Schimmelrisiko berechnen

21 °C und 60 % Raumfeuchte erreichen an einer 16,4 °C kalten Wand etwa 80 %. Prüfe Oberflächenfeuchte, Tauwasser und Feuchteziel mit Tabelle.

Stand 24.09.2026Quelle: UmweltbundesamtVon Sebastian Wiercinski

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An der betroffenen Stelle messen. Wärmebrücken und verdeckte Flächen können kälter sein.

Rechnerische Feuchte an der Oberfläche82,0 %
Einordnung der Feuchte
Hohe Oberflächenfeuchte
Taupunkttemperatur
12,94 °C
Oberflächentemperatur bei 80 % Feuchte
16,40 °C
Oberflächentemperatur bei 70 % Feuchte
18,51 °C
Maximale Raumfeuchte bis 80 % an dieser Oberfläche
58,5 %
Maximale Raumfeuchte bis 70 % an dieser Oberfläche
51,2 %
Wandtemperatur minus 80-%-Temperatur
-0,40 K
  • Eine Momentmessung schließt Schimmel nicht aus. Dauer, Materialfeuchte, Leckagen und verdeckte Wärmebrücken werden nicht erfasst.
Rechenweg mit deinen Zahlen
  1. Der Dampfdruck im Raum beträgt 14,89 hPa.
  2. An der 16,0 °C kalten Oberfläche ergibt das 82,0 % relative Feuchte.
  3. Die 80-%-Marke liegt bei 16,40 °C; die aktuelle Wand ist -0,40 K davon entfernt.

Ab welcher Luftfeuchtigkeit Schimmel an der Wand begünstigt wird

Die Raumluftfeuchte allein beantwortet die Frage nur teilweise. Entscheidend ist, wie feucht die Luft direkt an der kältesten Oberfläche wird. Eine Wand, Ecke oder Fensterlaibung kann deutlich kühler sein als die Raumluft. Dadurch steigt dort die relative Feuchte, obwohl dein Hygrometer mitten im Raum noch einen unauffälligen Wert zeigt.

Ein typisches Beispiel: Bei 21 °C Raumtemperatur, 60 % relativer Feuchte und 16 °C Wandtemperatur ergeben sich an der Oberfläche 82,0 %. Das wird als hohe Oberflächenfeuchte eingeordnet. Die Taupunkttemperatur liegt in dieser Rechnung bei 12,94 °C. Tauwasser liegt damit noch nicht direkt vor, aber die Oberfläche ist bereits im Bereich, der bei längerer Dauer problematisch werden kann.

Darum ist die bessere Frage nicht nur: “Ab welcher Luftfeuchtigkeit Schimmel?” Sondern: Welche Raumfeuchte passt noch zur kältesten Stelle im Raum? Im Beispiel wären an dieser Oberfläche bis zur 80-%-Marke maximal 58,5 % Raumfeuchte möglich, bis zur 70-%-Marke maximal 51,2 %. Schon dieser Vergleich zeigt: Ein kleiner Unterschied bei Raumfeuchte oder Wandtemperatur kann die Einordnung ändern.

So funktioniert die Berechnung der Oberflächenfeuchte

Trage Raumtemperatur, relative Feuchte und die kälteste gemessene Oberflächentemperatur ein.

Der Rechner bestimmt zuerst den Wasserdampfgehalt der Raumluft über den Dampfdruck. Dann wird geprüft, welche relative Feuchte derselbe Wasserdampf an der kälteren Oberfläche hätte. In Worten lautet die Rechnung: relative Feuchte an der Wand = relative Feuchte im Raum mal Sättigungsdampfdruck bei Raumtemperatur geteilt durch Sättigungsdampfdruck bei Wandtemperatur.

Durchgerechnetes Beispiel: Bei 21 °C Raumtemperatur und 60 % relativer Feuchte beträgt der Dampfdruck im Raum 14,89 hPa. An einer 16,0 °C kalten Oberfläche ergibt das 82,0 % relative Feuchte. Die 80-%-Marke liegt bei 16,40 °C, die gemessene Wand liegt also 0,40 K unter dieser Temperatur.

Dieser Abstand ist praktisch hilfreich. Liegt die Wandtemperatur unter der Temperatur für 80 %, ist die Oberfläche rechnerisch über diesem Bereich. Liegt sie darüber, bleibt mehr Puffer. Bei 20 °C Raumtemperatur, 40 % Feuchte und 16 °C Oberfläche zeigt die Rechnung 51,4 % an der Wand. Die 80-%-Marke liegt dort bei 9,26 °C, der Abstand beträgt 6,74 K. Das ist eine deutlich andere Lage als im feuchteren Beispiel.

Warum kalte Ecken früher kritisch werden als die Raumluft

Kalte Ecken, Außenwände, Fensterlaibungen und Flächen hinter Möbeln können kühler sein als der Rest des Raums. Hinter einem Schrank zirkuliert die Luft schlechter. Die Oberfläche wird dann weniger von warmer Raumluft erreicht, trocknet langsamer ab und kann näher am kritischen Bereich liegen.

Das zeigt die Rechnung für eine kalte Ecke: Bei 20 °C Raumtemperatur, 60 % Feuchte und 10 °C Wandtemperatur ergeben sich theoretisch 114,2 % vor Kondensation. Tatsächlich setzt Tauwasser ein; die Oberfläche bleibt nicht bei einer Luftfeuchte über 100 %. Die Einordnung lautet Tauwasserbedingungen. Die Taupunkttemperatur liegt bei 12,00 °C, die 80-%-Marke bei 15,43 °C. Die gemessene Oberfläche liegt 5,43 K darunter. In so einer Situation ist nicht nur die Raumluftfeuchte hoch, sondern vor allem die Oberfläche viel zu kalt für diese Feuchtemenge.

Auch weniger extreme Werte können bereits auffällig sein. Bei 19 °C Raumtemperatur, 60 % Feuchte und 12 °C Wandtemperatur ergeben sich 93,9 % an der Oberfläche. Die maximale Raumfeuchte bis 80 % an dieser Oberfläche liegt bei 51,1 %. Wenn ein Hygrometer im Raum also 60 % zeigt, kann die Wand trotzdem deutlich feuchter belastet sein.

Wenn solche Werte regelmäßig an derselben Ecke auftreten, deutet das eher auf eine dauerhaft kalte Stelle hin als auf eine einzelne Feuchtespitze. Das kann eine Wärmebrücke, eine schlecht erwärmte Ecke, ein zugestellter Bereich oder ein lokales Bauproblem sein. Die Rechnung ersetzt keine Begutachtung vor Ort, sie hilft dir aber, Messwerte einzuordnen und gezielter zu prüfen.

Was du misst, wenn du noch keine Wandtemperatur kennst

Für eine sinnvolle Einschätzung brauchst du die Temperatur der kältesten Oberfläche, nicht nur die Temperatur in der Raummitte. Miss deshalb an der verdächtigen Stelle: in der Ecke, an der Außenwand, hinter einem Möbel, an der Laibung oder dort, wo sich Flecken zeigen. Eine einzelne Messung an einer warmen Innenwand kann das Risiko unterschätzen.

Wenn du noch keine Oberflächentemperatur gemessen hast, kannst du zuerst mit typischen Fragen arbeiten: Wie kalt dürfte die Wand bei deiner Raumfeuchte sein? Bei 20 °C Raumtemperatur zeigt die Tabelle, dass bei 60 % Raumfeuchte die 80-%-Marke an der Wand bei 15,43 °C liegt, die 70-%-Marke bei 17,53 °C und Tauwasser bei 12,00 °C. Bei 40 % Raumfeuchte liegen die entsprechenden Werte bei 9,26 °C, 11,26 °C und 5,98 °C.

Das ist kein Ersatz für eine echte Messung, aber ein guter Plausibilitätscheck. Wenn du weißt, dass eine Außenwandecke deutlich kälter ist als der Raum, solltest du dort messen. Besonders nach kalten Nächten können Oberflächen niedriger liegen als erwartet. Bei verdeckten Flächen ist außerdem Vorsicht nötig: Hinter Möbeln kann die Wand kälter und feuchter sein als direkt daneben.

Typische Fehler bei der Frage: ab welcher Luftfeuchtigkeit Schimmel?

Der häufigste Fehler ist, nur auf das Hygrometer zu schauen. Ein Raumwert kann in Ordnung wirken, während eine kalte Wand bereits hohe Oberflächenfeuchte erreicht. Bei 22 °C Raumtemperatur, 55 % Feuchte und 17 °C Wandtemperatur ergeben sich 75,0 % an der Oberfläche. Das wird bei längerer Dauer als schimmelbegünstigend eingeordnet, obwohl die Raumfeuchte nicht extrem wirkt.

Ein weiterer Fehler ist, Feuchtespitzen nach Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen wie Dauerzustände zu behandeln. Kurzzeitig hohe Werte sind anders zu bewerten als dauerhaft hohe Oberflächenfeuchte. Entscheidend ist, ob die kritische Stelle wieder abtrocknet. Wiederholen sich hohe Werte an derselben kalten Fläche, solltest du zuerst einfache Maßnahmen testen: freiere Luftzirkulation, regelmäßigeres Abführen feuchter Luft und gleichmäßigere Beheizung. Bauliche Ursachen oder Leckagen sind dadurch nicht ausgeschlossen und können unabhängig vom Lüftungsverhalten vorliegen.

Der Rechner erkennt bewusst nicht, ob bereits Schimmel vorhanden ist, ob Material durchfeuchtet ist, ob ein Wasserschaden vorliegt oder ob eine Konstruktion bauphysikalisch fehlerhaft ist. Er rechnet aus Temperatur und Feuchte eine Momentaufnahme. Für Gesundheitsfragen, sichtbaren Befall, muffigen Geruch oder wiederkehrende nasse Stellen reicht diese Modellrechnung allein nicht aus.

Beispiele: gleiche Raumfeuchte, anderes Risiko

Die Beispiele zeigen, warum Oberflächentemperatur und Raumfeuchte zusammen betrachtet werden müssen.

Situation Ergebnis an der Oberfläche Einordnung
20 °C, 60 %, Wand 10 °C 114,2 % Tauwasserbedingungen
21 °C, 60 %, Wand 16 °C 82,0 % Hohe Oberflächenfeuchte
20 °C, 40 %, Wand 16 °C 51,4 % Unter 70 % im berechneten Moment

Bei gleicher Raumfeuchte kann eine kältere Wand also deutlich kritischer sein. Umgekehrt kann dieselbe Wandtemperatur bei trockenerer Raumluft unauffälliger sein. Bei 18 °C Raumtemperatur, 60 % Feuchte und 14 °C Oberfläche ergeben sich 77,4 %. Die 80-%-Marke liegt bei 13,50 °C, der Abstand beträgt 0,50 K. Das ist knapp unterhalb der hohen Einordnung, aber bei längerer Dauer bereits ein Hinweis auf ungünstige Bedingungen.

Bei 21 °C Raumtemperatur, 75 % Feuchte und 14 °C Oberfläche ergeben sich vor Kondensation rechnerisch 116,6 %. Dieser Übersättigungswert zeigt Tauwasserbedingungen, keine dauerhaft mögliche Luftfeuchte. Die Einordnung lautet Tauwasserbedingungen, die Taupunkttemperatur liegt bei 16,40 °C. Das zeigt: Wenn feuchte Raumluft auf eine kalte Ecke trifft, kann die Oberfläche rechnerisch sehr schnell in einen nassen Bereich geraten.

Tabellenwerte oberhalb 100 % sind theoretische Werte vor Kondensation. Die Rechnung erfasst weder Materialfeuchte noch die Dauer der Belastung.

Tabellen zum Nachschlagen

Wie kalt darf die Wand bei 20 °C Raumtemperatur sein?

Temperaturmarken, keine Garantie gegen Schimmel. Dauer und Material entscheiden mit.
Raumfeuchte %70 % an der Wand: °C80 % an der Wand: °CTauwasser: °C
306,985,051,88
4011,269,265,98
5014,6712,629,26
6017,5315,4312,00
7020,0017,8614,36

Beispiele zum Ausprobieren

Schimmelrisiko berechnen zum Teilen

Die Grafiken darfst du mit Quellenlink auf diese Seite frei verwenden (Lizenz CC BY 4.0).

Schimmelrisiko berechnen: Bei 21 °C und 60 % Raumfeuchte liegt die 80-%-Marke an der Wand bei etwa 16,4 °C. Schon länger anhaltende 70 bis 80 % Oberflächenfeuchte können Schimmel begünstigen.
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Wie kalt darf die Wand bei 20 °C Raumtemperatur sein? (Tabelle)
Wie kalt darf die Wand bei 20 °C Raumtemperatur sein?
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Häufige Fragen

Ab welcher Luftfeuchtigkeit entsteht Schimmel bei 21 °C und 16 °C Wand?

Bei 60 % Raumfeuchte ergeben sich an der 16 °C kalten Wand 82,0 % Oberflächenfeuchte. Das wird als hohe Oberflächenfeuchte eingeordnet. Für diese Oberfläche läge die maximale Raumfeuchte bis zur 80-%-Marke bei 58,5 %, bis zur 70-%-Marke bei 51,2 %.

Ist 70 % Luftfeuchtigkeit bei 20 °C gefährlich für Schimmel?

Bei 20 °C Raumtemperatur, 70 % Luftfeuchte und 15 °C Wandtemperatur ergeben sich 96,0 % an der Oberfläche. Das ist hohe Oberflächenfeuchte. Die 80-%-Marke läge bei 17,86 °C, die gemessene Wand liegt 2,86 K darunter.

Welche Wandtemperatur ist bei 20 °C und 60 % Luftfeuchte kritisch?

Bei 20 °C Raumtemperatur und 60 % Raumfeuchte liegt die 80-%-Marke an der Wand bei 15,43 °C. Die 70-%-Marke liegt bei 17,53 °C, Tauwasser bei 12,00 °C. Je näher deine kälteste Oberfläche an diese Werte rückt, desto genauer solltest du messen.

Kann bei 60 % Luftfeuchtigkeit schon Tauwasser entstehen?

Ja, bei 20 °C Raumtemperatur, 60 % Feuchte und 10 °C Wandtemperatur ergeben sich theoretisch 114,2 % vor Kondensation. Tatsächlich setzt Tauwasser ein; die Oberfläche bleibt nicht bei einer Luftfeuchte über 100 %. Die Einordnung lautet Tauwasserbedingungen. Entscheidend ist also nicht nur die Raumfeuchte, sondern wie kalt die betroffene Wandstelle tatsächlich ist.

Was bedeutet ein kleiner Abstand zur 80-%-Temperatur?

Ein kleiner Abstand bedeutet, dass die Oberfläche nahe am Bereich hoher Oberflächenfeuchte liegt. Bei 18 °C Raumtemperatur, 60 % Feuchte und 14 °C Wandtemperatur beträgt der Abstand zur 80-%-Marke 0,50 K. Die Oberfläche liegt rechnerisch bei 77,4 % und damit im länger kritisch werdenden Bereich.

Warum schimmelt es hinter Möbeln früher?

Hinter Möbeln ist die Wand oft kälter und wird schlechter belüftet. Der Rechner bildet das über die niedrigere Oberflächentemperatur ab. Bei 19 °C Raumtemperatur, 60 % Feuchte und 12 °C Wandtemperatur ergeben sich 93,9 % an der Oberfläche, obwohl die Raumfeuchte für sich betrachtet nicht ungewöhnlich hoch klingt.

Welche Raumfeuchte ergibt bei 24 °C und 19 °C Wand die Feuchtemarken?

Bei 24 °C Raumtemperatur und 19 °C Wandtemperatur liegt die maximale Raumfeuchte bis zur 80-%-Marke bei 58,9 %. Bei 60 % Raumfeuchte ergeben sich bereits 81,5 % an der Oberfläche. Für die 70-%-Marke zeigt die Rechnung 51,6 %. Keine dieser Zahlen garantiert Schimmelfreiheit.

Was kann der Schimmelrisiko-Rechner nicht erkennen?

Der Rechner erkennt keinen vorhandenen Befall, keinen Wasserschaden und keine Materialfeuchte in der Wand. Er bewertet eine Momentaufnahme aus Raumtemperatur, Raumfeuchte und Oberflächentemperatur. Wenn Flecken, muffiger Geruch oder wiederkehrend nasse Stellen auftreten, brauchst du zusätzlich eine Prüfung der Ursache vor Ort.

Quellen und Prüfung

Erstellt von
Sebastian Wiercinski, Herausgeber
Stand
24.09.2026, Werte gültig ab 24.09.2026

Die Berechnung ist eine Modellrechnung zur Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung.

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Schimmelrisiko berechnen. Rechner-info.de, Stand 24.09.2026. https://rechner-info.de/wetter/schimmelrisiko-rechner