Wirkungsgrad-Rechner

Wirkungsgrad berechnen: 900 W von 1.000 W sind η = 90 %, 100 W Verlust (876 kWh im Jahr). Mit Wirkungsgradkette, Nutzleistung und Tabelle typischer Werte.

Stand 23.09.2026Quelle: OpenStax, Rice UniversityVon Sebastian Wiercinski

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Einheit (Leistung oder Energie)

Aufgenommene Leistung am Eingang, z. B. die elektrische Leistung eines Motors laut Messgerät.

Beim Elektromotor die mechanische Leistung an der Welle (Typenschild).

8.760 h = Dauerbetrieb, 2.000 h ≈ 8 Stunden an Werktagen.

Wirkungsgrad η90 %
Verlust (meist Wärme)
100 W
Verlustanteil
10 %
Zufuhr je Einheit Nutzen?
1,111
Verlust pro Jahr
876 kWh
Kosten der Verluste pro Jahr
306,60 €
Einordnung
Von 1.000,00 W werden 900,00 W genutzt, 100,00 W gehen verloren (10,0 %). Für jede Einheit Nutzen musst du 1,11 Einheiten hineinstecken.
Nutzen und Verlust
Nutzen: 90 %Verlust: 10 %
Rechenweg mit deinen Zahlen
  1. η = P_ab ÷ P_zu = 900 W ÷ 1.000 W = 0,9 = 90,00 %
  2. Verlust P_V = 1.000 − 900 = 100,00 W
  3. Pro Jahr: 100,00 W · 8.760 h = 876 kWh

Wie kannst du den Wirkungsgrad berechnen?

Der Wirkungsgrad beschreibt, welcher Anteil der zugeführten Leistung oder Energie als nutzbare Abgabe herauskommt. Wähle oben aus, ob du η, die Nutzleistung, die nötige Zufuhr oder eine Wirkungsgradkette berechnen möchtest.

Die wichtigste Unterscheidung ist: Was geht hinein und was kommt nutzbar heraus? Bei einem Motor ist die zugeführte Leistung oft die elektrische Aufnahme. Die abgegebene Nutzleistung ist die mechanische Leistung an der Welle. Bei einer Energiebetrachtung funktioniert die Rechnung genauso, nur mit kWh oder J statt W oder kW.

Ein hoher Wirkungsgrad heißt nicht automatisch, dass ein Gerät wenig Energie verbraucht. Ein großes Gerät mit gutem Wirkungsgrad kann trotzdem hohe Verluste haben, wenn die zugeführte Leistung groß ist oder es lange läuft. Deshalb lohnt sich neben η auch der Blick auf die Verlustleistung und auf die Betriebsstunden.

Wirkungsgrad Formel mit η - so läuft die Rechnung

Die Wirkungsgrad Formel lautet in Worten: Teile die abgegebene Nutzleistung durch die zugeführte Leistung und multipliziere das Ergebnis mit 100 %. Als Formel: η = P_ab ÷ P_zu · 100 %. Die Verlustleistung berechnest du aus der Differenz: P_V = P_zu - P_ab.

Beispiel: Ein Gerät nimmt 1.000 W auf und gibt 900 W als Nutzleistung ab. Dann gilt: 900 W ÷ 1.000 W = 0,9. Daraus wird 90 % Wirkungsgrad. Die Verlustleistung beträgt 100,00 W. Diese Verlustleistung erscheint in der Praxis meist als Wärme, Reibung, Schall oder eine andere nicht nutzbare Energieform.

Wenn diese 100,00 W über 8.760 h anfallen, ergeben sich 876 kWh Verlust pro Jahr. Bei 35 ct/kWh entsprechen die Verluste 306,60 € pro Jahr. Der Wirkungsgrad allein zeigt also den Anteil. Die Verlustleistung zeigt, wie viel tatsächlich verloren geht. Erst mit der Laufzeit wird daraus eine jährliche Energiemenge.

Nutzleistung berechnen und benötigte Zufuhr bestimmen

Du kannst die Wirkungsgradformel auch umstellen. Wenn du die zugeführte Leistung und η kennst, ergibt sich die Nutzleistung aus P_ab = η · P_zu. Wenn du dagegen eine gewünschte Nutzleistung erreichen willst, lautet die Rechnung P_zu = P_ab ÷ η.

Ein Beispiel für die Nutzleistung: Bei 85 % Wirkungsgrad und 1.200 W Zufuhr kommen 1.020 W als Nutzleistung heraus. 180 W gehen verloren, der Verlustanteil liegt bei 15 %. Für jede Einheit Nutzen musst du 1,18 Einheiten hineinstecken.

Ein Beispiel für die nötige Zufuhr: Für 800 W Nutzleistung bei 80 % Wirkungsgrad brauchst du 1.000 W Eingangsleistung. Davon gehen 200 W verloren. Bei 8.760 h werden daraus 1.752 kWh Verlust pro Jahr und 613,20 € Verlustkosten bei 35 ct/kWh.

Bei Pumpen, Motoren und Antrieben ist diese Umstellung besonders hilfreich. Eine 7,5-kW-Pumpe mit 88 % Wirkungsgrad benötigt 8,5227 kW Zufuhr. Die Verlustleistung beträgt 1,0227 kW. Bei 4.000 h entstehen 4.091 kWh Verlust pro Jahr und 1.431,82 € Verlustkosten bei 35 ct/kWh.

Gesamtwirkungsgrad berechnen bei einer Wirkungsgradkette

Bei mehreren Stufen addierst du Wirkungsgrade nicht. Du multiplizierst sie. Jede Stufe bekommt nur das weiter, was die vorherige Stufe übrig lässt. Deshalb kann eine Kette deutlich schlechter sein als die einzelnen Werte auf den ersten Blick wirken.

Beispiel mit Netzteil, Regler, Motor und Getriebe: Die Stufen haben 95 %, 92 %, 88 % und 97 %. Daraus entsteht ein Gesamtwirkungsgrad von 74,6 %. Von 1.000 W kommen am Ende der Kette 746,05 W an. Die Verlustleistung beträgt 253,9536 W, der Verlustanteil liegt bei 25,4 %.

Die Rechnung zeigt auch, wo du zuerst hinschauen solltest. In diesem Beispiel ist die schwächste Stufe die Stufe mit 88,0 %. Dort lohnt eine Verbesserung meist stärker als bei einer Stufe, die ohnehin schon sehr nahe am idealen Bereich liegt.

Für eine kürzere Kette aus 95 %, 92 % und 88 % ergibt sich ein Gesamtwirkungsgrad von 76,91 %. Bei 1.000 W bleiben 769,12 W übrig, 230,88 W gehen verloren. Bei 8.760 h entspricht das 2.023 kWh Verlust pro Jahr und 707,88 € bei 35 ct/kWh.

Typische Fehler beim Wirkungsgrad berechnen

Achte zuerst auf gleiche Einheiten. Du darfst W mit W vergleichen, kW mit kW und kWh mit kWh. Problematisch wird es, wenn Leistung und Energie vermischt werden. W und kW beschreiben eine Leistung, kWh und J eine Energiemenge. Die Formel ist gleich, aber die Größen müssen zusammenpassen.

Ein häufiger Fehler ist die vertauschte Richtung. Der Wirkungsgrad ist das Verhältnis von Nutzabgabe zu Zufuhr. Wenn du Zufuhr und Abgabe vertauschst, wirkt das Ergebnis zu gut oder physikalisch unsinnig. Bei einem normalen Energiewandler kann die nutzbare Abgabe nicht größer sein als die zugeführte Energie, wenn du dieselbe Bilanzgrenze meinst.

Der Prozentwert muss außerdem als Anteil verwendet werden. 88 % entspricht in der Rechnung 0,88. Deshalb wird bei einer Pumpe mit 7,5 kW Nutzleistung und 88 % Wirkungsgrad die Zufuhr durch 0,88 bestimmt, nicht durch 88.

Beachte auch den Betriebspunkt. Ein Elektromotor kann im Bestpunkt 94-99 % erreichen, arbeitet aber nicht automatisch in jedem Lastbereich dort. Ein Schaltnetzteil kann je nach Gerät bei 60-95 % liegen. Für eine echte Messung brauchst du deshalb passende Messwerte zur konkreten Last, nicht nur einen allgemeinen Tabellenwert.

Bei Wärmepumpen wird häufig eine Leistungszahl verwendet. Sie beschreibt ein anderes Verhältnis als der einfache Wirkungsgrad η. Wenn du eine Wärmepumpe beurteilst, solltest du daher genau prüfen, welche Größe angegeben ist und welche Energieflüsse in der Rechnung enthalten sind.

Tabellen zum Nachschlagen

Wirkungsgrad-Tabelle: Nutzleistung und Verlust bei 1.000 W

P_ab = η · 1.000 W; der Verlust wird überwiegend zu Wärme
WirkungsgradNutzleistung (W)Verlust (W)Verlust im Dauerbetrieb (kWh/Jahr)
10 %1009007.884
20 %2008007.008
25 %2507506.570
30 %3007006.132
35 %3506505.694
40 %4006005.256
50 %5005004.380
60 %6004003.504
70 %7003002.628
75 %7502502.190
80 %8002001.752
85 %8501501.314
88 %8801201.051
90 %900100876
92 %92080701
94 %94060526
95 %95050438
96 %96040350
97 %97030263
98 %98020175
99 %9901088

Wie viel Leistung muss man für 1 kW Nutzleistung hineinstecken?

P_zu = 1 kW ÷ η
WirkungsgradBenötigte Zufuhr (kW)davon Verlust (kW)
10 %10,0009,000
20 %5,0004,000
25 %4,0003,000
30 %3,3332,333
35 %2,8571,857
40 %2,5001,500
50 %2,0001,000
60 %1,6670,667
70 %1,4290,429
75 %1,3330,333
80 %1,2500,250
85 %1,1760,176
88 %1,1360,136
90 %1,1110,111
92 %1,0870,087
94 %1,0640,064
95 %1,0530,053
96 %1,0420,042
97 %1,0310,031
98 %1,0200,020
99 %1,0100,010

Gesamtwirkungsgrad zweier Stufen: Tabelle

η_gesamt = η₁ · η₂ - zwei Stufen mit je 90 % ergeben nur 81 %
η₁ \ η₂80 %85 %90 %95 %98 %99 %
70 %56 %59,5 %63 %66,5 %68,6 %69,3 %
75 %60 %63,75 %67,5 %71,25 %73,5 %74,25 %
80 %64 %68 %72 %76 %78,4 %79,2 %
85 %68 %72,25 %76,5 %80,75 %83,3 %84,15 %
90 %72 %76,5 %81 %85,5 %88,2 %89,1 %
92 %73,6 %78,2 %82,8 %87,4 %90,16 %91,08 %
95 %76 %80,75 %85,5 %90,25 %93,1 %94,05 %
97 %77,6 %82,45 %87,3 %92,15 %95,06 %96,03 %
98 %78,4 %83,3 %88,2 %93,1 %96,04 %97,02 %
99 %79,2 %84,15 %89,1 %94,05 %97,02 %98,01 %

Typische Wirkungsgrade von Maschinen und Geräten

Spannen nach der Beispieltabelle im Wikipedia-Artikel "Wirkungsgrad" (mit Literaturbelegen); reale Geräte hängen stark von Größe und Last ab
Maschine, GerätUmwandlungWirkungsgrad
Elektromotor (im Bestpunkt)elektrisch → mechanisch94-99 %
Generatormechanisch → elektrisch94-99 %
Transformatorelektrisch → elektrisch50-99,7 %
Wechselrichterelektrisch → elektrisch94-99 %
Schaltnetzteil (Elektrogeräte)elektrisch → elektrisch60-95 %
Wasserkraftwerkmechanisch → elektrisch80-95 %
Windkraftanlagemechanisch → elektrisch30-50 %
GuD-Kraftwerk (Erdgas)chemisch → elektrisch50-58 %
Kohlekraftwerkchemisch → elektrisch25-50 %
Kernkraftwerk (Leichtwasserreaktor)nuklear → elektrisch30-37 %
SolarzelleSonnenstrahlung → elektrisch5-27 %
Brennstoffzellechemisch → elektrisch25-70 %
Elektrolyse von Wasserelektrisch → chemisch70-80 %
Ottomotor (Bestpunkt)chemisch → mechanischbis 35 %
Dieselmotor (groß, mit Turbo)chemisch → mechanischbis 45 %
Hydraulikpumpemechanisch → mechanisch70-93 %
Glühlampeelektrisch → sichtbares Licht3-5 %
LEDelektrisch → sichtbares Licht5-25 %
Lautsprecher (Hi-Fi)elektrisch → akustisch0,2-2 %
Wasserkocherelektrisch → Wärme57-76 %
Induktionsherdelektrisch → Wärmeetwa 75 %
Gas- oder Ölheizungchemisch → Wärme80-98 %
Offener Kaminchemisch → Wärme8-30 %
Menschlicher Muskelchemisch → mechanisch0-30 %

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Wirkungsgrad-Rechner: Der Wirkungsgrad ist das Verhältnis von abgegebener zu zugeführter Leistung: η = P_ab ÷ P_zu. Gibt ein Motor von 1.000 W aufgenommener Leistung 900 W ab, ist η = 90 %; bei hintereinandergeschalteten Stufen werden die Wirkungsgrade multipliziert, 95 % · 90 % = 85,5 %.
Auf einen Blick
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Wirkungsgrad-Tabelle: Nutzleistung und Verlust bei 1.000 W (Tabelle)
Wirkungsgrad-Tabelle: Nutzleistung und Verlust bei 1.000 W
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Häufige Fragen

Wie berechne ich den Wirkungsgrad in Prozent?

Den Wirkungsgrad in Prozent berechnest du mit η = P_ab ÷ P_zu · 100 %. Bei 1.000 W Zufuhr und 900 W Nutzleistung ergibt das 90 %. Die Differenz ist die Verlustleistung: In diesem Beispiel gehen 100,00 W verloren, also 10 % der zugeführten Leistung.

Was ist der Wirkungsgrad bei 2.500 W und 2.100 W?

Der Wirkungsgrad beträgt 84 %. Von 2.500,00 W werden 2.100,00 W genutzt, 400,00 W gehen verloren. Der Verlustanteil liegt bei 16 %. Bei 8.760 h entstehen daraus 3.504 kWh Verlust pro Jahr und 1.226,40 € bei 35 ct/kWh.

Wie berechne ich die Nutzleistung aus Wirkungsgrad und Zufuhr?

Die Nutzleistung berechnest du mit P_ab = η · P_zu. Bei 85 % Wirkungsgrad und 1.200 W Zufuhr kommen 1.020 W Nutzleistung heraus. 180 W gehen als Verlust verloren. Für jede Einheit Nutzen brauchst du in diesem Beispiel 1,18 Einheiten Zufuhr.

Wie viel Eingangsleistung brauche ich für 10 kW Nutzleistung bei 95 %?

Du brauchst 10,5263 kW Eingangsleistung. Davon werden 10,00 kW genutzt und 0,53 kW gehen verloren. Der Verlustanteil beträgt 5 %. Bei 8.760 h ergeben sich 4.611 kWh Verlust pro Jahr und 1.613,68 € Verlustkosten bei 35 ct/kWh.

Wie berechne ich den Gesamtwirkungsgrad mehrerer Stufen?

Den Gesamtwirkungsgrad berechnest du durch Multiplikation der einzelnen Wirkungsgrade. Bei 95 %, 92 % und 88 % ergibt sich 76,91 %. Aus 1.000 W werden am Ende 769,12 W. Die schwächste Stufe ist hier die Stufe mit 88,0 %.

Was bedeutet ein Wirkungsgrad von 100 %?

100 % bedeutet, dass innerhalb der betrachteten Bilanz keine Verluste auftreten. Die komplette zugeführte Leistung würde als Nutzleistung ankommen. In realen Geräten treten meist Verluste auf, zum Beispiel als Wärme oder Reibung. Darum ist neben η auch die tatsächliche Verlustleistung für die Praxis wichtig.

Kann ich den Wirkungsgrad auch mit kWh oder J berechnen?

Ja, du kannst den Wirkungsgrad auch mit kWh oder J berechnen, wenn beide Werte dieselbe Einheit haben. Bei 18.000 J Zufuhr und 15.300 J Abgabe beträgt η 85 %. Der Verlust beträgt 2.700 J, der Verlustanteil liegt bei 15 %.

Wie hängen Wirkungsgrad und Verlustkosten zusammen?

Die Verlustkosten ergeben sich aus Verlustleistung, Betriebsstunden und Strompreis. Bei 1.000 W Zufuhr, 900 W Nutzleistung, 8.760 h und 35 ct/kWh entstehen 876 kWh Verlust pro Jahr. Das entspricht 306,60 € Kosten der Verluste pro Jahr.

Quellen und Prüfung

Erstellt von
Sebastian Wiercinski, Herausgeber
Stand
23.09.2026
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