GWP-Rechner
5 kg R-410A entsprechen nach IPCC AR6 11,2775 t CO₂e. Vergleiche GWP100, Füllmenge, Leckageszenario und gesetzliche F-Gase-Prüfintervalle.
- Verwendetes GWP100
- 2.255,500
- Potenzial der vollständigen Füllmenge
- 11,2775 t CO₂e
- Angenommene freigesetzte Masse
- 5,0000 kg
- Vollständige Füllung nach EU-F-Gase-GWP
- 10,4375 t CO₂e
- Reguläres Prüfintervall nach Art. 5
- 12 Monate
- Einordnung der Dichtheitskontrolle
- Mindestens alle 12 Monate prüfen.
- Füllmasse bei 5 t CO₂e nach EU-GWP
- 2,3952 kg
- GWP100 beschreibt Klimawirkung einer Freisetzung über 100 Jahre, keine Sicherheitsklasse und kein CO₂-Ausstoß eines dichten Geräts. AR6 und Rechtswerte nicht vermischen; Gemische werden aus Massenanteilen ohne Vorabrundung berechnet.
- Die rechtliche Einordnung gilt nur für die ausdrücklich genannten ortsfesten Kälte-, Klima- und Wärmepumpenanlagen. Keine Bewertung von Inverkehrbringungs- oder Wartungsverboten. Reparaturpflichten bleiben unabhängig von regelmäßigen Prüfschwellen bestehen.
Rechenweg mit deinen Zahlen
- Angenommene Freisetzung: 5 kg × 100 % = 5,0000 kg.
- 5,0000 kg × GWP 2.255,500 ÷ 1.000 = 11,2775 t CO₂e.
- Die vollständige Füllmenge entspricht nach gewählter Basis 11,2775 t CO₂e.
- Für gesetzliche Prüfschwellen: vollständige Füllung 10,4375 t CO₂e nach EU-Werten; bei Anhang II zählt die Masse.
Was macht der GWP-Rechner?
Mit dem GWP-Rechner wandelst du eine Gasmasse in CO₂-Äquivalente um. Das ist vor allem bei Kältemitteln relevant, weil gleiche kg-Mengen je nach Stoff sehr unterschiedliche Klimawirkungen haben. Der Rechner nutzt GWP100-Werte, also die Klimawirkung über 100 Jahre im Vergleich zu CO₂.
Du wählst Gas oder Kältemittel, Bewertungsgrundlage, Füllmenge und angenommene Freisetzung aus und bekommst daraus CO₂e, verwendeten GWP-Wert und - falls ausgewählt - eine Einordnung zur F-Gase Dichtheitskontrolle.
Der Unterschied zwischen IPCC AR6 und EU-F-Gase-Verordnung ist dabei zentral. Für Klimabilanzen bestimmt der verwendete Berichtsstandard, welcher wissenschaftliche GWP-Satz gilt; AR6 ist eine auswählbare Grundlage. Für rechtliche Prüfschwellen nach Verordnung (EU) 2024/573 brauchst du dagegen die Werte und Regeln der EU-F-Gase-Verordnung. Bei Gemischen wie R-410A oder R-404A können die Ergebnisse deshalb je nach Grundlage abweichen.
So funktioniert die Berechnung von kg Kältemittel in t CO₂e
Die Formel lautet in Worten: Du nimmst die freigesetzte Masse in kg, multiplizierst sie mit dem GWP100 und teilst das Ergebnis durch 1.000. Bei Kältemittel-Gemischen wird der Gemisch-GWP aus den Massenanteilen der enthaltenen Komponenten gebildet.
Beispiel mit R-410A nach IPCC AR6: Die betrachtete Füllmenge beträgt 5 kg, die angenommene Freisetzung 100 %. Daraus wird eine freigesetzte Masse von 5,0000 kg. Der verwendete GWP100 beträgt 2.255,500. Die Rechnung lautet: 5,0000 kg mal 2.255,500 geteilt durch 1.000. Das Ergebnis ist 11,2775 t CO₂e.
Wenn du nur einen Teilverlust betrachten willst, wirkt sich die Prozentangabe direkt auf die freigesetzte Masse aus. Bei 5 kg R-410A und 25 % Freisetzung werden 1,2500 kg angesetzt. Das CO₂-Äquivalent der angenommenen Freisetzung liegt dann bei 2,8194 t CO₂e. Das Potenzial der vollständigen Füllmenge bleibt aber 11,2775 t CO₂e, weil es sich auf die betrachtete Ausgangsfüllung bezieht. Nach einer tatsächlichen Leckage ist die verbleibende Masse entsprechend geringer.
GWP AR6 oder EU-F-Gase-Verordnung - welche Grundlage passt?
Nimm GWP AR6 für eine Abschätzung nach diesem IPCC-Bericht. Bei verbindlichen Klimabilanzen hat die im Berichtsstandard verlangte Grundlage Vorrang. Das passt zum Beispiel für interne Emissionsrechnungen, Szenarien oder Vergleiche verschiedener Gase.
Nimm die EU-F-Gase-Verordnung, wenn du eine rechtliche Einordnung für fluorierte Treibhausgase brauchst. Dort können für dieselbe Füllmenge andere CO₂e-Werte herauskommen. Bei R-410A mit 5 kg beträgt die vollständige Füllung nach EU-F-Gase-GWP 10,4375 t CO₂e, während die Rechnung nach IPCC AR6 11,2775 t CO₂e ergibt. Bei R-32 mit 10 kg liegen die Werte bei 6,7500 t CO₂e nach EU-F-Gase-GWP und 7,7100 t CO₂e nach IPCC AR6.
Für einen eigenen GWP100 kannst du ebenfalls CO₂e berechnen. Bei einem eigenen GWP100 von 1.430,000 und 7 kg Gasmasse ergibt sich 10,0100 t CO₂e. Der Rechner kann damit aber keine automatische rechtliche Einstufung liefern. Prüfe bei eigenen Werten immer Quelle, Zeithorizont und Anwendungsbereich.
F-Gase Dichtheitskontrolle richtig einordnen
Für ortsfeste Kälte-, Klima- oder Wärmepumpenanlagen hängt die Einordnung nicht von einer vermuteten Leckage ab, sondern von der vollständigen Füllung und der passenden rechtlichen Grundlage. Das ist ein häufiger Stolperpunkt: Eine Anlage kann keine tatsächliche Emission haben und trotzdem prüfpflichtig sein, weil die Füllmenge über der einschlägigen Schwelle liegt.
Beispiel R-404A: Bei 2,5 kg nach EU-F-Gase-Verordnung ergibt sich 9,8040 t CO₂e. Für eine nicht hermetische ortsfeste Anlage ohne Leckage-Erkennungssystem lautet die Einordnung: mindestens alle 12 Monate prüfen. Beim Beispiel mit 10 kg R-32 ergibt die vollständige Füllung nach EU-F-Gase-GWP 6,7500 t CO₂e; unter denselben Bedingungen gilt auch hier: mindestens alle 12 Monate prüfen.
Anders sieht es bei kleineren oder anders geregelten Fällen aus. 1 kg R-410A liegt mit 2,0875 t CO₂e nach EU-F-Gase-GWP unter der einschlägigen Prüfschwelle nach Art. 5. Bei 3 kg R-134a mit 50 % Freisetzung wird für die angenommene Emission 2,2950 t CO₂e berechnet; die vollständige Füllung nach EU-F-Gase-GWP beträgt 4,2900 t CO₂e, daraus folgt keine regelmäßige Dichtheitskontrolle nach Art. 5.
Es gibt zudem Sonderfälle. Eine gekennzeichnete hermetische Anlage im Wohngebäude mit 2,5 kg R-410A wird trotz 5,2188 t CO₂e nach EU-F-Gase-GWP als nicht regelmäßig kontrollpflichtig eingeordnet, wenn die genannte Ausnahme greift. Für Schwefelhexafluorid (SF₆) zeigt der Rechner zwar 2.430,0000 t CO₂e bei 100 kg, stuft den Stoff oder Anlagentyp hier aber nicht rechtlich ein, weil insbesondere Schaltanlagen eigene Ausnahmen haben können.
Ein vorhandenes Leckage-Erkennungssystem und die Voraussetzungen gekennzeichneter hermetischer Anlagen können das Intervall oder die Pflicht verändern. Bei den erfassten HFO gelten mengenbezogene Grenzen in kg statt der CO₂e-Schwellen. Prüfe deshalb die Geräteart und alle zugehörigen Eingabefelder, bevor du aus einem CO₂e-Wert eine Pflicht ableitest.
Typische Fehler beim CO₂-Äquivalent von Kältemitteln
Verwechsle nicht Füllmenge und Emission. Die Füllung in einem geschlossenen Gerät ist noch keine freigesetzte Menge. Für ein Leckageszenario gibst du die angenommene Freisetzung ein. Für Prüfschwellen nach Art. 5 zählt dagegen die vollständige Füllung.
Achte auch auf die Bewertungsgrundlage. R-134a hat nach IPCC AR6 einen GWP100 von 1.530,000, nach EU-F-Gase-GWP wird für die vollständige Füllung im Beispiel 4,2900 t CO₂e bei 3 kg ausgewiesen. Bei R-410A liegt der verwendete GWP100 nach IPCC AR6 bei 2.255,500, der EU-GWP100 bei 2.087,500. Wenn du eine rechtliche Frage beantworten willst, ist der AR6-Wert allein nicht ausreichend.
Ein weiterer Fehler ist die falsche Einheit. Der Rechner erwartet kg. Wenn du 500 g R-1234yf bewerten willst, entspricht die Eingabe 0,5 kg. Das Ergebnis liegt bei 0,0003 t CO₂e. Bei CO₂ selbst ist der GWP100 1,000; 1.000 kg CO₂ ergeben 1,0000 t CO₂e. Das wirkt trivial, hilft aber beim Prüfen, ob die Einheit stimmt.
Bei natürlichen Kältemitteln und anderen Gasen bedeutet ein CO₂e-Ergebnis nicht automatisch eine F-Gase-Pflicht. Propan (R-290) mit 20 kg ergibt 0,0004 t CO₂e und wird als kein fluoriertes Treibhausgas eingeordnet. Auch CO₂ (R-744) fällt nicht unter die regelmäßige Dichtheitskontrolle aus Art. 5 der F-Gase-Verordnung.
Tabellen zum Nachschlagen
GWP100 und Klimawirkung von 1 kg Gas
| Gas | GWP AR6 | 1 kg in t CO₂e | EU GWP100 |
|---|---|---|---|
| R-410A | 2.255,500 | 2,2555 | 2.087,500 |
| R-404A | 4.728,000 | 4,7280 | 3.921,600 |
| R-32 | 771,000 | 0,7710 | 675,000 |
| R-134a | 1.530,000 | 1,5300 | 1.430,000 |
| R-125 | 3.740,000 | 3,7400 | 3.500,000 |
| R-1234yf | 0,501 | 0,0005 | 0,501 |
| Propan (R-290) | 0,020 | 0,0000 | - |
| Ammoniak (R-717) | 0,000 | 0,0000 | - |
| CO₂ (R-744) | 1,000 | 0,0010 | - |
| Methan nicht fossil | 27,000 | 0,0270 | - |
| Methan fossil | 29,800 | 0,0298 | - |
| Lachgas (N₂O) | 273,000 | 0,2730 | - |
| Schwefelhexafluorid (SF₆) | 24.300,000 | 24,3000 | 24.300,000 |
Beispiele zum Ausprobieren
Häufige Fragen
Wie viel CO₂-Äquivalent hat 1 kg R-410A nach IPCC AR6?
1 kg R-410A hat nach IPCC AR6 2,2555 t CO₂e. Der verwendete GWP100 beträgt 2.255,500. Nach EU-F-Gase-GWP liegt dieselbe Füllung bei 2,0875 t CO₂e und damit unter der einschlägigen Prüfschwelle nach Art. 5.
Wie viel CO₂-Äquivalent haben 2,5 kg R-404A nach EU-F-Gase-Verordnung?
2,5 kg R-404A entsprechen nach EU-F-Gase-Verordnung 9,8040 t CO₂e. Der verwendete GWP100 beträgt 3.921,600. Für die Dichtheitskontrolle wird diese vollständige Füllung ebenfalls mit 9,8040 t CO₂e angesetzt; die Einordnung lautet: mindestens alle 12 Monate prüfen. Dies gilt im Beispiel für eine nicht hermetische ortsfeste Kälte-/Klimaanlage oder Wärmepumpe ohne Leckage-Erkennungssystem.
Wie viel CO₂-Äquivalent haben 10 kg R-32 bei vollständiger Freisetzung?
10 kg R-32 ergeben bei 100 % Freisetzung nach IPCC AR6 7,7100 t CO₂e. Der verwendete GWP100 beträgt 771,000. Für die EU-F-Gase-Einordnung liegt die vollständige Füllung bei 6,7500 t CO₂e, daraus folgt im Beispiel eine Prüfung mindestens alle 12 Monate. Dies gilt im Beispiel für eine nicht hermetische ortsfeste Kälte-/Klimaanlage oder Wärmepumpe ohne Leckage-Erkennungssystem.
Wie viel CO₂-Äquivalent haben 3 kg R-134a bei 50 % Freisetzung?
3 kg R-134a ergeben bei 50 % Freisetzung 2,2950 t CO₂e nach IPCC AR6. Angesetzt werden dabei 1,5000 kg freigesetzte Masse. Die vollständige Füllung hätte 4,5900 t CO₂e nach IPCC AR6 und 4,2900 t CO₂e nach EU-F-Gase-GWP.
Wie viel CO₂-Äquivalent haben 500 g R-1234yf?
500 g R-1234yf entsprechen 0,0003 t CO₂e nach IPCC AR6. Die Eingabe erfolgt als 0,5 kg, der verwendete GWP100 beträgt 0,501. Auch nach EU-F-Gase-GWP wird die vollständige Füllung mit 0,0003 t CO₂e ausgewiesen.
Wie viel CO₂-Äquivalent haben 20 kg Propan (R-290)?
20 kg Propan (R-290) haben nach IPCC AR6 0,0004 t CO₂e. Der verwendete GWP100 beträgt 0,020. Für Art. 5 der F-Gase-Verordnung wird Propan im Rechner nicht als fluoriertes Treibhausgas eingeordnet, daher entsteht daraus keine regelmäßige Dichtheitskontrolle.
Was bedeutet ein eigener GWP100 von 1.430 bei 7 kg Gasmasse?
Ein eigener GWP100 von 1.430,000 ergibt bei 7 kg Gasmasse 10,0100 t CO₂e. Der Rechner nutzt diesen Wert rein rechnerisch für die CO₂e-Umrechnung. Eine rechtliche Einstufung zur F-Gase Dichtheitskontrolle erfolgt bei einem eigenen GWP nicht automatisch.
Quellen und Prüfung
- GWP100 nach IPCC AR6, Fassung August 2024 - GHG Protocol / IPCC
- Verordnung (EU) 2024/573: Art. 5/6 und Anhänge I, II und VI - Europäische Union
- Kältemittelbezeichnungen und Massenanteile der Gemische - ASHRAE
Die Berechnung ist eine Modellrechnung zur Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung.
Diese Seite zitieren
GWP-Rechner. Rechner-info.de, Stand 24.09.2026. https://rechner-info.de/energie/gwp-rechner

