tage = 350 Stück
- Sicherheitsbestand = 100 Stück
- Meldebestand = 350 + 100 = 450 Stück
- Höchstbestand = 100 + 700 = 800 Stück
Was bedeutet Meldebestand im Lager?
Der Meldebestand ist der Bestellpunkt in deinem Lager. Sobald der verfügbare Bestand diesen Wert erreicht oder unterschreitet, löst du eine neue Bestellung aus. Der Wert soll die Zeit bis zum Wareneingang überbrücken und zusätzlich eine Reserve enthalten, falls der Verbrauch höher ausfällt oder die Lieferung später kommt.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Bestand zum Auslösen der Bestellung und Reserve. Der Meldebestand liegt oberhalb des Sicherheitsbestands. Der Sicherheitsbestand ist der Puffer, den du möglichst nicht angreifen willst. In einem Beispiel mit 50 Stück Tagesverbrauch, 6 Tagen Lieferzeit und 100 Stück Sicherheitsbestand liegt der Meldebestand bei 400 Stück. Davon entfallen 300,0 Stück auf den Bedarf während der Lieferzeit und 100 Stück auf die Reserve.
Wenn dein Lagerbestand also auf den Meldebestand fällt, heißt das nicht: Lager fast leer. Es heißt: Jetzt bestellen, damit der Bestand bis zur nächsten Lieferung reicht. Genau deshalb wird der Meldebestand auch Bestellpunkt genannt.
Wie funktioniert die Meldebestand Formel?
Die Grundrechnung lautet in Worten: Du multiplizierst den Tagesverbrauch mit der Lieferzeit und addierst den Sicherheitsbestand. Wenn du den Bestand nicht laufend prüfst, kommt die Überprüfungszeit zur Lieferzeit dazu. Dann muss der Meldebestand auch diesen Zeitraum abdecken.
Ein Beispiel: Du verbrauchst 50 Stück pro Tag, die Lieferzeit beträgt 7 Tage und du hältst 100 Stück Sicherheitsbestand. Der Bedarf bis zum Wareneingang beträgt 50 Stück × 7 Tage = 350 Stück. Dazu kommen 100 Stück Sicherheitsbestand. Daraus ergibt sich ein Meldebestand von 450 Stück. Die Reichweite dieses Bestands beträgt 9,0 Tage.
Die Bestellmenge verändert den Meldebestand selbst nicht. Sie ist aber nötig, wenn du Höchstbestand und durchschnittlichen Lagerbestand betrachten willst. Bei 100 Stück Sicherheitsbestand und 700 Stück Bestellmenge liegt der Höchstbestand bei 800 Stück. Der durchschnittliche Lagerbestand liegt in diesem Beispiel bei 450,0 Stück, wenn du mit der einfachen Lagerformel Sicherheitsbestand plus Bestellmenge ÷ 2 rechnest.
Den Rechner nutzt du, indem du Tagesverbrauch, Lieferzeit, optional Überprüfungszeit, Sicherheitsbestand und bei Bedarf die Bestellmenge einträgst.
Meldebestand berechnen mit Überprüfungszeit
Die Überprüfungszeit wird oft vergessen. Sie ist relevant, wenn du deinen Lagerbestand nicht permanent kontrollierst, sondern nur in festen Abständen. Dann kann dein Bestand schon unter den idealen Bestellpunkt fallen, bevor du es bemerkst. Deshalb wird die Überprüfungszeit in die Reichweite eingerechnet.
Ein Beispiel zeigt den Effekt: Bei 25 Stück Tagesverbrauch, 14 Tagen Lieferzeit, 3 Tagen Überprüfungszeit und 30 Stück Sicherheitsbestand liegt der Bestellpunkt bei 455 Stück. Der Bedarf während der Lieferzeit beträgt 350,0 Stück, der Sicherheitsbestand 30 Stück und die Reichweite des Meldebestands 18,2 Tage. Die Überprüfungszeit sorgt also dafür, dass du früher bestellst als bei reiner Betrachtung der Lieferzeit.
Auch bei längeren Lieferketten fällt das stark ins Gewicht. Bei 35 Stück Tagesverbrauch, 21 Tagen Lieferzeit, 2 Tagen Überprüfungszeit und 70 Stück Sicherheitsbestand ergibt sich ein Meldebestand von 875 Stück. Die Reichweite beträgt 25,0 Tage. Wenn du solche Artikel erst prüfst, wenn der Bestand sichtbar knapp wird, ist es meist zu spät für eine normale Nachlieferung.
Sicherheitsbestand berechnen: feste Reserve, Prozent oder Servicegrad
Der Sicherheitsbestand lässt sich auf mehrere Arten ansetzen. Eine feste Stückzahl ist einfach und transparent. Sie passt gut, wenn du Erfahrungswerte hast, etwa aus früheren Lieferverzögerungen oder saisonalen Schwankungen. Bei 80 Stück Tagesverbrauch, 10 Tagen Lieferzeit und 50 Stück Sicherheitsbestand liegt der Meldebestand bei 850 Stück. Der Bedarf während der Lieferzeit beträgt 800,0 Stück, die Reichweite 10,6 Tage.
Eine zweite Möglichkeit ist ein Zuschlag auf den Lieferzeitbedarf. Bei 100 Stück Tagesverbrauch, 12 Tagen Lieferzeit und 20 % Sicherheitszuschlag ergibt sich ein Sicherheitsbestand von 240 Stück. Der Meldebestand liegt dann bei 1.440 Stück. Bei 40 Stück Tagesverbrauch, 7 Tagen Lieferzeit und 30 % Sicherheitszuschlag beträgt der Sicherheitsbestand 84 Stück und der Meldebestand 364 Stück.
Wenn du mit schwankendem Verbrauch oder unsicheren Lieferzeiten arbeitest, kann ein statistischer Sicherheitsbestand sinnvoller sein. Beim Servicegrad geht es um die gewünschte Wahrscheinlichkeit, in einem Bestellzyklus nicht leerzulaufen. Bei 200 Stück Tagesverbrauch, 3 Tagen Lieferzeit, 98 % Servicegrad, 40 Stück Standardabweichung im Tagesverbrauch und 0,5 Tage Standardabweichung der Lieferzeit liegt der Sicherheitsfaktor z bei 2,054. Daraus wird ein Sicherheitsbestand von 250 Stück und ein Meldebestand von 850 Stück.
Bei einem anderen Beispiel mit 70 Stück Tagesverbrauch, 9 Tagen Lieferzeit, 98 % Servicegrad, 15 Stück Standardabweichung im Tagesverbrauch und 2 Tagen Standardabweichung der Lieferzeit beträgt der Sicherheitsbestand 303 Stück. Der Meldebestand liegt bei 933 Stück. Daran siehst du: Lieferzeit-Schwankungen können den Puffer deutlich erhöhen.
Höchstbestand, durchschnittlicher Lagerbestand und typische Fehler
Der Höchstbestand zeigt, wie voll dein Lager direkt nach einer Lieferung wird. Er setzt sich aus Sicherheitsbestand und Bestellmenge zusammen. Bei 60 Stück Tagesverbrauch, 8 Tagen Lieferzeit, 5 Tagen Sicherheitsreichweite und 800 Stück Bestellmenge liegt der Sicherheitsbestand bei 300 Stück. Der Meldebestand beträgt 780 Stück, der Höchstbestand 1.100 Stück und der durchschnittliche Lagerbestand 700,0 Stück.
Der durchschnittliche Lagerbestand ist nützlich, wenn du Lagerbindung und Platzbedarf grob einschätzen willst. Bei 90 Stück Tagesverbrauch, 5 Tagen Lieferzeit, 120 Stück Sicherheitsbestand und 2.500 Stück Bestellmenge liegt der Meldebestand bei 570 Stück. Der Höchstbestand beträgt 2.620 Stück, der durchschnittliche Lagerbestand 1.370,0 Stück und der Bestellzyklus 27,8 Tage. Solche Werte helfen dir zu sehen, ob eine große Bestellmenge zwar Einkaufsvorteile bringt, aber zu viel Lager belegt.
Typische Fehler sind schnell gemacht:
- Du verwendest Kalendertage für die Lieferzeit, aber der Tagesverbrauch basiert auf Arbeitstagen.
- Du setzt den Sicherheitsbestand mit dem Meldebestand gleich. Der Sicherheitsbestand ist nur die Reserve innerhalb des Meldebestands.
- Du vergisst die Überprüfungszeit, obwohl du Bestände nur periodisch kontrollierst.
- Du hältst den Meldebestand konstant, obwohl Verbrauch, Lieferzeit oder Bestellmenge sich geändert haben.
- Du rechnest mit dem Durchschnittsverbrauch, obwohl einzelne Artikel starke Ausschläge haben.
Praktisch ist: Passe den Meldebestand immer dann an, wenn sich Verbrauch oder Lieferzeit spürbar ändern. Bei langsam drehenden Artikeln reicht oft eine ruhigere Prüfung. Bei Schnelldrehern oder unzuverlässigen Lieferanten solltest du die Werte enger verfolgen.
Tabellen zum Nachschlagen
Meldebestand-Tabelle nach Tagesverbrauch und Lieferzeit
| Verbrauch/Tag | 1 Tage | 3 Tage | 5 Tage | 7 Tage | 10 Tage | 14 Tage | 21 Tage | 30 Tage |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 5 | 5 | 15 | 25 | 35 | 50 | 70 | 105 | 150 |
| 10 | 10 | 30 | 50 | 70 | 100 | 140 | 210 | 300 |
| 20 | 20 | 60 | 100 | 140 | 200 | 280 | 420 | 600 |
| 30 | 30 | 90 | 150 | 210 | 300 | 420 | 630 | 900 |
| 50 | 50 | 150 | 250 | 350 | 500 | 700 | 1.050 | 1.500 |
| 100 | 100 | 300 | 500 | 700 | 1.000 | 1.400 | 2.100 | 3.000 |
| 200 | 200 | 600 | 1.000 | 1.400 | 2.000 | 2.800 | 4.200 | 6.000 |
| 500 | 500 | 1.500 | 2.500 | 3.500 | 5.000 | 7.000 | 10.500 | 15.000 |
Sicherheitsfaktor z nach Servicegrad
| Servicegrad | Sicherheitsfaktor z | SB bei σ = 10/Tag, 7 Tage |
|---|---|---|
| 80 % | 0,842 | 23 |
| 84,13 % | 1,000 | 27 |
| 90 % | 1,282 | 34 |
| 95 % | 1,645 | 44 |
| 97,5 % | 1,960 | 52 |
| 98 % | 2,054 | 55 |
| 99 % | 2,326 | 62 |
| 99,5 % | 2,576 | 69 |
| 99,9 % | 3,090 | 82 |
Beispiele zum Ausprobieren
Häufige Fragen
Wie berechne ich den Meldebestand?
Du berechnest den Meldebestand, indem du den Tagesverbrauch mit Lieferzeit plus optionaler Überprüfungszeit multiplizierst und den Sicherheitsbestand addierst. Bei 50 Stück Tagesverbrauch, 7 Tagen Lieferzeit und 100 Stück Sicherheitsbestand ergibt sich ein Meldebestand von 450 Stück. Die Reichweite beträgt 9,0 Tage.
Was ist der Unterschied zwischen Meldebestand und Sicherheitsbestand?
Der Meldebestand ist der Bestellpunkt, der Sicherheitsbestand ist die Reserve darin. Bei 50 Stück Tagesverbrauch, 6 Tagen Lieferzeit und 100 Stück Sicherheitsbestand liegt der Meldebestand bei 400 Stück. Davon decken 300,0 Stück die Lieferzeit ab, 100 Stück bleiben als Puffer.
Wie hoch ist der Bestellpunkt bei 25 Stück Verbrauch und 14 Tagen Lieferzeit?
Der Bestellpunkt liegt bei 455 Stück, wenn zusätzlich 3 Tage Überprüfungszeit und 30 Stück Sicherheitsbestand berücksichtigt werden. Der Bedarf während der Lieferzeit beträgt 350,0 Stück. Die Reichweite des Meldebestands liegt bei 18,2 Tagen.
Wie berechne ich den Sicherheitsbestand mit Prozentzuschlag?
Bei einem Prozentzuschlag wird der Sicherheitsbestand aus dem Bedarf während der Lieferzeit abgeleitet. Bei 100 Stück Tagesverbrauch, 12 Tagen Lieferzeit und 20 % Zuschlag beträgt der Sicherheitsbestand 240 Stück. Der Meldebestand liegt dann bei 1.440 Stück.
Was bedeutet 98 % Servicegrad beim Sicherheitsbestand?
98 % Servicegrad bedeutet, dass der Bestand in einem Bestellzyklus mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausgehen soll. In einem Beispiel mit 200 Stück Tagesverbrauch, 3 Tagen Lieferzeit, 40 Stück Verbrauchsschwankung und 0,5 Tagen Lieferzeitschwankung beträgt der Sicherheitsfaktor z 2,054 und der Sicherheitsbestand 250 Stück.
Wie hoch ist der Höchstbestand?
Der Höchstbestand ist Sicherheitsbestand plus Bestellmenge. Bei 100 Stück Sicherheitsbestand und 700 Stück Bestellmenge liegt der Höchstbestand bei 800 Stück. In einem anderen Beispiel mit 300 Stück Sicherheitsbestand und 800 Stück Bestellmenge beträgt der Höchstbestand 1.100 Stück.
Wann muss ich den Meldebestand anpassen?
Du solltest den Meldebestand anpassen, wenn sich Tagesverbrauch, Lieferzeit, Überprüfungsrhythmus oder Sicherheitsbestand ändern. Bei 90 Stück Tagesverbrauch, 5 Tagen Lieferzeit und 120 Stück Sicherheitsbestand liegt der Meldebestand bei 570 Stück. Ändert sich einer dieser Werte, passt der alte Bestellpunkt nicht mehr zuverlässig.
Was passiert, wenn der Meldebestand zu niedrig ist?
Ist der Meldebestand zu niedrig, kann die neue Ware zu spät eintreffen und du greifst den Sicherheitsbestand an oder läufst leer. Bei 35 Stück Tagesverbrauch, 21 Tagen Lieferzeit, 2 Tagen Überprüfungszeit und 70 Stück Sicherheitsbestand liegt der passende Meldebestand bei 875 Stück.
Quellen und Prüfung
- Meldebestand - Definition - Gabler Wirtschaftslexikon
- Sicherheitsbestand - Definition - Gabler Wirtschaftslexikon
- Servicegrad - Definition - Gabler Wirtschaftslexikon
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Meldebestand-Rechner. Rechner-info.de, Stand 23.09.2026. https://rechner-info.de/unternehmen/meldebestand-rechner

