Überhangmandate-Rechner
Bundestagswahl 2025 nachgerechnet: 23 Wahlkreissieger ohne Mandat (CDU 15, AfD 4, CSU 3, SPD 1). Mit eigenen Zahlen und Vergleich zu Überhang und Ausgleich.
- Parlamentsgröße nach Wahlrecht 2023
- 630 Sitze
- Betroffene Parteien
- CDU 15, AfD 4, CSU 3, SPD 1
- Größe nach Altregel (Überhang + voller Ausgleich)
- 683 Sitze
- Überhangmandate nach Altregel
- 23
- Ausgleichsmandate nach Altregel
- 30
- Vergrößerung nach Altregel
- 8,4 %
Sitze je Partei: Wahlrecht 2023 und Altregel
| Partei | Zweitstimmen | Sitze 2023er Recht | Wahlkreise gewonnen | davon mit Mandat | ohne Mandat | Listenmandate | Sitze Altregel |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| CDU | 22,55 % | 164 | 143 | 128 | 15 | 36 | 179 |
| AfD | 20,8 % | 152 | 46 | 42 | 4 | 110 | 165 |
| SPD | 16,41 % | 120 | 45 | 44 | 1 | 76 | 130 |
| GRÜNE | 11,61 % | 85 | 12 | 12 | 0 | 73 | 92 |
| Die Linke | 8,77 % | 64 | 6 | 6 | 0 | 58 | 69 |
| CSU | 5,97 % | 44 | 47 | 44 | 3 | 0 | 47 |
| SSW | 0,15 % | 1 | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 |
| BSW (unter Hürde) | 4,98 % | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| FDP (unter Hürde) | 4,33 % | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| FREIE WÄHLER (unter Hürde) | 1,55 % | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Nicht gedeckte Wahlkreise nach Ländern
| Land | Partei | Wahlkreise gewonnen | Sitze der Landesliste | ohne Mandat |
|---|---|---|---|---|
| Schleswig-Holstein | CDU | 9 | 8 | 1 |
| Hessen | CDU | 20 | 15 | 5 |
| Rheinland-Pfalz | CDU | 14 | 11 | 3 |
| Baden-Württemberg | CDU | 35 | 29 | 6 |
| Brandenburg | AfD | 9 | 8 | 1 |
| Mecklenburg-Vorpommern | AfD | 6 | 5 | 1 |
| Sachsen | AfD | 15 | 14 | 1 |
| Sachsen-Anhalt | AfD | 8 | 7 | 1 |
| Bremen | SPD | 2 | 1 | 1 |
| Bayern | CSU | 47 | 44 | 3 |
Rechenweg mit deinen Zahlen
- Oberverteilung: 630 Sitze nach Zweitstimmen (Sainte-Laguë/Schepers) auf die Parteien über der Hürde.
- Unterverteilung: Sitze jeder Partei nach Zweitstimmen auf ihre 16 Landeslisten; je Land erhalten die Wahlkreissieger mit dem höchsten Erststimmenanteil die Listensitze.
- Ergebnis: 23 Wahlkreissieger ohne Mandat (CDU 15, AfD 4, CSU 3, SPD 1), Parlament bleibt bei 630 Sitzen.
- Altregel zum Vergleich: 23 Überhangmandate, ausgeglichen durch 30 Ausgleichsmandate → 683 Sitze.
Was sind Überhangmandate und was gilt nach der Wahlrechtsreform 2023?
Überhangmandate entstanden früher, wenn eine Partei mehr Wahlkreise direkt gewann, als ihr nach dem Zweitstimmenergebnis Sitze zustanden. Diese zusätzlichen Direktmandate blieben erhalten. Damit das Verhältnis der Zweitstimmen wieder passte, bekamen andere Parteien Ausgleichsmandate. Genau dadurch konnte der Bundestag größer werden als die Regelgröße.
Nach der Wahlrechtsreform 2023 läuft die Rechnung anders. Die Sitzzahl bleibt bei der eingestellten Regelgröße, beim Bundestag 2025 also bei 630 Sitzen. Direkt gewonnene Wahlkreise führen nur dann zu einem Mandat, wenn sie durch Zweitstimmen-Sitze der Partei im jeweiligen Land gedeckt sind. Reichen diese Sitze nicht, ziehen einzelne Wahlkreissieger nicht ein.
Der Begriff Überhangmandat ist deshalb für das neue Bundeswahlrecht nur noch ein Vergleichsbegriff: Du kannst ausrechnen, wie viele Überhänge nach der früheren Logik entstanden wären. Im Ergebnis nach Wahlrecht 2023 werden sie aber nicht mehr als zusätzliche Sitze vergeben.
Wie funktioniert Zweitstimmendeckung im Überhangmandate-Rechner?
Du wählst die Datengrundlage, Regelgröße, Sperrklausel und Grundmandatsklausel und trägst bei eigenen Szenarien je Partei Zweitstimmen und gewonnene Wahlkreise ein.
Die Rechnung folgt mehreren Schritten. Zuerst werden die Sitze nach den Zweitstimmen verteilt. Dafür wird das Sainte-Laguë/Schepers-Verfahren verwendet: Die Zweitstimmen einer Partei werden durch einen Divisor geteilt, das Ergebnis wird gerundet. So entsteht die Sitzverteilung auf die Parteien, die bei der Sperrklausel oder über die Grundmandatsklausel berücksichtigt werden.
Danach werden die Sitze einer Partei auf ihre Landeslisten verteilt. In jedem Land gilt dann: Wahlkreissieger mit Mandat sind die gedeckten Wahlkreise, also höchstens so viele, wie die Partei dort Listensitze hat. In Worten lautet die Kernrechnung: Nimm die gewonnenen Wahlkreise im Land und die Listensitze im Land; die kleinere Zahl ist die Zahl der direkt einziehenden Wahlkreissieger. Die Differenz bleibt ohne Mandat.
Beispiel Baden-Württemberg: Die CDU gewann dort 35 Wahlkreise, hatte aber 29 Sitze über die Landesliste. Gedeckt sind damit 29 Wahlkreise, ohne Mandat bleiben 6. Dasselbe Prinzip erklärt auch die Gesamtzahl der Bundestagswahl 2025: Insgesamt blieben 23 Wahlkreise ohne Mandat, verteilt auf CDU 15, AfD 4, CSU 3 und SPD 1.
Überhangmandate berechnen: Was zeigt der Vergleich mit der Altregel?
Der Vergleich mit der Altregel zeigt, wie stark das frühere System den Bundestag vergrößert hätte. Bei der Bundestagswahl 2025 bleibt das Parlament nach Wahlrecht 2023 bei 630 Sitzen. Nach der früheren Logik mit Überhang und vollem Ausgleich wären es 683 Sitze geworden. Das entspricht einer Vergrößerung um 8,4 %.
Die Ursache liegt in den nicht gedeckten Direktmandaten. Nach alter Logik wären daraus 23 Überhangmandate entstanden. Damit die Sitzanteile der anderen Parteien wieder zum Zweitstimmenergebnis passen, wären zusätzlich 30 Ausgleichsmandate nötig gewesen.
Der Vergleich der Parteien macht den Effekt sichtbar:
| Partei | Wahlrecht 2023 | Altregel |
|---|---|---|
| CDU | 164 | 179 |
| AfD | 152 | 165 |
| SPD | 120 | 130 |
| GRÜNE | 85 | 92 |
| Die Linke | 64 | 69 |
| CSU | 44 | 47 |
| SSW | 1 | 1 |
Wichtig ist: Die Altregel ist hier keine Prognose für das geltende Recht, sondern ein Vergleich. Sie beantwortet die Frage, wie groß das Parlament geworden wäre, wenn Überhangmandate weiterhin behalten und ausgeglichen würden.
Wann bleiben Wahlkreise ohne direkt gewählten Abgeordneten?
Ein Wahlkreis bleibt ohne direkt gewählten Abgeordneten, wenn die Partei im betreffenden Land mehr Wahlkreise gewinnt, als ihr dort nach Zweitstimmen Sitze zustehen. Dann ziehen die erfolgreichsten Wahlkreisbewerber dieser Partei ein, bis die Zahl der gedeckten Sitze erreicht ist. Die übrigen Wahlkreissieger erhalten kein Mandat.
Bei der Bundestagswahl 2025 betraf das mehrere Länder. In Hessen gewann die CDU 20 Wahlkreise, hatte aber 15 Listensitze; ohne Mandat blieben 5. In Rheinland-Pfalz waren es bei der CDU 14 gewonnene Wahlkreise und 11 Listensitze, also 3 ohne Mandat. In Bayern gewann die CSU 47 Wahlkreise, hatte 44 Listensitze und damit 3 nicht gedeckte Wahlkreise.
Auch kleinere Differenzen zählen. In Bremen gewann die SPD 2 Wahlkreise, hatte aber 1 Listensitz; dadurch blieb 1 Wahlkreis ohne Mandat. Bei der AfD gab es Beispiele mit 1 nicht gedeckten Wahlkreis, etwa in Sachsen-Anhalt mit 8 gewonnenen Wahlkreisen und 7 Listensitzen.
Für die politische Einordnung ist entscheidend: Der Wahlkreis verschwindet nicht. Er hat nur keinen direkt gewählten Abgeordneten aus diesem Wahlkreis. Die Partei kann weiterhin über Listenmandate im Parlament vertreten sein, wenn ihr nach Zweitstimmen Sitze zustehen.
Typische Fehler bei Zweitstimmendeckung, Sperrklausel und Grundmandatsklausel
Der häufigste Fehler ist, Erststimmen und Zweitstimmen zu vermischen. Direktmandate entstehen über Wahlkreise, die Sitzanteile der Parteien aber über Zweitstimmen. Eine Partei kann viele Wahlkreise gewinnen und trotzdem nicht alle Wahlkreissieger ins Parlament bringen, wenn die Zweitstimmendeckung fehlt.
Ein zweiter Fehler ist die Annahme, dass unter der Sperrklausel immer keine Sitze entstehen. Das stimmt nicht automatisch, wenn die Grundmandatsklausel gilt. Im Beispiel mit der Linken reichen 4,5 % Zweitstimmen und 3 gewonnene Wahlkreise, damit die Partei berücksichtigt wird. Das Ergebnis sind 33 Sitze, davon 3 gedeckte Wahlkreise und 30 Listenmandate.
Anders sieht es aus, wenn die Grundmandatsklausel nicht greift. In einem Beispiel mit SPD 4 % Zweitstimmen und 3 gewonnenen Wahlkreisen, aber abgeschalteter Grundmandatsklausel, bleiben 3 Wahlkreissieger ohne Mandat. Das Parlament bleibt bei 630 Sitzen.
Achte außerdem auf die Regelgröße. Ein Szenario mit 598 Sitzen kann mehr nicht gedeckte Wahlkreise zeigen als dasselbe Kräfteverhältnis mit größerem Parlament. In einem Beispiel mit 598 Sitzen entstehen 17 Wahlkreise ohne Mandat; nach Altregel wären daraus 17 Überhangmandate und 36 Ausgleichsmandate geworden, zusammen 651 Sitze.
Tabellen zum Nachschlagen
Bundestagswahl 2025: Wahlkreise ohne Abgeordneten nach Ländern
| Land | Partei | Wahlkreise gewonnen | Sitze Landesliste | ohne Mandat |
|---|---|---|---|---|
| Schleswig-Holstein | CDU | 9 | 8 | 1 |
| Hessen | CDU | 20 | 15 | 5 |
| Rheinland-Pfalz | CDU | 14 | 11 | 3 |
| Baden-Württemberg | CDU | 35 | 29 | 6 |
| Brandenburg | AfD | 9 | 8 | 1 |
| Mecklenburg-Vorpommern | AfD | 6 | 5 | 1 |
| Sachsen | AfD | 15 | 14 | 1 |
| Sachsen-Anhalt | AfD | 8 | 7 | 1 |
| Bremen | SPD | 2 | 1 | 1 |
| Bayern | CSU | 47 | 44 | 3 |
Bundestag 2025: Sitze nach neuem Wahlrecht und nach Altregel
| Partei | Sitze 2025 | Wahlkreise | ohne Mandat | Altregel |
|---|---|---|---|---|
| CDU | 164 | 143 | 15 | 179 |
| AfD | 152 | 46 | 4 | 165 |
| SPD | 120 | 45 | 1 | 130 |
| GRÜNE | 85 | 12 | 0 | 92 |
| Die Linke | 64 | 6 | 0 | 69 |
| CSU | 44 | 47 | 3 | 47 |
| SSW | 1 | 0 | 0 | 1 |
Überhangmandate und Ausgleichsmandate seit 1994
| Wahl | Regelgröße | Überhang | Ausgleich | Bundestag |
|---|---|---|---|---|
| 1.994 | 656 | 16 | 0 | 672 |
| 1.998 | 656 | 13 | 0 | 669 |
| 2.002 | 598 | 5 | 0 | 603 |
| 2.005 | 598 | 16 | 0 | 614 |
| 2.009 | 598 | 24 | 0 | 622 |
| 2.013 | 598 | 4 | 29 | 631 |
| 2.017 | 598 | 46 | 65 | 709 |
| 2.021 | 598 | 34 | 104 | 736 |
| 2.025 | 630 | 23 | 0 | 630 |
Beispiele zum Ausprobieren
Häufige Fragen
Gibt es noch Überhangmandate im Bundestag?
Nein, nach dem Wahlrecht 2023 werden Überhangmandate im Bundestag nicht mehr als zusätzliche Sitze vergeben. Der Rechner zeigt sie nur im Vergleich zur Altregel. Bei der Bundestagswahl 2025 wären nach alter Logik 23 Überhangmandate entstanden, das Parlament bleibt nach geltendem Recht aber bei 630 Sitzen.
Was bedeutet Zweitstimmendeckung einfach erklärt?
Zweitstimmendeckung bedeutet, dass ein gewonnener Wahlkreis nur dann zu einem Mandat führt, wenn die Partei dafür genug Sitze aus ihrem Zweitstimmenergebnis hat. Hat sie in einem Land mehr Wahlkreissieger als Listensitze, ziehen nur die gedeckten Wahlkreissieger ein. Die übrigen bleiben ohne Mandat.
Wie viele Wahlkreise blieben 2025 ohne direkt gewählten Abgeordneten?
2025 blieben 23 Wahlkreise ohne direkt gewählten Abgeordneten. Betroffen waren CDU 15, AfD 4, CSU 3 und SPD 1. Das liegt nicht daran, dass diese Wahlkreise nicht gewonnen wurden, sondern daran, dass die jeweiligen Parteien in den Ländern nicht genug Zweitstimmen-Sitze hatten.
Wie groß wäre der Bundestag 2025 nach altem Wahlrecht geworden?
Nach der Altregel wäre der Bundestag 2025 auf 683 Sitze gewachsen. Der Vergleich setzt 23 Überhangmandate und 30 Ausgleichsmandate an. Nach Wahlrecht 2023 passiert diese Vergrößerung nicht; die Sitzzahl bleibt bei 630 Sitzen.
Was ist der Unterschied zwischen Überhangmandaten und Ausgleichsmandaten?
Überhangmandate entstehen nach alter Logik, wenn eine Partei mehr Wahlkreise gewinnt, als ihr nach Zweitstimmen Sitze zustehen. Ausgleichsmandate bekommen andere Parteien, damit die Sitzverteilung wieder zum Zweitstimmenergebnis passt. Im Bundestagsvergleich 2025 wären es 23 Überhangmandate und 30 Ausgleichsmandate gewesen.
Wie wirkt die Grundmandatsklausel bei Parteien unter 5 %?
Mit Grundmandatsklausel kann eine Partei trotz weniger als 5 % berücksichtigt werden, wenn sie 3 Wahlkreise gewinnt. Im Beispiel erreicht die Linke 4,5 % und 3 Wahlkreise. Sie erhält dadurch 33 Sitze, davon 3 gedeckte Wahlkreise und 30 Listenmandate.
Was passiert bei eigenen Szenarien mit sehr vielen Direktmandaten?
Bei vielen Direktmandaten prüft der Rechner, ob die Wahlkreise durch Zweitstimmen-Sitze gedeckt sind. Im Beispiel mit CDU/CSU 28 % und 195 Wahlkreisen bleiben 11 Wahlkreise ohne Mandat. Nach Altregel hätte das 11 Überhangmandate, 26 Ausgleichsmandate und 667 Sitze ergeben.
Kann ich mit dem Überhangmandate-Rechner Landtagswahlen berechnen?
Nur eingeschränkt, denn der Rechner bildet die hier beschriebenen Regeln für Bundestags-Szenarien und den Vergleich zur Altregel ab. Landtagswahlrechte können andere Sperrklauseln, Sitzgrößen, Ausgleichsregeln oder Besonderheiten haben. Für eine grobe Modellrechnung kannst du eigene Werte eingeben, rechtlich verbindlich ist das Ergebnis nicht.
Quellen und Prüfung
- § 1 BWahlG: 630 Abgeordnete und Zweitstimmendeckung - Bundesministerium der Justiz
- § 4 BWahlG: Oberverteilung, Sperrklausel, Grundmandatsklausel (Maßgabe BVerfG) - Bundesministerium der Justiz
- § 6 BWahlG: Vergabe der Sitze an Wahlkreisbewerber - Bundesministerium der Justiz
- Bundestagswahl 2025: Endgültiges Ergebnis - Die Bundeswahlleiterin
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Überhangmandate-Rechner. Rechnerinfo, Stand 23.09.2026. https://rechner-info.de/freizeit/ueberhangmandate-rechner

