Sperrklausel-Rechner
5-%-Hürde in Stimmen: Bei 1 Mio. gültigen Stimmen braucht eine Partei 50.000. Mit Grundmandatsklausel (3 Wahlkreise), Sitzverteilung und Bundestagswahl 2025.
- Parteien im Parlament
- 4
- An der Hürde gescheitert
- FDP (3,00 %)
- Knappste Entscheidung
- FDP verfehlt die Hürde um 20.000 Stimmen
- Stimmen ohne Vertretung
- 260.000
- Anteil der Stimmen ohne Vertretung
- 26 %
- Sitzverteilung (Sainte-Laguë)
- CDU/CSU 255 · SPD 213 · Grüne 128 · Linke 34
- Absolute Mehrheit ab
- 316 Sitzen
- Faktische Hürde ohne Sperrklausel?
- 0,08 %
- 230.000 Stimmen (23,0 %) entfallen auf nicht aufgeführte Parteien und zählen als Stimmen ohne Vertretung.
Ergebnis je Partei
| Partei | Stimmen | Anteil | Wahlkreise | Einzug | Abstand zur Hürde | Sitze |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CDU/CSU | 300.000 | 30 % | 0 | ja (≥ 5 %) | +250.000 | 255 |
| SPD | 250.000 | 25 % | 0 | ja (≥ 5 %) | +200.000 | 213 |
| Grüne | 150.000 | 15 % | 0 | ja (≥ 5 %) | +100.000 | 128 |
| Linke | 40.000 | 4 % | 3 | ja (3 Wahlkreise) | −10.000 | 34 |
| FDP | 30.000 | 3 % | 0 | nein | −20.000 | - |
Rechenweg mit deinen Zahlen
- Hürde: 5 % × 1.000.000 gültige Stimmen = 50.000 Stimmen (aufgerundet, genau 5 % reichen)
- Ausnahme: Parteien mit mindestens 3 gewonnenen Wahlkreisen ziehen trotzdem ein (Grundmandatsklausel).
- Ohne Vertretung: 260.000 Stimmen = 26,00 %
- Sitze nach Sainte-Laguë/Schepers: CDU/CSU 255 · SPD 213 · Grüne 128 · Linke 34
Was bedeutet die 5 prozent hürde bei einer Wahl?
Die 5 prozent hürde ist eine Sperrklausel. Sie legt fest, ab welchem Stimmenanteil eine Partei bei der Sitzverteilung berücksichtigt wird. Beim Bundestag bezieht sie sich auf die gültigen Zweitstimmen. Ungültige Stimmen, Wahlberechtigte ohne Stimmabgabe und reine Erststimmen sind dafür nicht die Bezugsgröße.
Für die Bundestagswahl 2025 zeigt das sehr anschaulich, wie knapp die Grenze wirken kann: Bei 49.649.512 gültigen Stimmen lag die Schwelle bei 2.482.476 Stimmen. Das BSW kam auf 2.472.947 Stimmen und 4,98 %. Damit fehlten 9.529 Stimmen. Die FDP lag mit 2.148.757 Stimmen und 4,33 % deutlicher darunter, die FREIE WÄHLER mit 769.279 Stimmen und 1,55 % ebenfalls.
Die Schwelle ist dabei einschließend gemeint: Wer die nötige Stimmenzahl erreicht, ist über der Hürde. Eine Partei muss also nicht erst mehr als 5 % erreichen. Praktisch wichtig ist außerdem: Die Sperrklausel entscheidet nur, ob eine Partei überhaupt in die weitere Sitzverteilung einbezogen wird. Wie viele Sitze sie dann bekommt, hängt von allen berücksichtigten Parteien und dem verwendeten Sitzverteilungsverfahren ab.
Wie berechnet man die Sperrklausel in Stimmen?
Die Rechnung ist einfach: Du multiplizierst die Sperrklausel mit der Zahl der gültigen Stimmen. Entsteht dabei keine ganze Stimme, wird auf die nächste ganze Stimme aufgerundet. Der Rechner macht genau diese Schwellenrechnung und kann zusätzlich Parteien, Wahlkreise und Sitze auswerten.
Ein Beispiel: Bei einer Sperrklausel von 5 % und 1.000.000 gültigen Stimmen ergibt sich eine Mindestzahl von 50.000 Stimmen. In der Beispielrechnung stehen CDU/CSU mit 300.000 Stimmen, SPD mit 250.000 Stimmen und Grüne mit 150.000 Stimmen klar über dieser Schwelle. Die FDP hat 30.000 Stimmen und 3,00 %. Sie verfehlt die Hürde um 20.000 Stimmen.
Interessant ist in derselben Rechnung die Linke: Sie hat 40.000 Stimmen und 4 %. Damit liegt sie 10.000 Stimmen unter der Schwelle. Sie zieht aber trotzdem ein, weil sie 3 Wahlkreise gewonnen hat. Die Sitzverteilung lautet dann CDU/CSU 255, SPD 213, Grüne 128 und Linke 34. Die absolute Mehrheit beginnt bei 316 Sitzen.
Du siehst daran zwei Dinge: Erstens ist die Prozenthürde keine grobe Schätzung, sondern eine konkrete Stimmenzahl. Zweitens kann eine Ausnahme den Einzug ermöglichen, obwohl der reine Stimmenanteil unter der Sperrklausel liegt.
Was macht die Grundmandatsklausel?
Die Grundmandatsklausel ist eine Ausnahme von der Sperrklausel. Beim Bundestag reicht eine Partei nach dem BVerfG-Urteil von 2024 trotz Unterschreiten der 5 prozent hürde in die Sitzverteilung hinein, wenn sie mindestens 3 Wahlkreise gewinnt. In einzelnen Landtagsregeln gibt es andere Schwellen: Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein arbeiten mit 1 Wahlkreis, Sachsen mit 2.
Im Beispiel mit 1.000.000 gültigen Stimmen liegt die Linke mit 40.000 Stimmen bei 4 %. Ohne Ausnahme wäre sie unter der Hürde. Mit 3 gewonnenen Wahlkreisen wird sie dennoch berücksichtigt und erhält 34 Sitze. Die FDP hat 30.000 Stimmen, 3,00 % und keine ausreichende Wahlkreis-Ausnahme. Sie scheitert.
Für die Eingabe bedeutet das: Trage bei einer Partei die gewonnenen Wahlkreise nur ein, wenn diese Ausnahme in der betrachteten Wahl auch gilt. Wenn du eine Wahl ohne Grundmandatsklausel abbilden willst, setzt du den entsprechenden Wert auf 0. Dann zählt für den Einzug nur die Sperrklausel oder eine andere Befreiung, etwa für eine Minderheitenpartei.
Eine besondere Rolle haben solche befreiten Minderheitenparteien. Bei der Bundestagswahl 2025 wurde der SSW mit 76.138 Stimmen und 0,15 % berücksichtigt, obwohl sein Abstand zur normalen Schwelle bei −2.406.338 Stimmen lag. Im Ergebnis erhielt er 1 Sitz.
Welche Sperrklausel gilt bei Bundestag, Europa und Kommunalwahl?
Die bekannte 5 prozent hürde gilt vor allem bei Bundestagswahlen und bei Landtagswahlen. Beim Bundestag geht es um 5 % der gültigen Zweitstimmen. Bei Landtagswahlen sind ebenfalls häufig 5 % maßgeblich, Details können aber abweichen. Berlin bezieht die Schwelle etwa auf abgegebene Stimmen, Bremen trennt Bremen und Bremerhaven, und für den SSW in Schleswig-Holstein gibt es eine Befreiung.
Bei der Europawahl in Deutschland gibt es keine Sperrklausel. Dort wirkt nur die Sitzverteilung selbst als praktische Grenze. Der Rechner zeigt dafür die faktische Hürde ohne Sperrklausel an. Bei 630 Sitzen liegt sie im Beispiel bei 0,08 %. Dieser Wert ist keine politische Sperrklausel, sondern eine rechnerische Orientierung: Eine sehr kleine Partei braucht trotzdem genug Stimmen, um bei der Sitzverteilung einen Sitz zu erreichen.
Bei Kommunalwahlen ist Vorsicht nötig. Meist gibt es keine Sperrklausel. Es gibt aber Ausnahmen: Bezirksverordnetenversammlungen Berlin und Bezirksversammlungen Hamburg haben 3 %, die Stadtbürgerschaft Bremen 5 %, Bezirksvertretungen NRW 2,5 %.
Ein Beispiel mit 3 % und 120.000 gültigen Stimmen zeigt die Wirkung: Die Schwelle liegt bei 3.600 Stimmen. Die FDP erreicht mit 4.000 Stimmen und 3,33 % den Einzug und bekommt 2 Sitze. Volt liegt bei 3.100 Stimmen und 2,58 % und verfehlt die Schwelle um 500 Stimmen. Tierschutz liegt bei 2.400 Stimmen und 2,00 % ebenfalls darunter.
Was passiert mit Stimmen für Parteien unter der 5 prozent hürde?
Stimmen für Parteien, die weder die Sperrklausel schaffen noch durch eine Ausnahme berücksichtigt werden, gehen nicht in die Sitzverteilung ein. Sie bleiben gültige Stimmen und zählen bei der Berechnung der Hürde mit. Für die Mandatsverteilung werden sie aber nicht auf Sitze verteilt.
Bei der Bundestagswahl 2025 waren 6.816.156 Stimmen ohne Vertretung, das entsprach 13,73 %. Dazu gehörten unter anderem Stimmen für Parteien unter der Schwelle, soweit keine Ausnahme griff. Die Parteien, die in die Sitzverteilung kamen, erhielten die 630 Sitze unter sich verteilt: CDU 164, AfD 152, SPD 120, GRÜNE 85, Die Linke 64, CSU 44 und SSW 1.
Auch in kleineren Rechenbeispielen sieht man den Effekt deutlich. Bei 5 % Hürde und 1.000.000 gültigen Stimmen schaffen CDU/CSU, SPD und Grüne den Einzug. Wenn die Linke keine ausreichenden Wahlkreise gewinnt, scheitert sie mit 40.000 Stimmen und 4,00 %. Zusammen mit der FDP bleiben dann 300.000 Stimmen ohne Vertretung, also 30 %.
Wird die Sperrklausel gesenkt, können mehr Parteien berücksichtigt werden. Bei 2,5 % und 900.000 gültigen Stimmen liegt die Schwelle bei 22.500 Stimmen. In diesem Beispiel scheitert keine Partei, die FDP liegt 7.500 Stimmen über der Hürde und erhält 25 Sitze.
Welche Fehler solltest du bei der 5 prozent hürde vermeiden?
Der häufigste Fehler ist die falsche Bezugsgröße. Maßgeblich sind bei der Bundestagswahl die gültigen Zweitstimmen, nicht die Wahlberechtigten und nicht die abgegebenen Stimmen insgesamt. Wenn du statt gültiger Stimmen eine größere oder kleinere Basis einsetzt, verschiebt sich die Schwelle.
Achte außerdem auf den Unterschied zwischen Prozentwert und Stimmenzahl. 4,98 % klingt sehr nah an 5 %, kann aber trotzdem nicht reichen. Beim Bundestag 2025 fehlten dem BSW 9.529 Stimmen. Umgekehrt genügt der Schwellenwert selbst: Wer die Mindeststimmenzahl erreicht, scheitert nicht deshalb, weil er nicht darüber liegt.
Ein weiterer Fehler ist das Übertragen einer Regel auf eine andere Wahl. 5 % passt nicht automatisch zur Kommunalwahl. Bei vielen Kommunalwahlen gibt es keine Sperrklausel, bei bestimmten Bezirkswahlen aber 3 %, bei Bezirksvertretungen NRW 2,5 % und bei der Stadtbürgerschaft Bremen 5 %.
Prüfe zuletzt Sonderfälle: Minderheitenparteien können befreit sein. Eine Grundmandatsklausel gilt nur dort, wo sie vorgesehen ist, und sie hat je nach Wahl unterschiedliche Anforderungen. Wenn du solche Ausnahmen ignorierst, kann eine Partei im Ergebnis fälschlich als gescheitert erscheinen.
Tabellen zum Nachschlagen
5-Prozent-Hürde in Stimmen: Tabelle
| Gültige Stimmen | 2,5 % | 3 % | 5 % |
|---|---|---|---|
| 1.000 | 25 | 30 | 50 |
| 5.000 | 125 | 150 | 250 |
| 10.000 | 250 | 300 | 500 |
| 50.000 | 1.250 | 1.500 | 2.500 |
| 100.000 | 2.500 | 3.000 | 5.000 |
| 500.000 | 12.500 | 15.000 | 25.000 |
| 1.000.000 | 25.000 | 30.000 | 50.000 |
| 5.000.000 | 125.000 | 150.000 | 250.000 |
| 10.000.000 | 250.000 | 300.000 | 500.000 |
| 49.649.512 (Bundestagswahl 2025) | 1.241.238 | 1.489.486 | 2.482.476 |
Bundestagswahl 2025: Parteien an der 5-Prozent-Hürde
| Partei | Zweitstimmen | Anteil | Abstand zur Hürde | Im Bundestag |
|---|---|---|---|---|
| CDU | 11.196.374 | 22,55 % | +8.713.898 | ja |
| AfD | 10.328.780 | 20,8 % | +7.846.304 | ja |
| SPD | 8.149.124 | 16,41 % | +5.666.648 | ja |
| GRÜNE | 5.762.380 | 11,61 % | +3.279.904 | ja |
| Die Linke | 4.356.532 | 8,77 % | +1.874.056 | ja |
| CSU | 2.964.028 | 5,97 % | +481.552 | ja |
| BSW | 2.472.947 | 4,98 % | −9.529 | nein |
| FDP | 2.148.757 | 4,33 % | −333.719 | nein |
| FREIE WÄHLER | 769.279 | 1,55 % | −1.713.197 | nein |
| SSW | 76.138 | 0,15 % | −2.406.338 | ja (befreit) |
Wo gilt welche Sperrklausel? Bund, Länder, Europa, Kommunen
| Wahl | Sperrklausel | Besonderheit |
|---|---|---|
| Bundestag | 5 % der gültigen Zweitstimmen | Grundmandatsklausel: 3 gewonnene Wahlkreise (BVerfG 2024); Minderheitenparteien befreit |
| Landtage | 5 % | Grundmandatsklausel in Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein (1 Wahlkreis) und Sachsen (2); Berlin: bezogen auf abgegebene Stimmen; Bremen: getrennt in Bremen und Bremerhaven; SSW in Schleswig-Holstein befreit |
| Europawahl (Deutschland) | keine | Sitzverteilung nach Sainte-Laguë/Schepers (§ 2 EuWG) |
| Kommunalwahlen | meist keine | Ausnahmen: Bezirksverordnetenversammlungen Berlin und Bezirksversammlungen Hamburg 3 %, Stadtbürgerschaft Bremen 5 %, Bezirksvertretungen NRW 2,5 % |
Beispiele zum Ausprobieren
Häufige Fragen
Wie viele Stimmen sind 5 % bei 1.000.000 gültigen Stimmen?
5 % bei 1.000.000 gültigen Stimmen sind 50.000 Stimmen. Genau diese Stimmenzahl reicht für die Schwelle. In der Beispielrechnung liegt die FDP mit 30.000 Stimmen darunter und verfehlt die Hürde um 20.000 Stimmen.
Wie hoch war die 5 prozent hürde bei der Bundestagswahl 2025?
Die 5 prozent hürde lag bei der Bundestagswahl 2025 bei 2.482.476 Stimmen. Grundlage waren 49.649.512 gültige Stimmen. Das BSW erreichte 2.472.947 Stimmen und lag damit 9.529 Stimmen unter der Schwelle.
Reichen genau 5 % für den Einzug?
Ja, genau 5 % reichen für die Sperrklausel. Die Partei muss die Schwelle nicht überschreiten, sondern erreichen. Bei 1.000.000 gültigen Stimmen sind deshalb 50.000 Stimmen genug, während 49.000 Stimmen nicht reichen.
Was ist die Grundmandatsklausel einfach erklärt?
Die Grundmandatsklausel lässt eine Partei trotz zu niedrigem Stimmenanteil einziehen, wenn sie genug Wahlkreise gewinnt. Beim Bundestag gilt nach dem Urteil von 2024 die Schwelle von 3 Wahlkreisen. Im Beispiel zieht die Linke mit 40.000 Stimmen und 4 % trotzdem ein.
Was passiert mit Stimmen für Parteien unter der 5 prozent hürde?
Stimmen für gescheiterte Parteien bleiben gültig, werden aber nicht in Sitze umgerechnet. Bei der Bundestagswahl 2025 waren 6.816.156 Stimmen ohne Vertretung. Der Anteil lag bei 13,73 %.
Welche Sperrklausel gilt bei Kommunalwahlen?
Bei Kommunalwahlen gibt es meist keine Sperrklausel. Es gibt aber Ausnahmen, etwa 3 % bei Bezirksverordnetenversammlungen Berlin und Bezirksversammlungen Hamburg, 5 % bei der Stadtbürgerschaft Bremen und 2,5 % bei Bezirksvertretungen NRW.
Wie viele Stimmen braucht eine Partei bei 3 % und 120.000 gültigen Stimmen?
Bei 3 % und 120.000 gültigen Stimmen braucht eine Partei 3.600 Stimmen. Im Beispiel erreicht die FDP mit 4.000 Stimmen den Einzug. Volt hat 3.100 Stimmen und verfehlt die Hürde um 500 Stimmen.
Warum zählt der Rechner gültige Stimmen statt Wahlberechtigte?
Der Rechner nutzt gültige Stimmen, weil die Sperrklausel daran anknüpft. Wahlberechtigte ohne gültige Stimmabgabe erhöhen die Hürde nicht. Bei der Bundestagswahl geht es speziell um gültige Zweitstimmen.
Quellen und Prüfung
- § 4 Bundeswahlgesetz mit Fußnote zum BVerfG-Urteil vom 30.07.2024 (Grundmandatsklausel) - Bundesministerium der Justiz
- Bundestagswahl 2025: Endgültiges Ergebnis - Die Bundeswahlleiterin
- Fünf-Prozent-Hürde in Deutschland: Bund, Länder, Kommunen - Wikipedia
- Grundmandatsklausel: Bundestag und Landtage (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Schleswig-Holstein) - Wikipedia
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Sperrklausel-Rechner. Rechnerinfo, Stand 23.09.2026. https://rechner-info.de/freizeit/sperrklausel-rechner

