Induktivität-Rechner

Luftspule mit 120 Windungen, 4 cm lang, 12 mm Ø: L = 51,16 µH (mit Randkorrektur 45 µH). Mit Ringkern, AL-Wert, Windungszahl und Blindwiderstand X_L.

Stand 23.09.2026Quelle: OpenStax, Rice UniversityVon Sebastian Wiercinski

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Von Drahtmitte zu Drahtmitte gemessen.

Luftspule: 1. Ferritkerne: Anfangspermeabilität µi aus dem Datenblatt.

Für den Blindwiderstand X_L. Netzfrequenz: 50 Hz.

Für gespeicherte Energie und Magnetfeld.

Induktivität L51,16 µH
Induktivität in µH
51,164 µH
Mit Randkorrektur (kurze Spule, Nagaoka)?
45,22 µH (11,6 % weniger)
Nagaoka-Faktor K_N
0,8838
Induktiver Blindwiderstand X_L
321,5 mΩ bei 1 kHz
Gespeicherte Energie W
6,396 µJ bei 0,5 A
Magnetische Flussdichte B im Kern
1,885 mT (Feldstärke H = 1.500 A/m)
  • Die Spule ist kurz (Länge ÷ Durchmesser = 3,33). Die Schulformel überschätzt L um 13 % - realistischer sind 45,22 µH.
Blindwiderstand bei anderen Frequenzen
FrequenzX_LStrom bei 1 V
50 Hz16,07 mΩ62,2 A
1 kHz321,5 mΩ3,11 A
10 kHz3,215 Ω311 mA
100 kHz32,15 Ω31,1 mA
1 MHz321,5 Ω3,11 mA
Rechenweg mit deinen Zahlen
  1. A = π · d² ÷ 4 = π · (0,0120 m)² ÷ 4 = 113,097 mm²
  2. L = µ₀ · µr · N² · A ÷ l = 1,2566 · 10⁻⁶ · 1 · 120² · 113,097 · 10⁻⁶ m² ÷ 0,0400 m = 51,16 µH
  3. Randkorrektur: K_N(d/l = 0,300) = 0,8838 ⇒ L = 45,22 µH
  4. X_L = 2π · f · L = 2π · 1.000 Hz · 51,1640 µH = 321,5 mΩ

Wie kannst du die Induktivität berechnen?

Für eine Zylinderspule nutzt die Rechnung die Spulenlänge, den Durchmesser, die Windungszahl und die relative Permeabilität des Materials. Du wählst im Rechner aus, ob du eine Zylinderspule, einen Ringkern, einen Kern mit AL-Wert oder die nötige Windungszahl berechnen möchtest, und trägst die passenden Maße ein.

Die Einheit der Induktivität ist Henry. In der Praxis begegnen dir meist µH, mH oder H. Eine Luftspule für HF liegt oft im Bereich µH, ein Ferritkern kann bei gleicher Geometrie deutlich höher liegen, wenn die relative Permeabilität groß ist.

Wichtig ist: Die Rechnung ist ein Modell. Bei Luftspulen passt die Geometrie gut zur Formel, solange die Spule nicht zu kurz im Verhältnis zum Durchmesser ist. Bei Kernen hängt das Ergebnis stark davon ab, ob der angegebene µr-Wert oder der AL-Wert zur realen Betriebsbedingung passt. Ferritmaterial, Luftspalt, Wicklungsaufbau und Sättigung können den gemessenen Wert verändern.

Induktivität Formel für die Zylinderspule mit Beispiel

Für eine lange Zylinderspule lautet die Rechnung in Worten: Induktivität gleich magnetische Feldkonstante mal relative Permeabilität mal Windungszahl zum Quadrat mal Querschnittsfläche, geteilt durch die Wicklungslänge. Die Querschnittsfläche wird aus dem Spulendurchmesser berechnet: A = π · d² ÷ 4.

Ein Beispiel: Eine Luftspule hat 120 Windungen, eine Wicklungslänge von 40 mm, einen Spulendurchmesser von 12 mm und µr = 1. Zuerst wird die Fläche bestimmt:

A = π · (0,0120 m)² ÷ 4 = 113,097 mm²

Dann folgt die Spulenformel:

L = 1,2566 · 10⁻⁶ · 1 · 120² · 113,097 · 10⁻⁶ m² ÷ 0,0400 m = 51,16 µH

Diese Formel ist die klassische Näherung für eine lange Spule. Im Beispiel ist die Spule aber nicht sehr lang. Deshalb wird zusätzlich die Randkorrektur nach Nagaoka verwendet. Der Nagaoka-Faktor ist 0,8838, daraus ergibt sich 45,22 µH. Der Unterschied ist nicht Messrauschen, sondern Folge der Spulenform: Das Magnetfeld läuft an den Enden nicht so ideal wie in der langen Spule.

Warum kurze Luftspulen oft weniger Induktivität haben

Bei kurzen Luftspulen überschätzt die einfache Spulenformel die Induktivität. Der Korrekturfaktor hängt vom Verhältnis Durchmesser ÷ Länge ab. Je größer der Durchmesser gegenüber der Länge ist, desto stärker wird die Abweichung.

Das sieht man an typischen Werten:

Durchmesser ÷ Länge K_N Schulformel zu hoch um
0,10 0,9588 4,3 %
0,30 0,8838 13,2 %
0,50 0,8181 22,2 %
1,00 0,6884 45,3 %
2,00 0,5255 90,3 %

Für eine Luftspule mit 20 Windungen, 10 mm Ø und 20 mm Länge liefert die einfache Rechnung 1,974 µH. Mit Randkorrektur bleiben 1,615 µH. Genau dieser Effekt ist in Filtern, Oszillatoren und Antennenanpassungen spürbar, weil dort schon kleine Abweichungen die Resonanz verschieben können.

Bei einem Eisen- oder Ferritkern wird die Nagaoka-Korrektur hier nicht als Luftspulen-Korrektur angewendet. Dort bestimmen Material, Kernform und Datenblattwerte das Ergebnis stärker als die reine Luftspulenform.

Induktiver Blindwiderstand: Frequenz ändert das Ergebnis deutlich

Der induktive Blindwiderstand wird aus Induktivität und Frequenz berechnet: X_L = 2π · f · L. Er ist kein Gleichstromwiderstand des Drahtes, sondern der Wechselstromwiderstand der Induktivität. Steigt die Frequenz, steigt auch X_L.

Für die Luftspule mit 51,164 µH ergibt sich bei 1 kHz ein induktiver Blindwiderstand von 321,5 mΩ. Dieselbe Spule hat bei 50 Hz nur 16,07 mΩ, bei 10 kHz dagegen 3,215 Ω, bei 100 kHz 32,15 Ω und bei 1 MHz 321,5 Ω.

Das erklärt, warum dieselbe Spule in einer Netzschaltung fast wie ein sehr kleiner Blindwiderstand wirken kann, in einer HF-Schaltung aber deutlich sperrt. Wenn du eine Spule für ein Signal auswählst, reicht die Induktivität allein deshalb nicht aus. Du brauchst immer auch die Frequenz, bei der sie arbeiten soll.

Die gespeicherte Energie wird mit W = ½ · L · I² berechnet. Bei 51,16 µH und 0,5 A sind das 6,396 µJ. Bei 1 mH und 0,5 A sind es 125 µJ.

Ringkern und AL-Wert berechnen

Für Ringkerne kann die Induktivität direkt aus Geometrie, Windungszahl und relativer Permeabilität berechnet werden: L = µ₀ · µr · N² · h · ln(Da ÷ Di) ÷ (2π). Die Formel nutzt Außendurchmesser, Innendurchmesser und Höhe des Rings. Sie ist hilfreich, wenn kein AL-Wert vorliegt.

Ein Ferrit-Ringkern mit 10 Windungen, 25 mm Außendurchmesser, 15 mm Innendurchmesser, 10 mm Höhe und µr 2.300 ergibt 235 µH. Der dazu passende Blindwiderstand ist 147,6 Ω bei 100 kHz. Der berechnete AL-Wert beträgt 2.349,8 nH.

Wenn der Hersteller einen AL-Wert nennt, ist die Rechnung oft direkter: L = AL · N². Für einen Kern mit AL = 250 nH und 200 Windungen ergibt sich 10 mH. Umgekehrt kannst du aus einer gewünschten Induktivität die Windungszahl berechnen: N = √(L ÷ AL). Für 1.000 µH bei AL = 100 nH werden 100 Windungen benötigt.

Der AL-Wert gilt immer für den jeweiligen Kernzustand. Ein Luftspalt, ein anderes Material oder ein anderer Arbeitspunkt verändert die reale Induktivität.

Typische Fehler beim Spule berechnen

Häufige Fehler entstehen nicht in der Formel, sondern bei den Eingaben und Einheiten.

  • Der Spulendurchmesser wird von Drahtmitte zu Drahtmitte gemessen. Der äußere Drahtdurchmesser ist dafür nicht dasselbe.
  • Länge und Durchmesser müssen zur tatsächlichen Wicklung passen, nicht nur zum Wickelkörper.
  • Bei Luftspulen kann die lange Spulenformel zu hoch liegen. Bei 100 Windungen, 50 mm Wicklungslänge und 20 mm Spulendurchmesser ergibt sie 78,96 µH, mit Randkorrektur aber 67,1 µH.
  • Der Drahtwiderstand ist nicht der induktive Blindwiderstand. Bei 35,5306 µH beträgt X_L bei 10 kHz 2,232 Ω, unabhängig davon muss der reale Drahtwiderstand separat betrachtet werden.
  • µr ist kein fester Wert für jede Situation. Bei einer Spule mit Eisenkern, 500 Windungen, 40 mm Länge, 15 mm Durchmesser und µr = 200 ergibt die Rechnung 277,6 mH. In der Praxis können Material und Sättigung davon abweichen.
  • Wenn du eine echte Spule nachmisst, nutze besser ein LCR-Messgerät. Viele einfache Multimeter messen keine Induktivität oder nur unter eingeschränkten Bedingungen.

Tabellen zum Nachschlagen

Nagaoka-Faktor: Korrektur der Spulenformel für kurze Spulen

Einlagige Luftspule; L_echt = K_N · L_Schulformel
Durchmesser ÷ LängeK_NSchulformel zu hoch um
0,100,95884,3 %
0,200,92018,7 %
0,300,883813,2 %
0,400,849917,7 %
0,500,818122,2 %
0,750,747833,7 %
1,000,688445,3 %
1,500,595068,1 %
2,000,525590,3 %
3,000,4292133 %
5,000,3198212,7 %
10,000,2033391,8 %

Induktiver Blindwiderstand X_L: Tabelle nach Induktivität und Frequenz

X_L = 2π · f · L
L50 Hz1 kHz10 kHz100 kHz1 MHz
1 µH314,2 µΩ6,283 mΩ62,83 mΩ628,3 mΩ6,283 Ω
10 µH3,142 mΩ62,83 mΩ628,3 mΩ6,283 Ω62,83 Ω
100 µH31,42 mΩ628,3 mΩ6,283 Ω62,83 Ω628,3 Ω
1 mH314,2 mΩ6,283 Ω62,83 Ω628,3 Ω6,283 kΩ
10 mH3,142 Ω62,83 Ω628,3 Ω6,283 kΩ62,83 kΩ
100 mH31,42 Ω628,3 Ω6,283 kΩ62,83 kΩ628,3 kΩ
1 H314,2 Ω6,283 kΩ62,83 kΩ628,3 kΩ6,283 MΩ

Windungszahl aus AL-Wert berechnen: Tabelle

N = √(L ÷ AL), auf ganze Windungen aufgerundet
AL (nH)10 µH47 µH100 µH470 µH1 mH4,7 mH10 mH
1032691002173176861.000
25204464138200434633
40163550109159343500
6313284087126274399
10010223269100217317
160818255580172250
250714204464138200
400511163550109159
6304913284087126
1.0004710223269100
2.50025714204464

Luftspule 10 mm Durchmesser, 20 mm lang: Induktivität nach Windungszahl

Schulformel und mit Randkorrektur (Nagaoka, K_N = 0,818)
WindungenSchulformelMit Randkorrektur
5123,4 nH100,9 nH
10493,5 nH403,7 nH
201,974 µH1,615 µH
304,441 µH3,634 µH
5012,34 µH10,09 µH
10049,35 µH40,37 µH
200197,4 µH161,5 µH
5001,234 mH1,009 mH

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Induktivität-Rechner: Die Induktivität einer langen Zylinderspule ist L = µ₀ · µr · N² · A ÷ l: 120 Windungen auf 4 cm Länge und 12 mm Durchmesser ergeben 51,16 µH als Luftspule. Weil die Spule kurz ist, liegt der echte Wert mit Randkorrektur nach Nagaoka bei rund 45 µH; mit Kern gilt L = AL · N².
Auf einen Blick
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Nagaoka-Faktor: Korrektur der Spulenformel für kurze Spulen (Tabelle)
Nagaoka-Faktor: Korrektur der Spulenformel für kurze Spulen
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Häufige Fragen

Wie lautet die Formel, um Induktivität zu berechnen?

Die Formel für eine lange Zylinderspule lautet L = µ₀ · µr · N² · A ÷ l, mit A = π · d² ÷ 4. Du brauchst also Windungszahl, Spulenlänge, Durchmesser und relative Permeabilität. Für kurze Luftspulen wird zusätzlich der Nagaoka-Faktor verwendet.

Wie viel Induktivität hat eine Luftspule mit 120 Windungen?

Eine Luftspule mit 120 Windungen, 40 mm Länge und 12 mm Durchmesser hat nach der langen Spulenformel 51,16 µH. Mit Randkorrektur für die kurze Spulenform ergibt sich 45,22 µH. Der Unterschied kommt durch das Magnetfeld an den Spulenenden.

In welcher Einheit wird Induktivität angegeben?

Induktivität wird in Henry angegeben, in der Praxis häufig als µH, mH oder H. Der Rechner gibt die Werte passend zur Größenordnung aus. Eine kleine Luftspule kann etwa im µH-Bereich liegen, während ein Kern mit hohem AL-Wert auch mH erreicht.

Was ist der induktive Blindwiderstand bei 1 kHz?

Bei 51,164 µH beträgt der induktive Blindwiderstand 321,5 mΩ bei 1 kHz. Er wird mit X_L = 2π · f · L berechnet. Bei höherer Frequenz steigt der Blindwiderstand, bei niedrigerer Frequenz sinkt er entsprechend.

Wie berechnet man eine Spule mit AL-Wert?

Mit AL-Wert berechnest du die Induktivität über L = AL · N². Bei AL = 250 nH und 200 Windungen ergibt sich 10 mH. Für die umgekehrte Rechnung nutzt du N = √(L ÷ AL), etwa wenn du eine Zielinduktivität vorgeben willst.

Wie viele Windungen brauche ich für 1.000 µH bei AL = 100 nH?

Für 1.000 µH bei einem AL-Wert von 100 nH brauchst du 100 Windungen. Rechnerisch ergibt sich 100,00. Der induktive Blindwiderstand dieser Induktivität beträgt 6,283 Ω bei 1 kHz, die gespeicherte Energie 125 µJ bei 0,5 A.

Wie wirkt sich ein Eisenkern auf die Induktivität aus?

Ein Eisenkern erhöht die Induktivität stark, wenn die relative Permeabilität größer als bei Luft ist. Bei 500 Windungen, 40 mm Länge, 15 mm Durchmesser und µr = 200 ergibt die Rechnung 277,6 mH. In der Praxis können Material, Luftspalt und Sättigung den Wert verändern.

Kann man Induktivität mit einem Multimeter messen?

Mit einem passenden Multimeter oder LCR-Messgerät kannst du Induktivität messen, wenn das Gerät eine Induktivitätsfunktion hat. Einfache Multimeter messen oft nur Spannung, Strom und Widerstand. Achte außerdem darauf, dass die Messfrequenz zur späteren Anwendung passt, besonders bei Ferritkernen und HF-Spulen.

Quellen und Prüfung

Erstellt von
Sebastian Wiercinski, Herausgeber
Stand
23.09.2026
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Induktivität-Rechner. Rechnerinfo, Stand 23.09.2026. https://rechner-info.de/physik/induktivitaet-rechner