Regenwasser-Abfluss-Rechner
100 m² Dach bei 300 l/(s·ha) und Abflussbeiwert 1 ergeben 3 l/s. Rechne Teilflächen, Schrägdach-Projektion und zusätzliche Notentwässerung.
- Abfluss je Minute
- 324 l/min
- Horizontale Anschlussfläche
- 180 m²
- Mit C gewichtete Abflussfläche
- 180 m²
- Abflussvolumen bei 5 Minuten gleichbleibendem Regen
- 1.620 l
- Jahrhundertregen ohne Rückhalteansatz
- 10,8 l/s
- Zusätzlich erforderlicher Notabfluss im Modell
- 5,4 l/s
- Haupt-Ablaufwege nach eingegebener Leistung
- 2
- Notabläufe nach eingegebener Leistung
- 2
- Rechnerische Auslastung vorhandener Hauptwege
- 90 %
- Vorbemessung, kein vollständiger Entwässerungsnachweis. Keine pauschalen Landesregenwerte oder DN-Empfehlungen. Leistungsdaten müssen Rinnenlänge, Ecken, Einlauf, Fallrohr, Anstauhöhe und Hindernisse berücksichtigen. Rechnerisch gleichmäßige Verteilung auf Abläufe ersetzt keine Prüfung der tatsächlichen Fließwege.
- Die Notentwässerungsrechnung setzt unabhängige Entwässerung des Jahrhundertregens voraus und rechnet dort ohne Rückhaltewirkung. Sonderdächer, Retention, Wind-/Wandflächen und statischer Überflutungsnachweis sind nicht erfasst.
Angeschlossene Teilflächen
| Teilfläche | Horizontal | C | Abfluss |
|---|---|---|---|
| Dachfläche | 180 m² | 1 | 5,4 l/s |
Rechenweg mit deinen Zahlen
- Horizontale Fläche 180 m², gewichtete Abflussfläche 180 m².
- 300 × 180 / 10.000 = 5,4 l/s.
- Jahrhundertregen ohne Rückhalteansatz 10,8 l/s, zusätzliche Notentwässerung 5,4 l/s.
Wie kannst du die Dachentwässerung berechnen?
Für die Dachentwässerung brauchst du drei Größen: die angeschlossene Dachfläche, die Standort-Regenspende und den Spitzenabflussbeiwert C. Daraus ergibt sich der Regenwasser-Abfluss in l/s. Dieser Wert sagt dir, welche Wassermenge der betrachtete Ablaufweg während des Bemessungsregens abführen muss.
Der Rechner unterscheidet zwischen horizontaler Dachfläche, gemessener Schrägfläche und mehreren Teilflächen. Trage die Fläche ein, wähle die passende Flächenbasis und ergänze Regenspende, Abflussbeiwert sowie die nachgewiesene Leistung deiner Ablaufwege.
Wichtig ist die horizontale Anschlussfläche. Wenn du die Dachfläche bereits im Grundriss kennst, verwendest du sie direkt. Wenn du dagegen eine gemessene Schrägfläche eingibst, wird daraus die horizontale Anschlussfläche abgeleitet. Bei einem geneigten Dach mit 180 m² gemessener Schrägfläche und 25 ° Neigung werden im Beispiel 163,1354 m² horizontale Anschlussfläche angesetzt. Der Abfluss liegt dann bei 4,894 l/s statt 5,400 l/s bei 180 m² horizontaler Fläche.
Für Anbau, Carport oder Gaube rechnest du am saubersten mit Teilflächen, wenn sie an denselben Entwässerungsweg angeschlossen sind. Das hilft besonders, wenn unterschiedliche Dachaufbauten zusammenkommen, etwa Hauptdach und Gründach.
Soweit nicht anders angegeben verwenden die Beispiele r(5,5) = 300 und r(5,100) = 600 l/(s·ha), C = 1 und 3 l/s nachgewiesene Leistung je Ablaufweg. Für Gründach-Teilflächen wird lediglich beispielhaft C = 0,5 angesetzt. Jeder Tiefpunkt braucht seinen eigenen Entwässerungsnachweis; eine Summenkapazität allein genügt nicht.
So funktioniert die Rechnung beim Regenwasser-Abfluss berechnen
Die Rechnung lautet in Worten: Standort-Regenspende mal wirksame Abflussfläche, geteilt durch 10.000. Die wirksame Abflussfläche ist die horizontale Dachfläche, gewichtet mit dem Spitzenabflussbeiwert C. Bei mehreren Teilflächen wird jede Fläche zuerst mit ihrem C-Wert gewichtet, danach werden die wirksamen Flächen addiert.
Beispiel mit 180 m² horizontaler Dachfläche, C = 1 und 300 l/(s·ha): Die gewichtete Abflussfläche bleibt 180 m². Daraus ergibt sich 300 × 180 / 10.000 = 5,4 l/s. Im Ergebnis wird der Bemessungsabfluss als 5,400 l/s angezeigt. Umgerechnet auf die Minute sind das 324 l/min. Bei 5 Minuten gleichbleibendem Regen entspricht das einem Abflussvolumen von 1.620 l.
Für die Notentwässerung wird im Modell zusätzlich der Starkregenwert r(5,100) betrachtet. Im selben Beispiel ergibt der Jahrhundertregen ohne Rückhalteansatz 10,8 l/s. Der zusätzliche Notabfluss beträgt 5,4 l/s. Wenn ein Notablauf mit 3 l/s angesetzt ist, werden dafür 2 Notabläufe ausgewiesen.
Der Unterschied zwischen Hauptentwässerung und Notentwässerung ist dabei wichtig: Die Hauptentwässerung wird mit r(5,5) berechnet. Die zusätzliche Notentwässerung orientiert sich am größeren Starkregenfall und am bereits über die Hauptentwässerung angesetzten Abfluss.
Welche Werte beeinflussen den Dachabfluss am stärksten?
Der Abfluss steigt mit der Regenspende, mit der Fläche und mit dem Abflussbeiwert. Bei 120 m², 300 l/(s·ha) und C = 1 ergibt sich ein Abfluss von 3,600 l/s. Bei 250 m² und 400 l/(s·ha) steigt der Abfluss auf 10,000 l/s. Bei 500 m² und 450 l/(s·ha) liegt er bei 22,500 l/s.
Der Abflussbeiwert C verändert die wirksame Fläche. Bei 75 m² und C = 0,8 werden 60 m² als gewichtete Abflussfläche angesetzt. Der Abfluss beträgt 1,800 l/s, das Abflussvolumen bei 5 Minuten gleichbleibendem Regen 540 l. Bei 300 m², C = 0,6 und 350 l/(s·ha) werden 180 m² wirksam, der Abfluss liegt bei 6,300 l/s.
Bei Gründächern solltest du C nicht pauschal wählen. Der passende Wert hängt vom Dachaufbau und von Herstellerangaben ab. Das sieht man am Beispiel mit 100 m² Hauptdach und 80 m² Gründach: Die horizontale Anschlussfläche beträgt 180 m², die gewichtete Abflussfläche aber nur 140 m². Daraus entstehen 4,200 l/s Hauptabfluss. Gleichzeitig bleibt für den Jahrhundertregen ohne Rückhalteansatz die volle horizontale Fläche relevant, hier 10,8 l/s. Der zusätzliche Notabfluss beträgt dadurch 6,6 l/s.
Ein Vergleich mit jeweils C = 1 und 300 l/(s·ha):
| Dachfläche | Hauptabfluss | 5-Minuten-Hauptabfluss |
|---|---|---|
| 50 m² | 1,5 l/s | 450 l |
| 100 m² | 3 l/s | 900 l |
| 180 m² | 5,4 l/s | 1.620 l |
| 500 m² | 15 l/s | 4.500 l |
Wie setzt du die Ergebnisse für Rinne, Ablauf und Fallrohr ein?
Der Rechner liefert dir keinen Rohrdurchmesser und keine pauschale Empfehlung für eine Dachrinne. Er zeigt dir zuerst die Wassermenge, die der jeweilige Ablaufweg schaffen muss. Danach vergleichst du diese Menge mit der nachgewiesenen Leistung von Rinne, Einlauf und Rohr. Maßgebend ist die kleinste wirksame Leistung im Strang, einschließlich möglicher Abschläge.
Im Beispiel mit 180 m², 300 l/(s·ha), C = 1 und 2 vorhandenen Haupt-Ablaufwegen zu je 3 l/s beträgt der Hauptabfluss 5,400 l/s. Die rechnerische Auslastung liegt bei 90 %. Der Rechner weist 2 Haupt-Ablaufwege nach eingegebener Leistung aus.
Wenn die Regenspende oder die Fläche größer wird, reichen dieselben Ablaufwege oft nicht mehr. Bei 250 m² und 400 l/(s·ha) entstehen 10,000 l/s Hauptabfluss. Bei 3 l/s je Haupt-Ablaufweg werden 4 Haupt-Ablaufwege ausgewiesen, die Auslastung der vorhandenen 2 Wege liegt bei 166,67 %. Bei 900 m² und 3 l/s je Ablauf entstehen 27,000 l/s, daraus werden 9 Haupt-Ablaufwege.
Bei großen Flächen wird die Modellrechnung besonders deutlich: 2.000 m² mit 600 l/(s·ha) ergeben 120,000 l/s und 7.200 l/min. Das zeigt, warum eine einzelne pauschale Angabe wie „ein Fallrohr reicht für diese Dachgröße“ nicht belastbar ist. Du brauchst immer die Kombination aus Standortregen, Fläche, Dachaufbau und nachgewiesener Ablaufleistung.
Typische Fehler beim Dachabfluss berechnen
Ein häufiger Fehler ist die falsche Fläche. Wenn du die horizontale Dachfläche im Grundriss verwendest, darfst du sie nicht noch einmal wegen der Dachneigung korrigieren. Die Korrektur gehört nur zur gemessenen Schrägfläche. Im Beispiel mit 160 m² Schrägfläche und 30 ° Neigung werden 138,5641 m² horizontale Anschlussfläche angesetzt. Der Abfluss beträgt 4,157 l/s.
Der zweite Fehler ist ein zu grober Regenspende-Wert. 300 l/(s·ha) ist nur ein Beispielwert, kein Standortwert für jedes Gebäude. Für eine belastbare Planung brauchst du den passenden Rasterwert für den Standort. Sonst passt die rechnerische Ablaufleistung möglicherweise nicht zum tatsächlichen Starkregenrisiko am Gebäude.
Der dritte Fehler ist ein zu optimistischer C-Wert. Besonders bei begrünten oder gedrosselten Dachaufbauten solltest du nicht mit einer allgemeinen Annahme arbeiten. Nutze die Angabe, die zum Aufbau passt. Wenn mehrere Dachflächen verschieden aufgebaut sind, gib sie getrennt ein.
Der vierte Fehler ist die Gleichsetzung von Rechnergebnis und fertiger Dimensionierung. Die Berechnung zeigt Abfluss und rechnerisch nötige Ablaufwege nach der eingegebenen Leistung. Sie bildet aber keine komplette hydraulische Planung ab. Gefälle, Einlaufgeometrie, Verstopfungsrisiken, Leitungsführung und die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Bauteile müssen zum Gebäude passen.
Tabellen zum Nachschlagen
Regenabfluss von 50 bis 500 m² Dachfläche
| Beispiel | Hauptabfluss | Zusätzlicher Notabfluss | 5-Minuten-Hauptabfluss |
|---|---|---|---|
| 50 m² | 1,5 l/s | 1,5 l/s | 450 l |
| 100 m² | 3 l/s | 3 l/s | 900 l |
| 150 m² | 4,5 l/s | 4,5 l/s | 1.350 l |
| 180 m² | 5,4 l/s | 5,4 l/s | 1.620 l |
| 200 m² | 6 l/s | 6 l/s | 1.800 l |
| 300 m² | 9 l/s | 9 l/s | 2.700 l |
| 500 m² | 15 l/s | 15 l/s | 4.500 l |
Beispiele zum Ausprobieren
Häufige Fragen
Wie berechnet man den Regenwasser-Abfluss von einer Dachfläche?
Du berechnest den Regenwasser-Abfluss mit Regenspende mal wirksame Abflussfläche geteilt durch 10.000. Bei 180 m², C = 1 und 300 l/(s·ha) ergibt die Rechnung 5,400 l/s. Die wirksame Fläche ist die horizontale Dachfläche, gewichtet mit dem Abflussbeiwert.
Wie hoch ist der Abfluss bei 120 m² Dachfläche?
Bei 120 m², 300 l/(s·ha) und C = 1 beträgt der Abfluss 3,600 l/s. Das entspricht 216 l/min. Für 5 Minuten gleichbleibenden Regen ergibt sich ein Abflussvolumen von 1.080 l.
Was bedeutet der Abflussbeiwert C bei der Dachentwässerung?
Der Abflussbeiwert C gewichtet die Dachfläche nach ihrem Abflussverhalten. Bei 75 m² und C = 0,8 werden 60 m² als wirksame Abflussfläche gerechnet. Daraus entstehen bei 300 l/(s·ha) 1,800 l/s.
Wie rechne ich mehrere Dachflächen gemeinsam?
Mehrere Dachflächen rechnest du, indem du jede Teilfläche mit ihrem eigenen Abflussbeiwert gewichtest und die wirksamen Flächen addierst. Bei 100 m² Hauptdach mit C = 1 und 50 m² Gründach mit beispielhaft C = 0,5 sowie 300 l/(s·ha) ergeben sich 150 m² horizontale Anschlussfläche, 125 m² gewichtete Abflussfläche und 3,750 l/s.
Wie wirkt sich eine schräge Dachfläche auf den Abfluss aus?
Bei einer gemessenen Schrägfläche wird zuerst die horizontale Anschlussfläche bestimmt. Bei 160 m² Schrägfläche und 30 ° Neigung sind das 138,5641 m². Daraus ergibt sich bei 300 l/(s·ha) und C = 1 ein Abfluss von 4,157 l/s.
Wie viele Haupt-Ablaufwege brauche ich für 900 m² Dachfläche?
Bei 900 m², 300 l/(s·ha), C = 1 und 3 l/s je Ablauf brauchst du rechnerisch 9 Haupt-Ablaufwege. Der Hauptabfluss beträgt 27,000 l/s. Zusätzlich zeigt die Rechnung 27 l/s erforderlichen Notabfluss im Modell.
Warum kann die Auslastung über 100 % liegen?
Eine Auslastung über 100 % bedeutet, dass die vorhandenen Haupt-Ablaufwege nach deiner eingegebenen Leistung rechnerisch nicht ausreichen. Bei 250 m² und 400 l/(s·ha) entstehen 10,000 l/s, mit 2 vorhandenen Wegen zu je 3 l/s liegt die Auslastung bei 166,67 %.
Ersetzt die Rechnung die Dimensionierung von Dachrinne und Fallrohr?
Nein, die Rechnung ersetzt keine vollständige Dimensionierung von Rinne, Einlauf und Fallrohr. Sie liefert den Abfluss und die rechnerische Anzahl von Ablaufwegen anhand deiner Leistungsangaben. Die tatsächliche Bauteilleistung, Leitungsführung und Einbausituation musst du zusätzlich prüfen.
Quellen und Prüfung
- Standortbezogene Starkniederschläge KOSTRA-DWD - Deutscher Wetterdienst
- Flachdachentwässerung: Regel- und Notentwässerung - ACO Haustechnik
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Regenwasser-Abfluss-Rechner. Rechner-info.de, Stand 24.09.2026. https://rechner-info.de/bauen/regenwasser-abfluss-rechner

