Makro-Rechner

Bei Maßstab 1:2 zeigt Vollformat ein 72 × 48 mm großes Motivfeld. Berechne Maßstab, Zwischenring-Effekt und effektive Blende im Modell.

Stand 24.09.2026Von Sebastian Wiercinski

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Sensormaße sind Formatbeispiele. Abweichende Kameramaße kannst du selbst eingeben.

Bekannte Ausgangsangabe ohne zusätzlichen Ring

1:2 = 0,5; 1:1 = 1; 2:1 = 2.

Abbildungsmaßstab als Faktor0,5
Maßstab als Verhältnis
1:2
Erfasste Motivbreite
72 mm
Erfasste Motivhöhe
48 mm
Effektive Blendenzahl (Modell P = 1)
4,2
Belichtungsverlust gegenüber Unendlich
1,1699 EV
Objektweite ab Hauptebene im Modell
300 mm
Bildweite ab Hauptebene im Modell
150 mm
  • Zusätzlicher Auszug und effektive Blende sind ein Dünnlinsenmodell mit unveränderter Brennweite und Pupillenverhältnis 1. Innenfokussierende oder asymmetrische Objektive können deutlich abweichen.
  • Objekt- und Bildweite werden ab den Hauptebenen gerechnet. Die Hersteller-Naheinstellgrenze wird ab Sensor gemessen; der freie Arbeitsabstand hängt zusätzlich vom Objektivaufbau ab und ist hieraus nicht zuverlässig ableitbar.
  • Eine bereits effektiv angezeigte Kamerablende darf nicht nochmals mit dem Makrofaktor multipliziert werden.
Zusätzlicher Auszug im Dünnlinsenmodell
Auszug mmMaßstabMotivbreite mm
00,572
120,6258,0645
250,7548
360,8641,8605
50136
Rechenweg mit deinen Zahlen
  1. Ausgangsmaßstab 0.5 + 0 mm / 100 mm = 0.5.
  2. Effektive Blende bei Pupillenverhältnis 1: 2.8 × (1 + 0.5) = 4.199999999999999.

Was bedeutet der Abbildungsmaßstab beim Makro berechnen?

Der Abbildungsmaßstab beschreibt, wie groß ein Motiv auf dem Sensor abgebildet wird. Bei 1:1 ist ein Motiv auf dem Sensor genauso groß wie in der Realität. An einem Vollformat-Sensor mit 36 × 24 mm füllt deshalb ein 36 mm breites Motiv die ganze Bildbreite und ein 24 mm hohes Motiv die ganze Bildhöhe.

Bei 1:2 ist die Abbildung kleiner: Der Faktor ist 0,5. Das Bildfeld wird dadurch größer. Im Beispiel mit Vollformat und 100 mm Brennweite erfasst die Kamera 72 mm Breite und 48 mm Höhe. Bei 2:1 passiert das Gegenteil: Das Motiv wird größer als in der Realität auf den Sensor projiziert, der sichtbare Ausschnitt wird entsprechend kleiner. An Micro Four Thirds mit 90 mm Brennweite ergibt 2:1 ein Motivfeld von 8,65 mm × 6,5 mm.

Der Sensor ändert den Abbildungsmaßstab selbst nicht. 1:1 bleibt 1:1, egal ob du Vollformat, APS-C oder Micro Four Thirds nutzt. Was sich ändert, ist der Ausschnitt: Ein kleinerer Sensor schneidet bei gleichem Maßstab ein kleineres Feld aus dem Motiv heraus. Darum wirkt das Bild enger, obwohl die optische Vergrößerung gleich bleibt.

So funktioniert die Berechnung im Makro-Rechner

Du gibst Sensorformat, bekannte Ausgangsangabe, Brennweite, möglichen Zwischenring und die nominelle Blende ein; daraus berechnet der Rechner Maßstab, Motivfeld, Modellabstände und effektive Blende.

Die Grundidee ist einfach: Der Abbildungsmaßstab ist Sensorbreite geteilt durch die Motivbreite, die das ganze Bild ausfüllt. Wenn du also an Vollformat eine Motivbreite von 36 mm bildfüllend fotografierst, ergibt sich ein Abbildungsmaßstab von 1 und damit 1:1.

Für Zwischenringe nutzt der Rechner ein Dünnlinsenmodell. In Worten: Der neue Maßstab ist der Ausgangsmaßstab plus zusätzlicher Auszug geteilt durch die Brennweite. Im Beispiel mit Vollformat, 100 mm Brennweite, Ausgangsmaßstab 0,5 und 25 mm Zwischenring steigt der Faktor auf 0,75. Das entspricht 1:1,333. Das erfasste Motivfeld schrumpft dabei auf 48 mm Breite und 32 mm Höhe.

Auch die effektive Blende wird angepasst. Im Modell mit Pupillenverhältnis 1 lautet die Rechnung in Worten: nominelle Blendenzahl mal Klammer aus 1 plus Maßstab. Bei 2,8 und Maßstab 0,75 ergibt das eine effektive Blendenzahl von 4,9. Bei gleicher Zeit und ISO sinkt dadurch die Beleuchtungsstärke am Sensor; eine funktionierende Belichtungsautomatik kann das ausgleichen. Das Modell setzt konstante Brennweite und Pupillenverhältnis voraus, die bei realer Innenfokussierung abweichen können.

Wie groß wird das Motivfeld bei 1:1, 1:2 und stärkerem Makro?

Das Motivfeld ist oft die praktischste Größe. Es sagt dir direkt, ob eine Münze, ein Insekt oder ein kleines Bauteil formatfüllend ins Bild passt. Der Maßstab allein ist zwar korrekt, aber weniger anschaulich.

Typische Beispiele zeigen den Zusammenhang:

Situation Maßstab Motivfeld
Vollformat mit 100 mm 1:2 72 mm × 48 mm
Vollformat mit 100 mm 1:1 36 mm × 24 mm
APS-C mit 60 mm 1:2 47,2 mm × 31,2 mm
Micro Four Thirds mit 90 mm 2:1 8,65 mm × 6,5 mm
Mittelformat mit 200 mm 5:1 8,76 mm × 6,58 mm

Daran siehst du auch: Eine größere Sensorfläche zeigt bei gleichem Maßstab mehr Umgebung. Ein kleinerer Sensor füllt das Bild schneller mit einem kleinen Motiv, ohne dass der optische Maßstab größer geworden ist.

Die Brennweite beeinflusst im Modell vor allem die Objektweite und Bildweite. Bei Vollformat und 1:1 ergibt 100 mm Brennweite eine Objektweite ab Hauptebene von 200 mm und eine Bildweite von 200 mm. Bei Vollformat und 1:1 mit 60 mm Brennweite liegen Objektweite und Bildweite jeweils bei 120 mm. Das ist kein echter Arbeitsabstand ab Frontlinse, sondern ein Modellwert ab Hauptebene.

Was bringen Zwischenringe beim Makro berechnen?

Ein Zwischenring vergrößert den Auszug. Dadurch steigt der Abbildungsmaßstab, aber der nutzbare Abstand und die Fokussierbereiche verändern sich. Je kürzer die Brennweite, desto stärker wirkt derselbe Zwischenring im Modell.

Ein klares Beispiel: Ein 25 mm Zwischenring an einem 50 mm Makroobjektiv mit Ausgangsmaßstab 0,5 führt im Rechner zu 1:1. Das Motivfeld an Vollformat beträgt dann 36 mm × 24 mm, die effektive Blendenzahl bei 2,8 wird 5,6 und der Belichtungsverlust beträgt 2 EV.

Bei 100 mm Brennweite fällt derselbe zusätzliche Auszug schwächer aus. Mit Ausgangsmaßstab 0,5 und 25 mm Zwischenring ergibt sich 0,75 beziehungsweise 1:1,333. Das Bildfeld liegt dann bei 48 mm × 32 mm. Ein 12 mm Zwischenring an 100 mm und APS-C ergibt bei Ausgangsmaßstab 0,5 einen Faktor von 0,62, ein Motivfeld von 38,0645 mm × 25,1613 mm und eine effektive Blendenzahl von 4,536.

Für die Praxis heißt das: Zwischenringe sind gut, wenn du näher heran willst und kein stärkeres Makroobjektiv hast. Sie ersetzen aber keine Objektivdaten. Der Rechner kann den Modellabstand ab Hauptebene berechnen, nicht den freien Abstand zwischen Frontlinse, Sonnenblende und Motiv.

Welche Fehler solltest du bei Makro-Rechnungen vermeiden?

Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von Arbeitsabstand, Naheinstellgrenze und Objektweite ab Hauptebene. Die Naheinstellgrenze vieler Objektive wird ab Sensorebene angegeben. Der Rechner verwendet für die Modellrechnung dagegen die Objektweite ab vorderer Hauptebene. Das ist nicht derselbe Punkt am Objektiv.

Ein zweiter Fehler ist die Annahme, der Sensor mache aus 1:2 einen anderen Maßstab. Das stimmt optisch nicht. APS-C zeigt bei 1:2 an 60 mm ein Feld von 47,2 mm × 31,2 mm, Vollformat bei 1:2 und 100 mm ein Feld von 72 mm × 48 mm. Der Ausschnitt ist anders, der Maßstab bleibt durch die Abbildung auf dem Sensor definiert.

Achte außerdem darauf, keine bereits effektive Blende einzugeben, wenn nach der nominellen Blendenzahl gefragt ist. Wenn du bei 1:1 mit 100 mm und 20 mm Zwischenring die nominelle Blende 8 eingibst, berechnet der Rechner den Faktor 1,2, ein Motivfeld von 30 mm × 20 mm und eine effektive Blendenzahl von 17,6.

Praktisch testen solltest du immer dann, wenn es knapp wird: bei lebenden Motiven, sehr naher Frontlinse, Innenfokussierung, stark asymmetrischen Objektiven oder Zubehör wie Vorsatzlinsen. Das Modell liefert dir eine gute rechnerische Orientierung. Ob du Licht, Abstand und Schärfe wirklich unter Kontrolle hast, entscheidet sich am Motiv.

Tabellen zum Nachschlagen

Vollformat-Motivfeld und effektive Blende f/2,8

MaßstabMotivbreite mmEffektive Blende
0,251443,5
0,5724,2
1365,6
2188,4
57,216,8

Beispiele zum Ausprobieren

Grafiken: Makro-Rechner

Kostenlos verwendbar, einzige Bedingung ist ein Link auf diese Seite (Lizenz CC BY 4.0).

Makro-Rechner: Ein Abbildungsmaßstab von 1:2 bedeutet 0,5-fache Abbildung auf dem Sensor. Bei 36 × 24 mm Sensorgröße erfasst du ein Motivfeld von 72 × 48 mm; der reale Arbeitsabstand braucht zusätzliche Objektivdaten.
Auf einen Blick
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Vollformat-Motivfeld und effektive Blende f/2,8 (Tabelle)
Vollformat-Motivfeld und effektive Blende f/2,8
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Häufige Fragen

Was bedeutet 1:1 bei Makro?

1:1 bedeutet, dass das Motiv auf dem Sensor in gleicher Größe abgebildet wird. An Vollformat mit 36 × 24 mm füllt ein 36 mm breites und 24 mm hohes Motiv das ganze Bild. Der Faktor dazu ist 1.

Was bedeutet 1:2 bei Makro?

1:2 bedeutet einen Abbildungsmaßstab von 0,5. Bei Vollformat mit 100 mm Brennweite erfasst du damit 72 mm × 48 mm. Das Motiv wird also kleiner auf dem Sensor abgebildet als bei 1:1, der sichtbare Ausschnitt ist größer.

Wie berechne ich den Abbildungsmaßstab aus der Motivbreite?

Du teilst die Sensorbreite durch die Motivbreite, die das Bild vollständig füllt. Wenn bei Vollformat 36 mm Motivbreite genau die Bildbreite füllen, ergibt sich der Faktor 1 und damit 1:1. Das passt zu einem Motivfeld von 36 mm × 24 mm.

Wie viel bringt ein 25 mm Zwischenring an einem 50 mm Makroobjektiv?

Ein 25 mm Zwischenring an einem 50 mm Makroobjektiv mit Ausgangsmaßstab 0,5 ergibt im Modell 1:1. An Vollformat entspricht das einem Bildfeld von 36 mm × 24 mm. Bei nomineller Blende 2,8 liegt die effektive Blendenzahl bei 5,6.

Welches Motivfeld habe ich bei 1:2 an APS-C?

Bei 1:2 an APS-C mit 23,6 × 15,6 mm Sensorgröße ergibt sich ein Motivfeld von 47,2 mm × 31,2 mm. Im Beispiel mit 60 mm Brennweite liegt die effektive Blendenzahl bei 4,2, wenn nominell 2,8 eingestellt ist.

Warum ändert der Sensor den Makro-Maßstab nicht?

Der Sensor ändert den Maßstab nicht, weil der Maßstab die Größe der Abbildung auf dem Sensor beschreibt. 1:1 bleibt 1:1. Ein anderer Sensor zeigt bei gleichem Maßstab ein anderes Motivfeld. Bei 1:2 sind es beispielsweise 72 mm × 48 mm an Vollformat und 47,2 mm × 31,2 mm an APS-C.

Kann ich mit dem Rechner den echten Arbeitsabstand berechnen?

Nein, der echte Arbeitsabstand vor der Frontlinse ergibt sich daraus nicht exakt. Der Rechner liefert Modellwerte ab Hauptebene, zum Beispiel 200 mm Objektweite bei Vollformat, 100 mm Brennweite und 1:1. Für den freien Abstand am Objektiv brauchst du zusätzliche Objektivdaten.

Welche Blende muss ich für die effektive Blende eingeben?

Du gibst die nominelle Blendenzahl ein, nicht eine bereits korrigierte effektive Blende. Bei nomineller Blende 8, Maßstab 1 und 20 mm Zwischenring an 100 mm berechnet das Modell eine effektive Blendenzahl von 17,6 und ein Motivfeld von 30 mm × 20 mm.

Quellen und Prüfung

Erstellt von
Sebastian Wiercinski, Herausgeber
Stand
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