Verdunstungskühlung berechnen

Berechne die Ausblastemperatur aus Luftfeuchte, Temperatur und Wirkungsgrad. Bei 100 % Feuchte bleibt keine ideale Verdunstungskühlung mehr.

Stand 24.09.2026Quelle: WMOVon Sebastian Wiercinski

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Nicht den auf Meereshöhe reduzierten Wetterkarten-Luftdruck verwenden.

Eigener Hersteller- oder Messwert, kein garantierter Raumkühleffekt.

Modellierte Ausblastemperatur25,71 °C
Ideale Kühlgrenze: Feuchtkugeltemperatur
23,87 °C
Maximaler idealisierter Temperaturabstand
6,13 K
Temperaturabnahme am Luftauslass
4,29 K
  • Der Luftstrom wird feuchter. Ausblastemperatur ist keine Raumtemperaturprognose; Lüftung, Wärmequellen und Gerätedaten fehlen.
Rechenweg mit deinen Zahlen
  1. Aus 30,0 °C, 60,0 % Feuchte und 1.013,3 hPa folgt die Feuchtkugeltemperatur 23,87 °C.
  2. Der maximal verfügbare Abstand beträgt 6,13 K; der berechnete Temperaturabstand beträgt 4,29 K.

Was berechnet die Verdunstungskühlung?

Verdunstungskühlung nutzt die Energie, die Wasser beim Verdunsten aus der Luft aufnimmt. Dadurch sinkt die Temperatur der Luft, gleichzeitig steigt ihre Feuchte. Der Rechner schätzt deshalb nicht die Raumtemperatur, sondern die modellierte Ausblastemperatur eines direkten Verdunstungskühlers.

Du gibst trockene Lufttemperatur, relative Luftfeuchtigkeit, örtlichen Stationsdruck und Sättigungswirkungsgrad ein; daraus ergibt sich die mögliche Abkühlung am Luftauslass.

Soweit nicht anders genannt, gelten in den Beispielen 1.013,25 hPa und 70 % Sättigungswirkungsgrad als Modellannahmen.

Wie funktioniert die Rechnung bei Verdunstungskühlung?

Die Rechnung läuft in zwei Schritten. Zuerst wird aus Lufttemperatur, relativer Feuchte und Stationsdruck die Feuchtkugeltemperatur bestimmt. Sie ist die rechnerische Kühlgrenze. Danach gilt in Worten: Ausblastemperatur ist trockene Lufttemperatur minus Sättigungswirkungsgrad mal Abstand zwischen trockener Lufttemperatur und Feuchtkugeltemperatur.

Beispiel: Bei 30 °C, 60 % relativer Feuchte, 1.013,25 hPa und 70 % Wirkungsgrad liegt die Feuchtkugeltemperatur bei 23,87 °C. Der maximal verfügbare Abstand beträgt 6,13 K. Mit dem Wirkungsgrad wird daraus eine Temperaturabnahme von 4,29 K. Die modellierte Ausblastemperatur beträgt 25,71 °C.

Warum kühlt Verdunstungskühlung bei schwüler Luft schlechter?

Je feuchter die Luft schon ist, desto weniger Wasser kann zusätzlich verdunsten. Genau deshalb rückt die Feuchtkugeltemperatur näher an die normale Lufttemperatur heran. Der Abstand, aus dem der Kühler seine Wirkung holt, wird kleiner.

Das sieht man deutlich bei 30 °C: Bei 60 % relativer Feuchte ergibt sich eine Temperaturabnahme von 4,29 K. Bei 90 % relativer Feuchte sind es nur 0,98 K, die modellierte Ausblastemperatur liegt dann bei 29,02 °C. Bei 25 °C und 100 % relativer Feuchte fallen Feuchtkugeltemperatur und Lufttemperatur zusammen; die Temperaturabnahme beträgt 0,00 K.

Wann bringt Verdunstungskühlung besonders viel?

Trockene Luft bietet den größten Spielraum. Bei 35 °C und 20 % relativer Feuchte liegt die Feuchtkugeltemperatur bei 19,01 °C. Mit 70 % Wirkungsgrad ergibt sich eine modellierte Ausblastemperatur von 23,81 °C und eine Temperaturabnahme von 11,19 K.

Noch stärker zeigt sich der Effekt bei 38 °C, 15 % relativer Feuchte, 1.020 hPa und 75 % Wirkungsgrad: Die Rechnung ergibt 24,05 °C am Auslass und 13,95 K Abkühlung. Solche Werte beschreiben den Luftstrom am Gerät, nicht automatisch die gefühlte Temperatur im ganzen Raum.

Typische Fehler bei der Verdunstungskühlung

Achte auf diese Punkte, damit die Rechnung sinnvoll bleibt:

  • Verwende den örtlichen Stationsdruck, nicht den auf Meereshöhe umgerechneten Wetterkarten-Luftdruck.
  • Setze den Sättigungswirkungsgrad als Geräte- oder Messwert ein. Er ist kein garantierter Raumkühleffekt.
  • Verwechsle Ausblastemperatur nicht mit Raumtemperatur. Möbel, Wände, Luftwechsel und Sonneneinstrahlung sind in dieser Modellrechnung nicht enthalten.
  • Plane bei feuchter Luft keine große Abkühlung ein. Bei 25 °C und 80 % relativer Feuchte ergibt sich nur 1,82 K Temperaturabnahme.
  • Ein nasses Tuch vor dem Ventilator folgt demselben Prinzip, erhöht aber ebenfalls die Luftfeuchte im Raum.

Tabellen zum Nachschlagen

Verdunstungskühlung: Ausblastemperaturen bei 20 bis 40 °C

Assmann-Modell bei 1013,25 hPa. Ausblastemperatur bei angenommenen 70 % Sättigungswirkungsgrad.
Lufttemperatur °C30 % rF: °C60 % rF: °C90 % rF: °C
2013,6516,6319,21
2517,6521,1624,11
3021,6525,7129,02
3525,6530,2733,93
4029,6734,8538,85

Beispiele zum Ausprobieren

Grafiken: Verdunstungskühlung berechnen

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Verdunstungskühlung berechnen: Bei gesättigter Luft mit 100 % relativer Feuchte kann ein direkter Verdunstungskühler im idealisierten Modell nicht weiter abkühlen. Bei trockener Luft begrenzt die Feuchtkugeltemperatur die Kühlung.
Auf einen Blick
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Verdunstungskühlung: Ausblastemperaturen bei 20 bis 40 °C (Tabelle)
Verdunstungskühlung: Ausblastemperaturen bei 20 bis 40 °C
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Häufige Fragen

Wie stark kühlt Verdunstungskühlung bei 30 °C?

Bei 30 °C, 60 % relativer Feuchte, 1.013,25 hPa und 70 % Wirkungsgrad ergibt die Rechnung 25,71 °C Ausblastemperatur. Die Temperaturabnahme beträgt 4,29 K. Bei feuchterer Luft fällt der Effekt deutlich kleiner aus, weil die Feuchtkugeltemperatur näher an der Lufttemperatur liegt.

Wie viele Grad schafft ein Verdunstungskühler bei 35 °C und 30 % Luftfeuchtigkeit?

Bei 35 °C, 30 % relativer Feuchte, 1.013,25 hPa und 80 % Wirkungsgrad liegt die modellierte Ausblastemperatur bei 24,32 °C. Die Temperaturabnahme beträgt 10,68 K. Die ideale Kühlgrenze liegt bei 21,65 °C, wird mit diesem Wirkungsgrad aber nicht erreicht.

Warum funktioniert Verdunstungskühlung bei 90 % Luftfeuchtigkeit kaum?

Bei 30 °C, 90 % relativer Feuchte, 1.013,25 hPa und 70 % Wirkungsgrad beträgt die Temperaturabnahme nur 0,98 K. Die Feuchtkugeltemperatur liegt bei 28,60 °C, also nahe an der Lufttemperatur. Es bleibt nur ein maximaler idealisierter Temperaturabstand von 1,40 K, deshalb kann kaum zusätzliche Verdunstungskühlung entstehen.

Was ist die Feuchtkugeltemperatur bei Verdunstungskühlung?

Die Feuchtkugeltemperatur ist die rechnerische Untergrenze, bis zu der direkte Verdunstungskühlung im idealisierten Luftstrom kommen kann. Bei 40 °C, 20 % relativer Feuchte und 1.013,25 hPa liegt sie bei 22,20 °C. Mit 100 % Wirkungsgrad entspricht die Ausblastemperatur genau dieser Kühlgrenze.

Erhöht ein Verdunstungskühler die Luftfeuchtigkeit im Raum?

Ja, direkte Verdunstungskühlung erhöht die Luftfeuchtigkeit, weil Wasser in die Luft übergeht. Das ist der Grund für die Abkühlung. Mit zunehmender Feuchte wird der thermische Spielraum kleiner. Bei 25 °C, 80 % relativer Feuchte, 1.013,25 hPa und 70 % Wirkungsgrad bleiben 1,82 K Temperaturabnahme.

Quellen und Prüfung

Erstellt von
Sebastian Wiercinski, Herausgeber
Stand
24.09.2026
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