Belichtungszeit-Rechner

50 mm am Vollformat ergeben nach Kehrwertregel 1/50 s. Vergleiche Stabilisierung und eigene Grenzen für Motivbewegung ohne Scheingenauigkeit.

Stand 24.09.2026Von Sebastian Wiercinski

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Sensormaße sind Formatbeispiele. Abweichende Kameramaße kannst du selbst eingeben.

Kamerahaltung

Eigene Erfahrung oder Herstellerprüfung als Annahme. Objektiv- und Sensorstufen nicht einfach addieren.

1 = klassische Regel. 2 halbiert die Zeit als bewusst gewählter Puffer.

Längste Zeit nach gewählten Annahmen1/50 s
Zeit in Sekunden
0,0200000 s
Vollformat-äquivalente Brennweite
50 mm
Kehrwertregel einschließlich Sicherheitsfaktor
0,0200000 s
Freihandgrenze mit Stabilisierung
0,0200000 s
Bestimmende Grenze
Freihand-Faustregel
  • Die Kehrwertregel ist ein Startpunkt gegen Verwacklung, keine Schärfegarantie und keine Belichtungsmessung. Auflösung, Ausgabegröße, Technik und reale Stabilisierungsleistung verändern das Ergebnis.
  • Stabilisierung kompensiert Kamerabewegung, nicht die Bewegung deines Motivs. Nutze dafür deine eigene kürzeste notwendige Zeitgrenze. Auf dem Stativ gelten die Herstellerhinweise zur Stabilisierung.
Einfluss der Stabilisierung im Freihandmodell
StufenFreihandzeitMit Motivgrenze
01/50 sKeine Motivgrenze
11/25 sKeine Motivgrenze
21/12,5 sKeine Motivgrenze
31/6,25 sKeine Motivgrenze
41/3,125 sKeine Motivgrenze
51/1,563 sKeine Motivgrenze
61,28 sKeine Motivgrenze
Rechenweg mit deinen Zahlen
  1. Vollformat-Äquivalent 50.00 mm: Basiszeit = 1 / (Brennweite × Faktor 1).
  2. Stabilisierung multipliziert die Basiszeit mit 2^0; maßgeblich ist Freihand-Faustregel.

Was macht der Belichtungszeit-Rechner?

Der Belichtungszeit-Rechner schätzt, welche Verschlusszeit du aus der Hand noch halten kannst, wenn Brennweite, Sensorformat, Stabilisierung und dein eigener Puffer berücksichtigt werden. Du gibst Sensorformat, reale Brennweite, Kamerahaltung, Stabilisierungsstufen und optional eine Motivgrenze ein; der Rechner zeigt die längste passende Zeit.

Wie funktioniert die Kehrwertregel bei der Belichtungszeit?

Die Rechnung startet mit der Kehrwertregel: Je länger die Brennweite, desto kürzer sollte die Belichtungszeit sein. In Worten lautet die Formel: Freihandzeit ist Stabilisierungswirkung geteilt durch Brennweite, Crop und Sicherheitsfaktor; wenn eine Motivgrenze aktiv ist, zählt die kürzere Zeit.

Beispiel: Bei Vollformat, 50 mm, Freihand, 0 EV Stabilisierung und Sicherheitsfaktor 1 ergibt die Regel 1/50 s. Als Sekundenwert steht dazu 0,0200000 s. Die bestimmende Grenze ist hier die Freihand-Faustregel, weil keine eigene Grenze für Motivbewegung gesetzt wurde.

Warum Sensorformat und Crop die Verschlusszeit zur Brennweite verändern

Die reale Brennweite allein reicht nicht immer. Der Rechner verwendet die vollformat-äquivalente Brennweite, weil der kleinere Sensorausschnitt für dieselbe Ausgabegröße stärker vergrößert wird. Die Faustregel setzt vergleichbare Betrachtungsbedingungen voraus.

Konkrete Beispiele zeigen den Unterschied: 200 mm an APS-C Nikon, Sony, Fujifilm entsprechen 305,88 mm und führen ohne Stabilisierung zu 1/305,88 s. 35 mm an APS-C Canon entsprechen 56,4633 mm; daraus wird 1/56,463 s. An Mittelformat ergibt 400 mm eine äquivalente Brennweite von 315,9299 mm und eine Freihandgrenze von 1/315,93 s.

Wann hilft Stabilisierung wirklich bei der Belichtungszeit?

Stabilisierung verschiebt nur die Freihandgrenze. Sie verhindert nicht, dass ein Mensch, ein Tier oder ein Fahrzeug während der Aufnahme verwischt. Bei 200 mm Vollformat ohne Motivgrenze führt 3 EV Stabilisierung zu 1/25 s; ohne Stabilisierung läge die Freihandregel bei 1/200 s.

Bei 24 mm an Micro Four Thirds mit 2 EV Stabilisierung ergibt der Rechner 1/11,996 s. Bei 70 mm an einem 1 Zoll Sensor mit 3 EV Bildstabilisierung kommt 1/23,864 s heraus. Solche Werte sind Modellwerte: Deine Haltung, Sucherhaltung, Auslösetechnik und Bildausgabe können das Ergebnis sichtbar verändern.

Typische Fehler bei Verschlusszeit, Brennweite und Motivbewegung

Der häufigste Fehler ist, Stabilisierung wie eine Garantie zu behandeln. Sie hilft gegen Handbewegung, aber nicht gegen Motivbewegung. Wenn du eine eigene Motivgrenze setzt, kann sie die ganze Rechnung bestimmen: Bei 50 mm, 4 EV Stabilisierung und Motivgrenze 1/500 s bleibt als längste Zeit 1/500 s, obwohl die Freihandgrenze mit Stabilisierung 0,3200000 s beträgt.

Zweiter Fehler: Objektiv- und Sensorstabilisierung einfach addieren. Trage lieber realistisch wirksame Stabilisierungsstufen ein. Dritter Fehler: keinen Puffer zu nutzen. Bei 50 mm Vollformat ändert ein Sicherheitsfaktor von 2 die Empfehlung auf 1/100 s statt 1/50 s.

Tabellen zum Nachschlagen

Freihand-Faustregel am Vollformat ohne Puffer

Brennweite mmOhne StabilisierungMit zwei Stufen
241/24 s1/6 s
501/50 s1/12,5 s
851/85 s1/21,25 s
2001/200 s1/50 s
4001/400 s1/100 s

Beispiele zum Ausprobieren

Belichtungszeit-Rechner als Grafik

Die wichtigsten Werte als Bild, frei nutzbar mit Quellenlink auf diese Seite (Lizenz CC BY 4.0).

Belichtungszeit-Rechner: Die Kehrwertregel setzt bei 50 mm Vollformat ungefähr 1/50 s als längste Freihandzeit an. Zwei wirksame Stabilisierungsstufen verlängern diese Modellzeit auf 1/12,5 s; bewegte Motive brauchen oft weiterhin eine kürzere Zeit.
Auf einen Blick
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Freihand-Faustregel am Vollformat ohne Puffer (Tabelle)
Freihand-Faustregel am Vollformat ohne Puffer
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Häufige Fragen

Wie kurz sollte die Belichtungszeit bei 50 mm sein?

Bei 50 mm an Vollformat aus der Hand ergibt die einfache Kehrwertregel 1/50 s. Das gilt für Freihand, 0 EV Stabilisierung und Sicherheitsfaktor 1. Wenn du stärker vergrößerst, sehr hohe Ansprüche an Schärfe hast oder unruhig hältst, ist ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor sinnvoll.

Welche Verschlusszeit brauche ich bei 85 mm ohne Stabilisierung?

Bei 85 mm an Vollformat ohne Stabilisierung ergibt der Rechner 1/85 s. Der Sekundenwert dazu ist 0,0117647 s. Diese Empfehlung betrifft Verwacklung durch die Hand, nicht die Bewegung des Motivs. Für ein bewegtes Motiv kann eine kürzere Zeit nötig sein.

Was bringt 5 EV Stabilisierung bei 300 mm?

Bei 300 mm an Vollformat mit 5 EV Stabilisierung ergibt sich 1/9,375 s. Ohne weitere Motivgrenze ist die Freihand-Faustregel weiterhin bestimmend, nur durch Stabilisierung verschoben. Das kann für ruhige Motive helfen, ersetzt aber keine kurze Zeit bei Bewegung im Bild.

Warum ist APS-C bei gleicher Brennweite kritischer?

Bei gleicher realer Brennweite und gleicher Ausgabegröße berücksichtigt die Faustregel für APS-C die stärkere Vergrößerung des Sensorausschnitts. Bei 200 mm an APS-C Nikon, Sony, Fujifilm werden 305,88 mm angesetzt. Daraus folgt 1/305,88 s statt einer längeren Zeit, die du bei größerem Sensor erwarten würdest.

Quellen und Prüfung

Erstellt von
Sebastian Wiercinski, Herausgeber
Stand
24.09.2026
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