Dachrinnen-Rechner

150 m² Dachprojektion ergeben bei 300 l/(s·ha) und C = 1 einen Regenabfluss von 4,5 l/s. Prüfe Teilflächen und Herstellergrößen.

Stand 24.09.2026Von Sebastian Wiercinski

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Nur bei gleichmäßiger Flächenaufteilung; ungleiche Einzugsflächen einzeln prüfen.

300 ist ein eigenes Rechenbeispiel. Den passenden KOSTRA-Wert und die anzuwendende Dauer/Wiederkehrzeit fachlich bestimmen.

Eigener Planwert, kein Herstellerwert. Rinne, Stutzen und Fallrohr einschließlich Einbausituation bestimmen gemeinsam die Leistung.

Erforderlicher Regenabfluss insgesamt4,5 l/s
Regenabfluss je gleich belastetem Ablauf
2,25 l/s
Dachprojektion je Ablauf
75 m²
Flächenorientierung ausschließlich nach Marley-Tabelle
RG 125, DN 105 oder DN 90
Abläufe nach eigener nachgewiesener Strangleistung mindestens
2
Beanspruchung der eingetragenen Strangleistung
75 %
Höhenunterschied im einzelnen Rinnenabschnitt
30 mm
Rinnenstücke je Abschnitt ohne Verbindungszugabe
4
  • Die Marley-Tabelle ordnet nur Dachflächen den konkreten Marley-Produkten zu; sie ist keine universelle DIN-Bemessung und reagiert nicht auf deine Regenspende. RG und DN dürfen nicht als identische hydraulische Innendurchmesser behandelt werden. Die eigene Strangleistung muss zum vollständigen System, den Rohrlängen, Bögen, Einläufen und örtlichen Bedingungen passen. Zusätzliche Abläufe helfen nur bei passender hydraulischer Aufteilung. Notentwässerung und Überflutungsnachweis sind separat zu planen. Rinnenstücke ohne Überlappungs-/Verbindungsabzug gerechnet; Herstellervorgaben ergänzen.
Rechenweg mit deinen Zahlen
  1. 150 m² × 300 l/(s·ha) × 1 / 10.000 = 4.5 l/s.
  2. Auf 2 gleich belastete Abläufe entfallen je 75 m² und 2.25 l/s.
  3. Nach eigener Systemleistung 3 l/s: aufrunden(4.5 / 3) = 2 Abläufe.
  4. Ein Rinnenabschnitt: 10 m × 3 mm/m = 30 mm Höhendifferenz; 4 Lieferstücke à 3 m vor Verbindungszugaben.

Was bedeutet Dachrinne berechnen in der Praxis?

Beim Dachrinne berechnen geht es nicht nur um die sichtbare Rinne am Dachrand. Entscheidend ist, wie viel Regenwasser von der horizontalen Dachprojektion in die Entwässerung gelangt und wie dieser Abfluss auf Rinne, Einlauf, Stutzen und Fallrohr verteilt wird.

Die Eingabe “horizontale Dachprojektion” meint die angeschlossene Fläche in der Draufsicht, nicht die geneigte Dachfläche entlang der Sparren. Bei einem Satteldach werden die angeschlossenen Teilflächen also so betrachtet, wie sie von oben auf den Grundriss fallen. Wenn mehrere Dachflächen in dieselbe Rinne entwässern, gehören sie zusammen in die Rechnung.

Der Rechner kann außerdem nur dann sauber auf mehrere Abläufe aufteilen, wenn diese gleich belastet sind. Sitzt ein Ablauf am Ende einer langen Rinne und ein anderer nahe an einer kleinen Teilfläche, ist die Aufteilung nicht automatisch gleich. Dann prüfst du die Einzugsflächen einzeln.

So funktioniert die Berechnung der Dachrinne

Du gibst Dachprojektion, Anzahl gleich belasteter Abläufe, Bemessungsregenspende, Abflussbeiwert und die nachgewiesene Leistung je vollständigem Ablaufstrang ein; daraus berechnet der Rechner den Regenabfluss und die Belastung je Ablauf.

Die Formel lautet in Worten: Dachprojektion mal Regenspende mal Abflussbeiwert, geteilt durch 10.000. Das Ergebnis ist der erforderliche Regenabfluss in l/s. Danach wird der Abfluss auf die gleich belasteten Abläufe verteilt. Wenn du zusätzlich eine eigene nachgewiesene Strangleistung eingibst, wird daraus die Mindestanzahl der Abläufe abgeleitet.

Beispiel: Bei 150 m² horizontaler Dachprojektion, 300 l/(s·ha) Regenspende und Abflussbeiwert 1 ergibt sich ein erforderlicher Regenabfluss von 4,5 l/s. Bei 2 gleich belasteten Abläufen entfallen 75 m² und 2,25 l/s auf jeden Ablauf. Mit einer nachgewiesenen Leistung von 3 l/s je vollständigem Ablaufstrang werden mindestens 2 Abläufe benötigt. Die eingetragene Strangleistung wird dabei mit 75 % beansprucht.

Wichtig ist das Wort “vollständig”: Die Leistung betrifft nicht nur das Fallrohr. Rinne, Einlauf, Stutzen, Rohrführung, Bögen und die konkrete Einbausituation bestimmen zusammen, ob der Strang den angesetzten Abfluss wirklich schafft.

Welche Dachrinnengröße passt zu welcher Dachfläche?

Die flächenbezogene Marley-Produkttabelle ordnet im Rechner eine Dachfläche einer Rinnen- und Fallrohrgröße zu. Für 150 m² mit 2 gleich belasteten Abläufen liegt die Dachprojektion je Ablauf bei 75 m²; die Orientierung lautet RG 125, DN 105 oder DN 90. Bei 4 gleich belasteten Abläufen und derselben Gesamtfläche sinkt die Dachprojektion je Ablauf auf 37,5 m²; dann erscheint RG 100, DN 70 oder DN 90.

Diese Zuordnung ist aber keine allgemeine hydraulische Bemessung. Sie reagiert nicht auf deine eingegebene Regenspende. Das siehst du gut am Beispiel mit 100 m² und 600 l/(s·ha): Der Regenabfluss beträgt 6 l/s, der einzelne Ablauf müsste ebenfalls 6 l/s aufnehmen. Die flächenbezogene Orientierung bleibt trotzdem RG 125, DN 105 oder DN 90. Gleichzeitig zeigt die Rechnung 200 % Beanspruchung der eingetragenen Strangleistung. In so einem Fall reicht die reine Flächenzuordnung nicht aus.

Auch ein kleines Dach kann deshalb eine größere oder anders aufgeteilte Entwässerung brauchen. Bei 60 m², 300 l/(s·ha) und Abflussbeiwert 0,8 entstehen 1,44 l/s. Die Beanspruchung liegt bei 48 %. Das wirkt unkritisch, gilt aber nur für die eingetragenen Annahmen und den vollständigen Ablaufstrang.

Wie viele Abläufe und Fallrohre brauchst du?

Die Anzahl der Abläufe hängt zuerst vom Gesamtabfluss und von der nachgewiesenen Leistung je Ablaufstrang ab. Bei 180 m², 300 l/(s·ha), Abflussbeiwert 1 und 2 gleich belasteten Abläufen beträgt der Gesamtabfluss 5,4 l/s. Je Ablauf sind es 2,7 l/s, die Beanspruchung der eingetragenen Strangleistung liegt bei 90 %. Die Rechnung bleibt bei mindestens 2 Abläufen.

Bei größerer Fläche kippt das schnell. Für 250 m² und 4 gleich belastete Abläufe entstehen insgesamt 7,5 l/s. Pro Ablauf sind es 1,875 l/s, weil die Fläche verteilt wird. Nach eigener nachgewiesener Strangleistung von 3 l/s werden aber mindestens 3 Abläufe benötigt. Das zeigt den Unterschied zwischen geplanter Aufteilung und rechnerischer Mindestanzahl nach Leistung.

Noch deutlicher wird es bei 300 m², 3 Abläufen und 350 l/(s·ha). Der Gesamtabfluss beträgt 10,5 l/s, je Ablauf 3,5 l/s. Die eingetragene Strangleistung wird mit 116,67 % beansprucht, die Rechnung fordert mindestens 4 Abläufe. Zusätzliche Abläufe helfen aber nur, wenn die Rinnenführung das Wasser auch passend auf diese Abläufe verteilt.

Gefälle, Rinnenlänge und Lieferstücke richtig einordnen

Neben dem Wasserabfluss zeigt die Rechnung auch praktische Größen für die Montageplanung. Bei 10 m Rinnenlänge je einzeln geneigtem Abschnitt und 3 mm/m geplantem Höhenunterschied ergibt sich ein Höhenunterschied von 30 mm. Bei einer Lieferlänge von 3 m sind das 4 Rinnenstücke je Abschnitt ohne Verbindungszugabe.

Wenn der einzelne Abschnitt 14 m lang ist, bleibt der Regenabfluss im Beispiel mit 150 m² gleich, aber der Höhenunterschied steigt auf 42 mm. Außerdem werden 5 Rinnenstücke je Abschnitt ohne Verbindungszugabe angesetzt. Bei 12 m Rinnenlänge und 2 mm/m Gefälle beträgt der Höhenunterschied 24 mm; die Stückzahl bleibt bei 4.

Diese Werte ersetzen keine Herstellervorgaben für Überlappungen, Verbinder, Dehnungsausgleich und Befestigung. Die Stückzahl ist ohne Verbindungszugabe gerechnet. Plane also nicht so knapp, dass jeder Schnitt und jede Verbindung exakt aufgehen muss.

Typische Fehler beim Dachrinne berechnen

Ein häufiger Fehler ist, RG und DN wie identische hydraulische Innendurchmesser zu behandeln. RG beschreibt die Rinne, DN das Rohr. Beide Angaben gehören zusammen, sind aber nicht dasselbe.

Typische Punkte, die du prüfen solltest:

  • Verwende die horizontale Dachprojektion, nicht die geneigte Dachfläche.
  • Teile nur dann gleichmäßig auf, wenn die Abläufe wirklich gleich belastet sind.
  • Setze die Regenspende standortbezogen an; 300 l/(s·ha) ist nur ein Rechenbeispiel.
  • Betrachte die Leistung des vollständigen Ablaufstrangs, nicht nur ein einzelnes Rohr.
  • Prüfe bei hoher Beanspruchung die Dimensionierung neu, statt nur weitere Fallrohre einzuzeichnen.
  • Plane Notentwässerung und Überflutungsnachweis separat, wenn das für dein Dach relevant ist.

Wenn eine Rechnung eine Beanspruchung über der eingetragenen Strangleistung zeigt, ist das kein kleiner Schönheitsfehler. Bei 200 m², 2 Abläufen und 2,5 l/s nachgewiesener Strangleistung entstehen 6 l/s insgesamt und 3 l/s je Ablauf. Die Beanspruchung liegt bei 120 %, und die Rechnung fordert mindestens 3 Abläufe.

Tabellen zum Nachschlagen

Dachrinnen: Regenabfluss für 25 bis 200 m² Dachfläche

Eigene Regenspende 300 l/(s·ha), C = 1, zwei gleiche Abläufe. Keine feste Rohrgrößenfreigabe.
Projektion m²Gesamt l/sJe Ablauf l/s
250,750,375
501,50,75
752,251,125
10031,5
1504,52,25
20063

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Dachrinnen-Rechner: 150 m² horizontale Dachprojektion ergeben bei 300 l/(s·ha) und Abflussbeiwert 1 einen Regenabfluss von 4,5 l/s. Bei zwei gleich belasteten Abläufen sind es 2,25 l/s je Ablauf; Rinne, Einlauf und Fallrohr müssen gemeinsam darauf ausgelegt sein.
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Dachrinnen: Regenabfluss für 25 bis 200 m² Dachfläche (Tabelle)
Dachrinnen: Regenabfluss für 25 bis 200 m² Dachfläche
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Häufige Fragen

Wie berechne ich die Dachrinne?

Du berechnest den Regenabfluss über Dachprojektion × Regenspende × Abflussbeiwert ÷ 10.000. Bei 150 m², 300 l/(s·ha) und Abflussbeiwert 1 ergibt das 4,5 l/s. Danach verteilst du den Abfluss auf die gleich belasteten Abläufe und prüfst, ob der vollständige Ablaufstrang diese Menge schafft.

Welche Dachrinnengröße bei 120 m² Dachfläche?

Bei 120 m², 2 gleich belasteten Abläufen und 300 l/(s·ha) beträgt der Gesamtabfluss 3,6 l/s. Je Ablauf sind es 1,8 l/s und 60 m² Dachprojektion. Die flächenbezogene Orientierung lautet RG 125, DN 105 oder DN 90; sie ersetzt keine vollständige hydraulische Prüfung.

Wie viele Fallrohre bei 180 m² Dachfläche?

Bei 180 m², 300 l/(s·ha), Abflussbeiwert 1 und 2 gleich belasteten Abläufen ergibt die Rechnung 5,4 l/s insgesamt. Je Ablauf fallen 2,7 l/s an. Mit 3 l/s nachgewiesener Strangleistung bleiben mindestens 2 Abläufe rechnerisch passend, die Beanspruchung liegt bei 90 %.

Was bedeutet Regenspende beim Dachrinne berechnen?

Die Regenspende beschreibt, wie stark der Bemessungsregen am Standort angesetzt wird. Im Beispiel mit 100 m² und 600 l/(s·ha) entstehen 6 l/s. Mit 500 l/(s·ha) und 100 m² entstehen 5 l/s. Den passenden KOSTRA-Wert und die anzuwendende Dauer bestimmst du fachlich.

Wann reicht ein Ablauf für eine Dachrinne?

Ein Ablauf reicht in der Rechnung, wenn der Abfluss je Ablauf innerhalb der nachgewiesenen Strangleistung liegt. Bei 75 m², 250 l/(s·ha), Abflussbeiwert 1 und 1 Ablauf entstehen 1,875 l/s. Bei 3 l/s Strangleistung zeigt die Rechnung mindestens 1 Ablauf und 62,5 % Beanspruchung.

Was passiert bei zu kleiner Strangleistung?

Bei zu kleiner Strangleistung steigt die Beanspruchung über den nachgewiesenen Wert. Bei 200 m², 2 Abläufen und 2,5 l/s Strangleistung entstehen 6 l/s insgesamt und 3 l/s je Ablauf. Die Beanspruchung liegt bei 120 %, deshalb fordert die Rechnung mindestens 3 Abläufe.

Wie wirkt sich das Gefälle der Dachrinne aus?

Das Gefälle ändert in dieser Rechnung den Höhenunterschied des Rinnenabschnitts. Bei 12 m Rinnenlänge und 2 mm/m ergibt sich 24 mm Höhenunterschied. Bei 10 m und 3 mm/m sind es 30 mm. Die hydraulische Leistungsfähigkeit des Systems musst du passend zum kompletten Einbau prüfen.

Warum ist die flächenbezogene Dachrinnengröße nicht immer ausreichend?

Die flächenbezogene Größe berücksichtigt nicht deine Regenspende. Bei 100 m², einem Ablauf und 600 l/(s·ha) zeigt die Marley-Orientierung RG 125, DN 105 oder DN 90, der Abfluss liegt aber bei 6 l/s. Mit 3 l/s Strangleistung ergibt sich 200 % Beanspruchung. Dann muss die Entwässerung fachlich neu dimensioniert werden.

Quellen und Prüfung

Erstellt von
Sebastian Wiercinski, Herausgeber
Stand
24.09.2026
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