Grenzwert-Rechner

Grenzwert berechnen: lim sin(x)/x für x → 0 = 1, lim (1 + 1/x)^x = e. Mit L'Hospital, links-/rechtsseitigem Grenzwert, x → ∞ und Wertetabelle.

Stand 23.09.2026Quelle: WikipediaVon Sebastian Wiercinski

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Schreibweise: x^2 oder x², sqrt(x), e^x, ln(x), sin(x), |x|. Für Folgen die Variable n verwenden, z. B. (2n + 1)/(n − 3).

x strebt gegen

Auch Brüche und π sind erlaubt.

Annäherung
Grenzwertlim (x → 0) sin(x)/x = 1
Grenzwert als Dezimalzahl
1,00000000
Verfahren
Regel von L'Hospital
Linksseitiger Grenzwert
1
Rechtsseitiger Grenzwert
1
Funktionswert an der Stelle?
f(0) ist nicht definiert - der Grenzwert existiert trotzdem
Rechenweg
Zähler → 0, Nenner → 0: unbestimmter Ausdruck „0/0“ → Regel von L'Hospital.
   (sin(x))' = cos(x),  (x)' = 1
   lim sin(x)/x = lim cos(x)
   cos(x) ist an der Stelle 0 stetig: einsetzen → 1
Erkannte Funktion
f(x) = sin(x)/x
Wertetabelle: Annäherung an a
x (links)f(x)x (rechts)f(x)
−10,8414709810,84147098
−0,10,998334170,10,99833417
−0,010,999983330,010,99998333
−0,0010,999999830,0010,99999983
−0,000110,00011
−1·10⁻⁵11·10⁻⁵1
Graph von f und Grenzwert
-0,500,51−4−3,1−2,2−1,3−0,40,51,42,33,24
f(x)Grenzwert
Rechenweg mit deinen Zahlen
  1. Zähler → 0, Nenner → 0: unbestimmter Ausdruck „0/0“ → Regel von L'Hospital.
  2. (sin(x))' = cos(x), (x)' = 1
  3. lim sin(x)/x = lim cos(x)
  4. cos(x) ist an der Stelle 0 stetig: einsetzen → 1
  5. lim (x → 0) sin(x)/x = 1

Was macht ein Grenzwert-Rechner genau?

Ein Grenzwert-Rechner prüft, welchem Wert sich eine Funktion nähert, wenn die Variable auf eine Stelle zugeht oder gegen +∞ beziehungsweise −∞ läuft. Entscheidend ist dabei nicht immer der Funktionswert an dieser Stelle. Oft ist die Funktion dort gar nicht definiert, der Grenzwert kann aber trotzdem existieren.

Gib die Funktion ein, wähle die Zielstelle oder +∞ beziehungsweise −∞ und lege bei Bedarf fest, ob du dich von links, von rechts oder beidseitig näherst.

Typische Fälle sind:

  • eine hebbare Lücke, etwa bei (x² − 1)/(x − 1) für x → 1
  • eine Polstelle, etwa bei 1/(x − 2) für x → 2⁻
  • ein Grenzwert gegen unendlich, etwa bei (3x² + x)/(x² − 1) für x → +∞
  • ein Ausdruck mit „0/0“ oder „∞/∞“, bei dem die Regel von L’Hospital helfen kann

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Grenzwert und Funktionswert. Bei sin(x)/x ist f(0) nicht definiert. Trotzdem nähern sich die Werte von links und rechts demselben Ergebnis. Darum kann der Limes existieren, obwohl direktes Einsetzen nicht erlaubt ist.

Wie berechnet man den Limes mit L’Hospital?

Die Regel von L’Hospital nutzt du bei Quotienten, wenn beim Einsetzen ein unbestimmter Ausdruck entsteht. In Worten lautet die Rechnung: Wenn Zähler und Nenner beide gegen 0 gehen oder beide unbegrenzt wachsen, darfst du unter passenden Voraussetzungen Zähler und Nenner getrennt ableiten und danach den Grenzwert des neuen Quotienten bestimmen.

Als Beispiel dient sin(x)/x für x → 0. Direktes Einsetzen führt zu „0/0“. Das ist kein Ergebnis, sondern ein Hinweis, dass du umformen oder ein Verfahren anwenden musst. Mit L’Hospital wird der Zähler sin(x) zu cos(x), der Nenner x wird zu 1. Aus lim sin(x)/x wird also lim cos(x). Da cos(x) an der Stelle 0 stetig ist, darfst du nun einsetzen. Das Ergebnis ist 1.

Der Rechenweg zeigt zugleich, warum der Ausdruck an der Stelle selbst problematisch bleibt: f(0) ist nicht definiert - der Grenzwert existiert trotzdem. Die Wertetabelle passt dazu. Bei x = −0,1 und x = 0,1 steht jeweils 0,99833417. Bei x = −0,01 und x = 0,01 steht jeweils 0,99998333. Die Werte rücken also von beiden Seiten an denselben Grenzwert heran.

L’Hospital ist kein Ersatz für jede Umformung. Bei einer hebbaren Lücke ist Kürzen oft der direktere Weg. Bei einem einfachen Produkt wie x·sin(x) für x → 0 genügt Einsetzen, denn x·sin(x) ist an der Stelle 0 stetig und ergibt 0.

Grenzwert gegen unendlich berechnen

Bei gebrochenrationalen Funktionen für x → +∞ oder x → −∞ vergleichst du die höchsten Potenzen von Zähler und Nenner. Praktisch heißt das: Teile Zähler und Nenner durch die höchste vorkommende Potenz. Danach verschwinden Terme der Form 1/xᵏ im Grenzübergang.

Für (3x² + x)/(x² − 1) bei x → +∞ sind Zählergrad 2 und Nennergrad 2. Du teilst durch x² und erhältst (1/x + 3) / (1 − 1/x²). Die Terme mit 1/x und 1/x² gehen gegen 0. Übrig bleibt das Verhältnis der Leitkoeffizienten, also 3.

Die Wertetabelle macht den Trend sichtbar: Bei x = 10 steht 3,131313, bei x = 100 steht 3,010301, bei x = 1.000 steht 3,001003 und bei x = 1.000.000 steht 3,000001. Der Funktionswert muss den Grenzwert dabei nicht erreichen. Es reicht, dass sich die Werte beliebig annähern.

Ein weiteres Beispiel ist (2x² − 5x + 1)/(x² + 1) für x → +∞. Auch hier sind Zählergrad 2 und Nennergrad 2, und der Grenzwert ist 2. Bei (3x + 4)/(2x − 1) für x → −∞ ergibt sich 3/2 ≈ 1,5. Der Ansatz bleibt gleich: höchste Potenz ausklammern, niedrige Potenzen verschwinden lassen, Leitkoeffizienten vergleichen.

Linksseitiger und rechtsseitiger Grenzwert sind nicht immer gleich

Ein beidseitiger Grenzwert existiert nur, wenn linksseitiger und rechtsseitiger Grenzwert zusammenpassen. Genau hier entstehen viele falsche Ergebnisse, weil man nur eine Seite betrachtet oder unbemerkt über eine Polstelle hinweg rechnet.

Bei 1/x für x → 0 ist f(0) nicht definiert. Von links wird der Nenner negativ und sehr klein. Der linksseitige Grenzwert ist −∞. Von rechts wird der Nenner positiv und sehr klein. Der rechtsseitige Grenzwert ist +∞. Beidseitig gibt es deshalb keinen gemeinsamen endlichen Grenzwert.

Dasselbe Vorzeichenprinzip siehst du bei 1/(x − 2). Für x → 2⁻ wird der Nenner negativ, der Grenzwert ist −∞. Für x → 2⁺ wäre das Vorzeichen positiv. Der Unterschied liegt nicht in einer Rechenlaune, sondern in der Richtung der Annäherung.

Anders ist es bei einer hebbaren Lücke. Für (x² − 1)/(x − 1) bei x → 1 sind linksseitiger Grenzwert und rechtsseitiger Grenzwert beide 2. Der Funktionswert f(1) ist nicht definiert, weil der ursprüngliche Nenner 0 wird. Nach dem Kürzen gilt aber f(x) = x + 1 für x ≠ 1, und der Limes kann bestimmt werden.

Typische Fehler beim Grenzwert berechnen

Der häufigste Fehler ist direktes Einsetzen ohne Prüfung. Wenn dabei „0/0“ entsteht, ist das kein Grenzwert. Es ist ein unbestimmter Ausdruck. Du musst dann kürzen, umformen oder L’Hospital anwenden. Bei (x² − 4)/(x − 2) für x → 2 führt Kürzen zu f(x) = x + 2 für x ≠ 2 und damit zum Grenzwert 4.

Ein zweiter Fehler ist, Definitionslücke und Polstelle gleichzusetzen. Bei einer hebbaren Lücke lässt sich ein gemeinsamer Faktor kürzen, und links und rechts kommen zusammen. Bei einer Polstelle bleibt nach dem Kürzen ein Nenner übrig, der gegen 0 geht, während der Zähler nicht gegen 0 geht. Dann können die Funktionswerte über alle Grenzen wachsen.

Ein dritter Fehler betrifft Grenzwerte mit +∞ und −∞. Du solltest nicht große Zahlen einsetzen und daraus allein schließen, dass das Ergebnis exakt ist. Wertetabellen zeigen nur die Annäherung. Der eigentliche Nachweis kommt aus der Umformung, etwa durch Teilen durch die höchste Potenz.

Achte außerdem auf die Schreibweise. Verwende Klammern bei Zählern und Nennern, zum Beispiel (e^x − 1)/x statt e^x − 1/x. Für Folgen kann die Variable n verwendet werden, etwa bei (4n² − n)/(2n² + 3). Kleine Schreibfehler ändern bei Grenzwerten schnell den gesamten Ausdruck.

Tabellen zum Nachschlagen

Wichtige Grenzwerte: Tabelle mit sin(x)/x, e und ln

Standard-Grenzwerte aus Schule und Studium, jeweils mit dem Rechner bestimmt
GrenzwertErgebnisVerfahren
lim (x → 0) sin(x)/x1Regel von L'Hospital
lim (x → 0) tan(x)/x1Regel von L'Hospital
lim (x → 0) (1 − cos(x))/x0Regel von L'Hospital
lim (x → 0) (1 − cos(x))/x²1/2 ≈ 0,5Regel von L'Hospital
lim (x → 0) (e^x − 1)/x1Regel von L'Hospital
lim (x → 0) ln(1 + x)/x1Regel von L'Hospital
lim (x → +∞) (1 + 1/x)^xe ≈ 2,718282Regel von L'Hospital
lim (x → +∞) (1 + 2/x)^xe² ≈ 7,389056Regel von L'Hospital
lim (x → 0⁺) (1 + x)^(1/x)e ≈ 2,718282Regel von L'Hospital
lim (x → 0⁺) x·ln(x)0Regel von L'Hospital
lim (x → 0⁺) x^x1Regel von L'Hospital
lim (x → +∞) ln(x)/x0Regel von L'Hospital
lim (x → +∞) x²/e^x0Regel von L'Hospital
lim (x → +∞) x·e^(−x)0Regel von L'Hospital
lim (n → +∞) n^(1/n)1Regel von L'Hospital
lim (x → +∞) sin(x)/x0Beschränkt durch unendlich (Einschnürung)

Grenzwert gegen unendlich: gebrochenrationale Funktionen

Zählergrad < Nennergrad: 0; gleich: Quotient der Leitkoeffizienten; größer: ±∞
GrenzwertErgebnisVerfahren
lim (x → +∞) (3x² + x)/(x² − 1)3Höchste Potenz ausklammern
lim (x → +∞) (2x + 1)/(x − 3)2Höchste Potenz ausklammern
lim (x → −∞) (2x + 1)/(x − 3)2Höchste Potenz ausklammern
lim (x → +∞) (5x³ − 2)/(2x³ + x)5/2 ≈ 2,5Höchste Potenz ausklammern
lim (x → +∞) (x + 1)/(x² + 1)0Höchste Potenz ausklammern
lim (x → +∞) 1/x0Höchste Potenz ausklammern
lim (x → +∞) (x² + 1)/(x − 1)+∞Bestimmte Divergenz
lim (x → −∞) (x² + 1)/(x − 1)−∞Bestimmte Divergenz
lim (x → +∞) (1 − x³)/(x² + 4)−∞Bestimmte Divergenz
lim (x → −∞) x³ − 2x−∞Bestimmte Divergenz
lim (n → +∞) (4n² − n)/(2n² + 3)2Höchste Potenz ausklammern
lim (n → +∞) (2n + 1)/(n + 5)2Höchste Potenz ausklammern

Grenzwerte an Definitionslücken: hebbare Lücke oder Polstelle

Hebbare Lücke: Grenzwert existiert (Kürzen). Polstelle: Funktionswerte gehen gegen ±∞.
GrenzwertErgebnisVerfahren
lim (x → 1) (x² − 1)/(x − 1)2Kürzen (hebbare Lücke)
lim (x → 2) (x² − 4)/(x − 2)4Kürzen (hebbare Lücke)
lim (x → −2) (x² + 2x)/(x² − 4)1/2 ≈ 0,5Kürzen (hebbare Lücke)
lim (x → 2) (x³ − 8)/(x − 2)12Kürzen (hebbare Lücke)
lim (x → 0⁻) 1/x−∞Polstelle
lim (x → 0⁺) 1/x+∞Polstelle
lim (x → 0) 1/xexistiert nicht (links −∞, rechts +∞)Polstelle
lim (x → 0) 1/x²+∞Polstelle
lim (x → 2⁻) 1/(x − 2)−∞Polstelle
lim (x → 2⁺) 1/(x − 2)+∞Polstelle
lim (x → 0) |x|/xexistiert nicht (links −1, rechts 1)Numerische Annäherung
lim (x → 0) sin(1/x)existiert nicht (Funktion schwankt)Numerische Annäherung

Beispiele zum Ausprobieren

Grafiken für deine Website

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Grenzwert-Rechner: Ein Grenzwert gibt an, welchem Wert sich f(x) beliebig nähert: lim sin(x)/x für x → 0 ist 1, obwohl sin(0)/0 nicht definiert ist. Bei gebrochenrationalen Funktionen für x → ∞ entscheidet der Grad: Zählergrad gleich Nennergrad ergibt den Quotienten der Leitkoeffizienten, z. B. (3x² + x)/(x² − 1) → 3.
Auf einen Blick
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Wichtige Grenzwerte: Tabelle mit sin(x)/x, e und ln (Tabelle)
Wichtige Grenzwerte: Tabelle mit sin(x)/x, e und ln
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Häufige Fragen

Was ist ein Grenzwert einfach erklärt?

Ein Grenzwert ist der Wert, dem sich f(x) nähert, wenn x auf eine Stelle zugeht oder gegen +∞ beziehungsweise −∞ läuft. Der Funktionswert an der Stelle muss dafür nicht existieren. Bei sin(x)/x für x → 0 ist f(0) nicht definiert, der Grenzwert ist aber 1.

Wie berechnet man lim sin(x)/x für x → 0?

lim (x → 0) sin(x)/x = 1. Beim Einsetzen entsteht „0/0“, deshalb wird L'Hospital angewendet. Die Ableitung von sin(x) ist cos(x), die Ableitung von x ist 1. Danach bleibt lim cos(x), und Einsetzen an der Stelle 0 ergibt 1.

Wann darf man L'Hospital anwenden?

L'Hospital passt bei Quotienten mit „0/0“ oder „∞/∞“. Dann leitest du Zähler und Nenner getrennt ab und bestimmst den neuen Grenzwert. Ein Beispiel ist (e^x − 1)/x für x → 0: Daraus wird nach dem Ableiten e^x/1, und der Grenzwert ist 1.

Was ist der Unterschied zwischen Grenzwert und Funktionswert?

Der Funktionswert ist der Wert direkt an der Stelle, der Grenzwert beschreibt die Annäherung an diese Stelle. Bei (x² − 1)/(x − 1) ist f(1) nicht definiert, weil der Nenner 0 wird. Nach dem Kürzen ergibt sich trotzdem der Grenzwert 2.

Wie berechnet man einen Grenzwert gegen unendlich?

Bei gebrochenrationalen Funktionen teilst du Zähler und Nenner durch die höchste Potenz. Für (3x² + x)/(x² − 1) bei x → +∞ ergibt das (1/x + 3) / (1 − 1/x²). Die Terme mit 1/xᵏ gehen gegen 0, also ist der Grenzwert 3.

Warum existiert der Grenzwert von 1/x für x → 0 nicht beidseitig?

Beidseitig existiert kein gemeinsamer Grenzwert, weil die Seiten unterschiedlich laufen. Für x → 0⁻ ist der Grenzwert −∞. Für x → 0⁺ ist der Grenzwert +∞. Links und rechts nähern sich also nicht demselben Wert.

Was ist eine hebbare Lücke beim Grenzwert?

Eine hebbare Lücke liegt vor, wenn der Funktionswert nicht definiert ist, sich der Ausdruck aber durch Kürzen vereinfachen lässt. Bei (x² − 4)/(x − 2) für x → 2 entsteht zunächst „0/0“. Nach dem Kürzen gilt f(x) = x + 2 für x ≠ 2, der Grenzwert ist 4.

Was ist der Grenzwert von ln(x)/x für x → ∞?

lim (x → +∞) ln(x)/x = 0. Zähler und Nenner gehen gegen +∞, daher kann L'Hospital verwendet werden. Die Ableitung von ln(x) ist 1/x, die Ableitung von x ist 1. Damit bleibt 1/x, und dieser Ausdruck geht gegen 0.

Quellen und Prüfung

Erstellt von
Sebastian Wiercinski, Herausgeber
Stand
23.09.2026
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Grenzwert-Rechner. Rechnerinfo, Stand 23.09.2026. https://rechner-info.de/mathe/grenzwert-rechner