Wahlswing-Rechner

Bundestagswahl 2021 → 2025: AfD +10,4 PP, SPD −9,3 PP, Volatilität 23,7 %. Gewinne und Verluste je Partei, Pedersen-Index und Butler-Swing berechnen.

Stand 23.09.2026Quelle: Die BundeswahlleiterinVon Sebastian Wiercinski

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Wählervolatilität (Pedersen-Index)23,7 %
Größter Gewinner
AfD (+10,4 PP)
Größter Verlierer
SPD (−9,3 PP)
Butler-Swing zwischen den zwei Stärksten?
−3,02 PP (CDU/CSU gegenüber AfD)
Summe aller Stimmengewinne?
13.075.817
Zusammenfassung
8 Parteien verglichen, davon 1 neu angetreten (BSW). 23,7 % der Stimmen haben netto die Partei gewechselt.
  • Nicht aufgeführte Parteien (6,3 % bzw. 3,0 %) wurden als „Sonstige“ in den Pedersen-Index einbezogen.
Swing je Partei
ParteiVorwahlAktuellSwing (PP)RelativStimmen +/−
CDU/CSU24,1 %28,5 %4,4+18,1 %2.982.655
AfD10,4 %20,8 %10,4+100,3 %5.519.547
SPD25,7 %16,4 %-9,3−36,2 %-3.752.434
Grüne14,7 %11,6 %-3,1−21,1 %-1.052.028
Linke4,9 %8,8 %3,9+80,1 %2.100.668
BSW0 %5 %5,0neu2.472.947
FDP11,4 %4,3 %-7,1−62,1 %-3.142.256
Freie Wähler2,4 %1,6 %-0,9−36,3 %-356.388
Sonstige (nicht aufgeführt)6,3 %3 %-3,3−52,1 %-1.421.586
Gewinne und Verluste in Prozentpunkten
-10-5051015CDU/CSUAfDSPDGrüneLinkeBSWFDPFreie WählerSonstige
Swing (PP)
Rechenweg mit deinen Zahlen
  1. CDU/CSU: 28,52 % − 24,14 % = +4,4 PP, relativ 18,1 %
  2. Pedersen-Index = ½ · (4,4 + 10,4 + 9,3 + 3,1 + 3,9 + 5,0 + 7,1 + 0,9 + 3,3) = 23,68 %
  3. Butler-Swing = (+4,4 PP − (+10,4 PP)) ÷ 2 = −3,02 PP
  4. Anteile = Stimmen ÷ gültige Stimmen (46.298.387 bzw. 49.649.512; 0 = Summe der Zeilen)

Was misst Wählerwanderung im Saldo?

Eine Swing-Analyse zeigt, wie sich Stimmenanteile zwischen zwei Wahlen verändert haben. Sie sagt nicht, welche einzelne Person von welcher Partei zu welcher anderen Partei gewechselt ist. Dafür bräuchtest du Befragungsdaten. Der Rechner arbeitet mit den amtlichen oder von dir eingegebenen Ergebnissen und bildet daraus den Saldo: Wer hat Anteil gewonnen, wer hat Anteil verloren, und wie stark war die gesamte Verschiebung?

Der wichtigste Einzelwert ist der Swing einer Partei. Er wird in Prozentpunkten angegeben. Wenn eine Partei ihren Anteil erhöht, ist der Swing positiv. Wenn sie verliert, ist er negativ. Davon zu unterscheiden ist die relative Veränderung: Sie setzt den Swing ins Verhältnis zum alten Anteil. Deshalb können kleine Parteien bei wenigen Prozentpunkten Swing eine sehr hohe relative Veränderung zeigen.

Der Pedersen-Index fasst die Bewegungen aller Parteien zu einer Kennzahl für die Volatilität der Wahl zusammen. Er zählt Gewinne und Verluste nicht doppelt, sondern nimmt die Hälfte der Summe aller absoluten Swings. So entsteht ein Wert, der die Netto-Verschiebung zwischen den Parteien beschreibt.

So funktioniert die Berechnung von Wahlswing und Pedersen-Index

Du gibst je Partei den alten und den neuen Wert ein, entweder als Stimmen oder direkt als Prozentwerte; bei Stimmzahlen kannst du zusätzlich die gültigen Stimmen beider Wahlen angeben.

Die Rechnung läuft in drei Schritten. Zuerst werden aus Stimmenanteilen oder Stimmzahlen die Prozentanteile je Partei gebildet. Dann gilt: Swing ist neuer Anteil minus alter Anteil. Anschließend wird für den Pedersen-Index die Hälfte der Summe aller absoluten Swings genommen.

Ein Beispiel aus der Bundestagswahl: Die CDU/CSU lag bei 24,14 % und später bei 28,52 %. Die Rechnung lautet in Worten: neuer Anteil 28,52 % minus alter Anteil 24,14 %. Das ergibt einen positiven Swing von 4,38 Prozentpunkten. In der gerundeten Darstellung erscheint das als 4,4 PP. Die relative Veränderung dazu beträgt 18,1 %, weil der Gewinn auf den alten Anteil bezogen wird.

Für den gesamten Vergleich werden alle Parteien betrachtet. Im Bundestagsbeispiel ergibt sich daraus ein Pedersen-Index von 23,7 %. Die AfD ist in dieser Rechnung der größte Gewinner mit +10,4 PP, die SPD der größte Verlierer mit -9,3 PP. Zusätzlich kann der Butler-Swing zwischen den zwei stärksten Parteien berechnet werden. Im Beispiel liegt er bei -3,02 PP für CDU/CSU gegenüber AfD.

Prozentpunkte sind nicht dasselbe wie Prozent

Viele Fehler entstehen, weil Prozentpunkte und Prozent vermischt werden. Ein Swing beschreibt immer die Differenz zwischen zwei Prozentanteilen. Wenn eine Partei von 24,0 % auf 31,5 % steigt, beträgt der Swing +7,5 PP. Das ist keine Aussage darüber, dass die Partei um 7,5 % gewachsen ist, sondern dass ihr Anteil um 7,5 Prozentpunkte höher liegt.

Die relative Veränderung beantwortet eine andere Frage: Wie groß ist der Zuwachs im Verhältnis zum alten Wert? Im Bundestagsbeispiel steigt die AfD von 10,39 % auf 20,8 %. Der Swing beträgt 10,42 PP, die relative Veränderung aber +100,3 %. Beide Angaben sind korrekt, sie beschreiben nur verschiedene Dinge.

Dasselbe sieht man bei Verlusten. Die FDP fällt im Bundestagsbeispiel von 11,43 % auf 4,33 %. Der Swing ist -7,1 PP, die relative Veränderung -62,1 %. Für den Vergleich von Wahlergebnissen ist der Swing meist klarer, weil er direkt zeigt, wie viele Prozentpunkte im Ergebnis verschoben wurden.

Bei kleinen Ausgangswerten kann die relative Veränderung sehr groß wirken. In einem Kommunalwahl-Beispiel steigt die AfD von 7,4 % auf 15,6 %. Der Swing beträgt +8,2 PP, die relative Veränderung +110,8 %. Der Zuwachs ist also in Prozentpunkten gut vergleichbar, relativ zum alten Anteil aber besonders stark.

Neue Parteien, Sonstige und fehlende Stimmen richtig einordnen

Neue Parteien werden mit 0 in der früheren Wahl eingetragen. Dadurch wird ihr kompletter aktueller Anteil als Gewinn gezählt. Im Bundestagsbeispiel ist das BSW neu angetreten und steht mit 0 % in der früheren Wahl und 5 % in der aktuellen Wahl. Der Swing beträgt deshalb +5,0 PP.

Wenn du nur einige Parteien einträgst, können die übrigen Stimmen als Sonstige erscheinen. Das ist sinnvoll, wenn du die Gesamtergebnisse einer Wahl abbilden willst. Im Bundestagsbeispiel stehen Sonstige bei 6,3 % und später bei 3 %. Der Swing beträgt -3,3 PP. So geht die Bewegung außerhalb der einzeln aufgeführten Parteien nicht verloren.

Bei Eingabe von Stimmzahlen sind die Felder für gültige Stimmen besonders wichtig. Sie bestimmen, welche Prozentanteile aus den absoluten Stimmen entstehen. Im Bundestagsbeispiel werden 46.298.387 gültige Stimmen der früheren Wahl und 49.649.512 gültige Stimmen der aktuellen Wahl verwendet. Ohne diese Angaben kann dieselbe Stimmenzahl anders eingeordnet werden, weil der Nenner fehlt.

Ein typischer Stolperpunkt: Mehr Stimmen bedeuten nicht automatisch einen großen positiven Swing. Wenn die Gesamtzahl gültiger Stimmen ebenfalls steigt, kann ein Stimmenzuwachs im Anteil kleiner ausfallen. Bei einer Partei mit 100.000 Stimmen und später 120.000 Stimmen ergibt die Beispielrechnung trotz 20.000 zusätzlicher Stimmen einen angezeigten Swing von +0,0 PP, wenn die Wahl insgesamt sehr groß ist.

Butler-Swing, Volatilität und Sitzverteilung nicht verwechseln

Der Butler-Swing betrachtet zwei Parteien im direkten Vergleich. Er ist vor allem nützlich, wenn du wissen willst, wie stark sich das Verhältnis zwischen den zwei stärksten oder zwei ausgewählten Parteien verschoben hat. In einem Zwei-Parteien-Beispiel fällt Partei A von 52 % auf 47 %, während Partei B von 48 % auf 53 % steigt. Der Butler-Swing liegt bei +5,00 PP zugunsten von Partei B gegenüber Partei A.

Der Pedersen-Index misst dagegen die Gesamtbewegung über alle betrachteten Parteien. Wenn sich vier Parteien von 40 %, 30 %, 20 %, 10 % auf 35 %, 25 %, 25 %, 15 % verschieben, ergibt sich eine Wählervolatilität von 10,0 %. Der größte Gewinner ist Partei C mit +5,0 PP, der größte Verlierer Partei B mit -5,0 PP.

Wahlswing ist außerdem keine Sitzverteilung. Ein Gewinn an Prozentpunkten kann sich je nach Wahlrecht, Sperrklausel, Direktmandaten oder Rundungsverfahren unterschiedlich auf Sitze auswirken. Die Swing-Analyse bleibt beim Stimmenanteil. Sie ist damit gut für Gewinne, Verluste und Wählerwanderung im Saldo geeignet, aber nicht für die Frage, welche Mehrheit am Ende im Parlament entsteht.

Praktisch hilfreich ist die Analyse, wenn du verschiedene Wahlen vergleichbar machen willst: Bundestagswahl, Europawahl oder Kommunalwahl. Bei der Europawahl 2024 gegen 2019 liegt die Wählervolatilität im Beispiel bei 13,5 %. Der größte Gewinner ist dort das BSW mit +6,2 PP, der größte Verlierer die Grünen mit -8,6 PP.

Tabellen zum Nachschlagen

Bundestagswahl 2025 gegen 2021: Gewinne und Verluste der Parteien

Zweitstimmen, amtliche Endergebnisse. Pedersen-Index 23,7 %. 2021 nach der Berliner Wiederholungswahl 2024.
Partei20212025Swing (PP)Stimmen +/−
CDU/CSU24,1 %28,5 %4,42.982.655
AfD10,4 %20,8 %10,45.519.547
SPD25,7 %16,4 %-9,3-3.752.434
Grüne14,7 %11,6 %-3,1-1.052.028
Linke4,9 %8,8 %3,92.100.668
BSW0 %5 %5,02.472.947
FDP11,4 %4,3 %-7,1-3.142.256
Freie Wähler2,4 %1,5 %-0,9-356.388
Sonstige6,3 %3 %-3,3-1.421.586

Europawahl 2024 gegen 2019: Swing in Deutschland

Amtliche Endergebnisse Deutschland. Pedersen-Index 13,5 %.
Partei20192024Swing (PP)Stimmen +/−
CDU/CSU28,9 %30 %1,21.155.075
AfD11 %15,9 %4,92.221.437
SPD15,8 %13,9 %-1,9-365.337
Grüne20,5 %11,9 %-8,6-2.938.844
BSW0 %6,2 %6,22.456.460
FDP5,4 %5,2 %-0,232.740
Linke5,5 %2,7 %-2,8-964.463
Freie Wähler2,2 %2,7 %0,5255.734
Sonstige10,7 %11,5 %0,8560.798

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Wahlswing-Rechner: Der Swing einer Partei ist die Differenz ihrer Stimmenanteile in Prozentpunkten: Die AfD kam 2021 auf 10,4 % und 2025 auf 20,8 % der Zweitstimmen, ein Swing von +10,4 Prozentpunkten. Die Summe aller Gewinne (Pedersen-Index) lag bei der Bundestagswahl 2025 bei 23,7 % - fast jeder vierte Stimmenanteil wechselte netto die Partei.
Auf einen Blick
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Bundestagswahl 2025 gegen 2021: Gewinne und Verluste der Parteien (Tabelle)
Bundestagswahl 2025 gegen 2021: Gewinne und Verluste der Parteien
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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Prozent und Prozentpunkten bei Wählerwanderung?

Prozentpunkte messen die direkte Differenz zwischen zwei Stimmenanteilen. Wenn eine Partei von 24,0 % auf 31,5 % steigt, sind das +7,5 PP. Prozent als relative Veränderung bezieht diesen Unterschied auf den alten Wert und beantwortet damit eine andere Frage.

Wie berechnet man den Pedersen-Index?

Der Pedersen-Index ist die Hälfte der Summe aller absoluten Swings. Im Beispiel mit vier Parteien von 40 %, 30 %, 20 %, 10 % auf 35 %, 25 %, 25 %, 15 % ergibt sich ein Pedersen-Index von 10,0 %.

Was bedeutet ein Pedersen-Index von 23,7 %?

Ein Pedersen-Index von 23,7 % bedeutet, dass die Netto-Verschiebung der Stimmenanteile zwischen den betrachteten Parteien sehr groß war. Der Wert entsteht aus den Gewinnen und Verlusten aller Parteien und zählt gegenläufige Bewegungen nicht doppelt.

Wie trage ich eine neue Partei in die Swing-Berechnung ein?

Eine neue Partei trägst du bei der früheren Wahl mit 0 ein. Wenn sie später 8,5 % erreicht, beträgt ihr Swing +8,5 PP. In der Auswertung wird sie als neu angetreten erkannt, sofern sie vorher keinen Anteil hatte.

Warum ist ein Stimmengewinn nicht immer ein großer Swing?

Ein Stimmengewinn kann klein wirken, wenn die Gesamtzahl gültiger Stimmen ebenfalls groß ist oder steigt. Im Beispiel von 100.000 auf 120.000 Stimmen zeigt der Rechner +0,0 PP an, obwohl die Partei 20.000 Stimmen mehr hat.

Was sagt der Butler-Swing aus?

Der Butler-Swing zeigt die Verschiebung zwischen zwei Parteien. Wenn Partei A von 52 % auf 47 % fällt und Partei B von 48 % auf 53 % steigt, beträgt der Butler-Swing +5,00 PP zugunsten von Partei B gegenüber Partei A.

Ist Wählerwanderung dasselbe wie Swing?

Nein, Swing ist eine Saldo-Rechnung aus Wahlergebnissen. Wählerwanderung im engeren Sinn beschreibt, welche Wählergruppen tatsächlich zwischen Parteien gewechselt haben. Aus Ergebnissen allein siehst du Gewinne und Verluste, aber keine individuellen Wechselwege.

Kann ich mit dem Wahlswing Sitze im Parlament berechnen?

Nein, der Wahlswing berechnet Stimmenanteile, Prozentpunkte und Volatilität. Eine Sitzverteilung hängt zusätzlich vom Wahlrecht ab. Deshalb kann derselbe Swing je nach Verfahren unterschiedliche Folgen für Mandate oder Mehrheiten haben.

Quellen und Prüfung

Erstellt von
Sebastian Wiercinski, Herausgeber
Stand
23.09.2026
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Wahlswing-Rechner. Rechnerinfo, Stand 23.09.2026. https://rechner-info.de/freizeit/wahlswing-rechner