Aussaatstärke-Rechner

350 Körner/m² Weizen mit 48 g TKG und 95 % Keimfähigkeit = 176,8 kg/ha. Saatstärke, g/m², Körner je Meter Reihe und Zielbestand-Methode.

Stand 23.09.2026Quelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)Von Sebastian Wiercinski

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Richtwerte Körner/m² nach LfULG Sachsen. Sorte, Saatzeit und Boden verschieben den Wert.

Steht auf dem Saatgutetikett (bei Getreide das blaue Z-Saatgut-Etikett).

Z-Saatgut Getreide muss mindestens 85 % haben, meist liegen die Partien bei 92-98 %.

100 % = nur Keimfähigkeit. Je nach Saatbett laufen 80-95 % der Körner auf (LWK NRW).

1 ha = 10.000 m², 1 Ar = 100 m².

Flächeneinheit

Getreide 12-15 cm, Raps 12-50 cm, Mais 75 cm.

Saatmenge133,3 kg/ha
Saatmenge je m²
13,33 g/m²
Saatmenge je Ar (100 m²)
1,333 kg/Ar
Saatgut für deine Fläche
133,33 kg
Auszusäende Körner je m²?
333 Körner/m²
Korrekturfaktor Keimfähigkeit/Verluste
1,111
Körner je laufendem Meter Reihe
41,7 Körner/m
Kornabstand in der Reihe
2,4 cm
Verwendete Richtwerte
Eigene Eingaben
Rechenweg mit deinen Zahlen
  1. Saatmenge = 300 Körner/m² × 40 g ÷ 90 % = 133,3 kg/ha
  2. Je m²: 133,3 kg/ha ÷ 10 = 13,33 g/m²
  3. Für 1 ha: 133,33 kg Saatgut
  4. In der Reihe (12,5 cm): 41,7 Körner je Meter, alle 2,4 cm ein Korn

Was bedeutet Aussaatstärke?

Die Aussaatstärke beschreibt, wie viel Saatgut du ausbringen musst, damit auf der Fläche der gewünschte Pflanzenbestand entsteht. In der Praxis denkst du dabei meist in zwei Richtungen: Entweder du startest mit einer Zielzahl an keimfähigen Körnern je m² und berechnest daraus die Saatmenge in kg/ha. Oder du hast eine bekannte Saatmenge in kg/ha und willst wissen, wie viele Körner je m² daraus werden.

Der Unterschied ist wichtig, weil kg/ha allein wenig über den späteren Bestand sagt. Eine Partie mit hohem Tausendkorngewicht braucht bei gleicher Kornzahl mehr kg/ha als eine leichtere Partie. Ebenso erhöht eine niedrigere Keimfähigkeit die auszubringende Menge, weil nicht jedes Korn als keimfähige Pflanze eingeplant werden kann.

Das Tausendkorngewicht, kurz TKG, steht bei Z-Saatgut auf dem Etikett. Es beschreibt die Korngröße beziehungsweise Kornmasse der konkreten Partie. Die Keimfähigkeit steht ebenfalls auf dem Etikett. Bei Getreide-Z-Saatgut muss sie mindestens 85 % betragen, viele Partien liegen bei 92-98 %. Für die Rechnung zählt aber immer der Wert deiner Partie, nicht ein pauschaler Richtwert.

Wie kannst du die Aussaatstärke berechnen?

Du wählst im Rechner die Kultur oder gibst eigene Werte ein, ergänzt TKG, Keimfähigkeit, Fläche und bei Bedarf den Reihenabstand.

Die Grundrechnung lautet in Worten: Du nimmst die gewünschten keimfähigen Körner je m², multiplizierst sie mit dem TKG in g und teilst durch die Keimfähigkeit in %. Dadurch wird aus der gewünschten Kornzahl eine Saatmenge in kg/ha. Sinkt die Keimfähigkeit, steigt die auszubringende Körnerzahl und damit auch die Saatmenge.

Ein Beispiel mit eigenen Eingaben:

  • gewünschter Bestand: 300 Körner/m²
  • TKG: 40 g
  • Keimfähigkeit: 90 %
  • Fläche: 1 ha
  • Reihenabstand: 12,5 cm

Die Rechnung ergibt: 300 Körner/m² × 40 g ÷ 90 % = 133,3 kg/ha. Umgerechnet sind das 13,33 g/m² oder 1,333 kg/Ar. Für 1 ha brauchst du 133,33 kg Saatgut. Weil die Keimfähigkeit unter 100 % liegt, müssen 333 Körner/m² ausgesät werden, damit rechnerisch 300 keimfähige Körner/m² erreicht werden. Der Korrekturfaktor liegt hier bei 1,111.

Der Reihenabstand ändert nicht die kg/ha, hilft aber bei der Kontrolle der Ablage in der Reihe. Bei 12,5 cm Reihenabstand entsprechen die 333 auszusäenden Körner/m² im Beispiel 41,7 Körner/m. Daraus ergibt sich ein Kornabstand in der Reihe von 2,4 cm.

Saatmenge berechnen kg/ha: Beispiele nach Kultur

Richtwerte nach Kultur helfen dir, eine realistische Größenordnung zu prüfen. Sie ersetzen aber nicht das Etikett deiner Saatgutpartie. Besonders das TKG kann zwischen Partien deutlich abweichen. Wenn du ein konkretes TKG hast, nimm dieses statt eines Richtwerts.

Kultur Körner/m² TKG Saatmenge je m²
Winterweizen 350,0 48 g 176,8 kg/ha 17,68 g
Wintergerste, zweizeilig 320,0 50 g 168,4 kg/ha 16,84 g
Winterroggen, Populationssorte 280,0 35 g 103,2 kg/ha 10,32 g
Sommerweizen (Qualität) 450,0 45 g 213,2 kg/ha 21,32 g
Winterraps, Liniensorte 45,0 5 g 2,4 kg/ha 0,24 g
Körnermais 8,0 320 g 27,0 kg/ha 2,70 g

Du siehst an den Beispielen: Eine hohe Kornzahl führt nicht automatisch zur höchsten kg/ha-Menge. Winterraps hat eine niedrige Saatmenge in kg/ha, weil das TKG klein ist. Ackerbohne liegt mit 38,0 Körner/m² dagegen bei 200,0 kg/ha, weil das TKG mit 500 g sehr hoch ist. Deshalb solltest du Kultur, Kornzahl und TKG immer gemeinsam betrachten.

Aussaatstärke aus Zielbestand berechnen

Wenn du vom gewünschten Zielbestand ausgehst, rechnest du anders. Dann startest du nicht direkt mit Körnern/m², sondern mit Ähren/m² und dem Beährungskoeffizienten. Der Beährungskoeffizient beschreibt, wie viele ährentragende Halme je Pflanze erwartet werden. Daraus ergibt sich zuerst die nötige Pflanzenzahl. Anschließend werden Minderkeimfähigkeit, Feldaufgangsverluste und Überwinterungsverluste berücksichtigt.

Ein Beispiel: Bei 580 Ähren/m², einem Beährungskoeffizienten von 2,2 Ähren/Pflanze, 48 g TKG, 6 % Minderkeimfähigkeit, 5 % Feldaufgangsverlusten und 3 % Überwinterungsverlusten ergibt die Rechnung 147,2 kg/ha. Je m² sind das 14,72 g/m². Für 1 ha brauchst du 147,15 kg Saatgut. Auszusäen sind 307 Körner/m², der Korrekturfaktor liegt bei 1,163.

Die Zielbestandsrechnung reagiert stark auf Annahmen zum Bestand. Bei 500 Ähren/m², Beährungskoeffizient 2,5, 48 g TKG, 6 % Minderkeimfähigkeit, 10 % Feldaufgangsverlusten und 3 % Überwinterungsverlusten ergibt sich 118,5 kg/ha. Bei 700 Ähren/m², Beährungskoeffizient 2,2 und denselben Verlustannahmen wie im ersten Beispiel steigt die Saatmenge auf 177,6 kg/ha. Deshalb solltest du den Zielbestand zur Sorte, Saatzeit, Boden und Bestandesführung passend wählen.

Keimfähigkeit, Feldaufgang und Reihenabstand richtig einordnen

Keimfähigkeit und Feldaufgang sind nicht dasselbe. Die Keimfähigkeit beschreibt die geprüfte Fähigkeit des Saatguts zu keimen. Der Feldaufgang beschreibt, was unter deinen Bedingungen auf dem Acker tatsächlich aufläuft. Saatbett, Bodenschluss, Feuchte, Ablagetiefe und Witterung können dazu führen, dass weniger Pflanzen erscheinen als nach der Keimfähigkeit zu erwarten wäre.

Im Rechner kannst du deshalb neben der Keimfähigkeit auch einen erwarteten Feldaufgang berücksichtigen. 100 % bedeutet: Es wird nur die Keimfähigkeit korrigiert. Je nach Saatbett können 80-95 % der Körner auflaufen. Bei schlechtem Saatbett können Feldaufgangsverluste bis 15 % angesetzt werden.

Der Reihenabstand ist vor allem für die Plausibilitätskontrolle hilfreich. Wenn du bei Winterweizen mit 350 Körnern/m², 48 g TKG und 95 % Keimfähigkeit rechnest, erhältst du 176,8 kg/ha und 368 auszusäende Körner/m². Bei 12,5 cm Reihenabstand sind das 46,1 Körner/m und ein Kornabstand von 2,2 cm. Solche Werte helfen dir zu prüfen, ob die Drillmaschine zur gewünschten Ablage passt.

Typische Fehler beim Saatstärke berechnen vermeiden

Viele Abweichungen entstehen nicht durch die Formel, sondern durch falsche Eingaben oder unpassende Annahmen. Achte besonders auf diese Punkte:

  • TKG vom Etikett verwenden: Richtwerte sind gut für eine erste Orientierung. Für die Bestellung und Aussaat ist das TKG deiner Partie genauer.
  • Keimfähigkeit nicht mit Feldaufgang verwechseln: Eine Keimfähigkeit von 95 % bedeutet nicht automatisch, dass auf dem Feld 95 % als Pflanzen stehen. Das Saatbett kann die Zahl verändern.
  • Keimfähige Körner und auszusäende Körner trennen: Wenn du 300 keimfähige Körner/m² erreichen willst und die Keimfähigkeit 90 % beträgt, werden 333 Körner/m² ausgesät.
  • kg/ha nicht blind übernehmen: 180 kg/ha Winterweizen entsprechen bei 48 g TKG und 90 % Keimfähigkeit 338 keimfähigen Körnern/m². Bei einer anderen Kultur oder anderem TKG wäre die Aussage anders.
  • Umrechnung auf kleine Flächen prüfen: 133,3 kg/ha entsprechen 13,33 g/m² und 1,333 kg/Ar. Für Beete oder Versuchsparzellen ist g/m² oft anschaulicher als kg/ha.

Die Rechnung liefert eine rechnerische Saatmenge. Die fachliche Entscheidung zur endgültigen Aussaatstärke hängt zusätzlich von Sorte, Saattermin, Boden, Saatbett, Bestandesziel und erwarteten Verlusten ab.

Tabellen zum Nachschlagen

Saatstärke nach Kultur: Richtwerte in Körnern/m² und kg/ha

Körner/m² nach LfULG Sachsen, TKG als typischer Richtwert, Keimfähigkeit 95 %. Mit dem TKG deiner Partie neu rechnen.
KulturKörner/m²TKGSaatmengeje m²
Winterweizen350,048 g176,8 kg/ha17,68 g
Wintergerste, zweizeilig320,050 g168,4 kg/ha16,84 g
Wintergerste, mehrzeilig270,048 g136,4 kg/ha13,64 g
Winterroggen, Populationssorte280,035 g103,2 kg/ha10,32 g
Winterroggen, Hybridsorte220,035 g81,1 kg/ha8,11 g
Triticale280,048 g141,5 kg/ha14,15 g
Hartweizen350,050 g184,2 kg/ha18,42 g
Sommerweizen (Qualität)450,045 g213,2 kg/ha21,32 g
Sommergerste300,045 g142,1 kg/ha14,21 g
Hafer360,037 g140,2 kg/ha14,02 g
Winterraps, Liniensorte45,05 g2,4 kg/ha0,24 g
Ackerbohne38,0500 g200,0 kg/ha20,00 g
Körnererbse70,0250 g184,2 kg/ha18,42 g
Blaue Lupine100,0170 g179,0 kg/ha17,90 g
Sonnenblume7,560 g4,7 kg/ha0,47 g
Silomais9,0320 g30,3 kg/ha3,03 g
Körnermais8,0320 g27,0 kg/ha2,70 g

Aussaatmenge Getreide in kg/ha nach Körnern/m² und TKG

Keimfähigkeit 95 %. Beispiel: 350 Körner/m² bei TKG 48 g = 176,8 kg/ha.
Körner/m²TKG 35 gTKG 40 gTKG 45 gTKG 48 gTKG 50 gTKG 55 gTKG 60 g
20073,784,294,7101,1105,3115,8126,3
25092,1105,3118,4126,3131,6144,7157,9
280103,2117,9132,6141,5147,4162,1176,8
300110,5126,3142,1151,6157,9173,7189,5
320117,9134,7151,6161,7168,4185,3202,1
350129,0147,4165,8176,8184,2202,6221,1
380140,0160,0180,0192,0200,0220,0240,0
400147,4168,4189,5202,1210,5231,6252,6
450165,8189,5213,2227,4236,8260,5284,2

Korrekturfaktor Keimfähigkeit: so viel mehr Saatgut

Faktor = 100 ÷ Keimfähigkeit. Beispiel: bei 90 % Keimfähigkeit 11,1 % mehr Saatgut.
KeimfähigkeitFaktorMehr SaatgutWeizen 350 Kö., TKG 48
80 %1,25025 %210,0 kg/ha
85 %1,17617,6 %197,7 kg/ha
90 %1,11111,1 %186,7 kg/ha
92 %1,0878,7 %182,6 kg/ha
95 %1,0535,3 %176,8 kg/ha
98 %1,0202 %171,4 kg/ha
100 %1,0000 %168,0 kg/ha

Beispiele zum Ausprobieren

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Aussaatstärke-Rechner: Saatmenge (kg/ha) = Körner je m² × Tausendkorngewicht (g) ÷ Keimfähigkeit (%). Für Winterweizen mit 350 Körnern/m², 48 g TKG und 95 % Keimfähigkeit sind das 176,8 kg/ha oder 17,7 g/m².
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Saatstärke nach Kultur: Richtwerte in Körnern/m² und kg/ha (Tabelle)
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Häufige Fragen

Was ist Aussaatstärke?

Aussaatstärke ist die geplante Menge Saatgut je Fläche, meist angegeben als Körner/m² oder kg/ha. Sie verbindet dein Bestandesziel mit TKG, Keimfähigkeit und möglichen Verlusten. Für die Praxis ist die Kornzahl oft aussagekräftiger als kg/ha, weil verschiedene Partien bei gleicher Kornzahl unterschiedlich schwer sein können.

Wie berechne ich die Aussaatstärke in kg/ha?

Du berechnest die Aussaatstärke in kg/ha aus Körnern/m², TKG und Keimfähigkeit. Ein Beispiel: 300 Körner/m² mit 40 g TKG und 90 % Keimfähigkeit ergeben 133,3 kg/ha. Je niedriger die Keimfähigkeit ist, desto mehr Saatgut musst du ausbringen.

Was ist das TKG bei Saatgut?

Das TKG ist das Tausendkorngewicht und beschreibt die Kornmasse der Saatgutpartie in g. Es steht bei Z-Saatgut auf dem Etikett. Für die Saatmengenrechnung ist es zentral: Bei gleicher Körnerzahl führt ein höheres TKG zu mehr kg/ha, ein niedrigeres TKG zu weniger kg/ha.

Wo finde ich die Keimfähigkeit für die Saatstärke?

Die Keimfähigkeit findest du auf dem Saatgutetikett. Bei Getreide-Z-Saatgut muss sie mindestens 85 % betragen, häufig liegen Partien bei 92-98 %. Für die Rechnung solltest du den Wert deiner Partie nutzen, weil schon kleine Unterschiede die auszusäende Körnerzahl verändern.

Ist Keimfähigkeit dasselbe wie Feldaufgang?

Nein, Keimfähigkeit und Feldaufgang sind nicht dasselbe. Die Keimfähigkeit kommt aus der Saatgutprüfung, der Feldaufgang entsteht unter deinen Bedingungen im Boden. Je nach Saatbett laufen 80-95 % der Körner auf. Bei schlechtem Saatbett kannst du zusätzliche Feldaufgangsverluste ansetzen.

Wie viel kg/ha brauche ich bei 320 Körnern/m², TKG 48 g und 95 % Keimfähigkeit?

Bei 320 Körnern/m², 48 g TKG und 95 % Keimfähigkeit brauchst du 161,7 kg/ha. Das entspricht 16,17 g/m² oder 1,617 kg/Ar. Ausgesät werden rechnerisch 337 Körner/m², weil die Keimfähigkeit über den Korrekturfaktor 1,053 berücksichtigt wird.

Wie viele Körner/m² entsprechen 180 kg/ha Winterweizen?

180 kg/ha Winterweizen entsprechen bei 48 g TKG und 90 % Keimfähigkeit 338 keimfähigen Körnern/m². Auszusäen sind dafür 375 Körner/m². Bei 12,5 cm Reihenabstand ergibt das 46,9 Körner/m und einen Kornabstand von 2,1 cm.

Wie berechne ich Saatmenge aus Zielbestand in Ähren/m²?

Aus dem Zielbestand berechnest du zuerst die nötige Pflanzenzahl über Ähren/m² und Beährungskoeffizient. Bei 580 Ähren/m², 2,2 Ähren/Pflanze, 48 g TKG, 6 % Minderkeimfähigkeit, 5 % Feldaufgangsverlusten und 3 % Überwinterungsverlusten ergibt sich 147,2 kg/ha.

Quellen und Prüfung

Erstellt von
Sebastian Wiercinski, Herausgeber
Stand
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