PV-Eigenverbrauch

8.000 kWh PV, 5.000 kWh Einspeisung und 1.000 kWh Netzbezug ergeben ohne Verluste 75 % Autarkie. Mit Messmodus, Speichermodell und Lastverschiebung.

Stand 24.09.2026Quelle: HTW BerlinVon Sebastian Wiercinski

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Berechnung

Basisprofil: PVGIS Kassel 2019 und BDEW H0. Max. Lade-/Entladeleistung = 1 kW je kWh Kapazität, je Richtung 95 % Wirkungsgrad; Lastspitzenmodell wie im Stromspeicher-Rechner.

Täglicher Überschuss-Überschlag nach Haushalt und Batterie. Begrenzung auf verbleibenden Netzbezug des Monats; keine viertelstündliche Regelungssimulation.

Eigene Tarifannahme, kein aktueller gesetzlicher Satz.

Autarkiegrad: nutzbarer Solarstrom / Verbrauch40,54 %
Eigenverbrauchsquote inklusive Speicherverluste
20,27 %
Nutzbarer Solarstrom im Haus und Auto
1.621,6 kWh
Gesamter Endverbrauch
4.000,0 kWh
Netzbezug
2.378,4 kWh
Einspeisung
6.378,4 kWh
Speicherverluste einschließlich Restladung
0,0 kWh
Stromkostenersparnis gegenüber vollständigem Netzbezug
518,93 €
Mehrerlös gegenüber ohne Speicher / Optimierung
0,00 €
PV-Überschuss fürs E-Auto
0,0 kWh
Zusätzlich zeitlich verschobener Haushaltsstrom
0,0 kWh
  • Profilmodell, keine individuelle Ertragsgarantie: Haushalt und Speicher zuerst, danach überschüssiger Solarstrom fürs E-Auto und Lastverschiebung. Beim Auto wird nur der zusätzlich tagsüber deckbare Bedarf modelliert; kein nächtliches Entladen der Hausbatterie ins Auto.
  • Auto/Lastverschiebung nutzen einen täglichen Überschuss-Überschlag, keine Ladeleistungs- oder Viertelstundensimulation. Die Lastverschiebung überschätzt eventuell die zeitliche Flexibilität. Vor einer Investition eigene Lastgänge prüfen.
  • Mehrerlös berücksichtigt vermiedenen Netzbezug und entgangene Einspeisung, aber keine Anschaffung, Alterung oder Betriebskosten der Optimierung. Batterierestladung am Jahresende zählt zu den nicht nutzbaren PV-Mengen.
Speichergrößen bei gleichem Haushalt und Ladeverhalten
SpeicherAutarkieNetzbezugStromwert + Einspeisung
0 kWh40,54 %2.378,4 kWh1.041,95 €
2 kWh59,95 %1.602,1 kWh1.219,83 €
4 kWh72,31 %1.107,5 kWh1.333,15 €
6 kWh78,21 %871,6 kWh1.387,22 €
8 kWh81,23 %750,9 kWh1.414,87 €
10 kWh82,74 %690,5 kWh1.428,71 €
12 kWh83,87 %645,3 kWh1.439,06 €
Rechenweg mit deinen Zahlen
  1. PV-Ertrag 8000 kWh - Einspeisung 6.378,4 kWh - Verluste / Restladung 0,0 kWh = 1.621,6 kWh nutzbarer Solarstrom.
  2. Nutzbarer Solarstrom + Netzbezug 2.378,4 kWh = 4.000,0 kWh Verbrauch.
  3. Autarkie: 1.621,6 ÷ 4.000,0 × 100 = 40,54 %.
  4. Vermiedene Stromkosten: 1.621,6 kWh × 32 ct/kWh ÷ 100 = 518,93 €.

Was bedeutet Autarkiegrad berechnen bei einer PV-Anlage?

Wenn du den Autarkiegrad berechnen willst, fragst du: Welcher Teil deines Stromverbrauchs wird wirklich durch eigenen Solarstrom gedeckt? Entscheidend ist also dein Verbrauch, nicht die Größe der PV-Anlage allein. Der Autarkiegrad steigt, wenn mehr Solarstrom direkt oder nach einer Speicherung tatsächlich die Verbraucher im Haus oder das E-Auto versorgt und dadurch weniger Netzbezug übrig bleibt.

Die Eigenverbrauchsquote beantwortet eine andere Frage: Welcher Teil des erzeugten PV-Stroms bleibt bei dir statt ins Netz zu gehen? Eine große Anlage kann eine niedrige Eigenverbrauchsquote haben, wenn viel Überschuss eingespeist wird. Trotzdem kann sie einen hohen Autarkiegrad erreichen, wenn dein eigener Verbrauch gut zum Solarangebot passt.

Ein Beispiel zeigt den Unterschied: Bei 12.000 kWh PV-Ertrag, 3.500 kWh Haushaltsverbrauch und 10 kWh Speicher liegt der Autarkiegrad bei 90,36 %. Die Eigenverbrauchsquote liegt aber nur bei 27,77 %, weil trotz hoher Eigenversorgung noch 8.667,2 kWh eingespeist werden. Autarkie und Eigenverbrauch sind also verwandt, aber sie messen nicht dasselbe.

So funktioniert die Rechnung für PV-Eigenverbrauch und Autarkie

Die Rechnung läuft in zwei Schritten. Zuerst wird ermittelt, wie viel Solarstrom du selbst nutzt: PV-Ertrag minus Einspeisung minus Speicherverluste und Restladung. Danach wird dieser nutzbare Solarstrom ins Verhältnis zum gesamten Endverbrauch gesetzt. Die Eigenverbrauchsquote vergleicht hier den nicht eingespeisten PV-Anteil mit dem Ertrag. Sie enthält auch Speicherverluste und Restladung; die Autarkie zählt dagegen nur tatsächlich nutzbaren Solarstrom.

Durchgerechnetes Beispiel aus der Planung ohne Speicher: Aus 8.000 kWh PV-Ertrag und 6.378,4 kWh Einspeisung bleiben bei 0,0 kWh Speicherverlusten 1.621,6 kWh nutzbarer Solarstrom. Zusammen mit 2.378,4 kWh Netzbezug ergibt das 4.000,0 kWh Gesamtverbrauch. Der Autarkiegrad liegt damit bei 40,54 %. Die Eigenverbrauchsquote inklusive Speicherverluste beträgt 20,27 %.

Die finanzielle Bewertung nutzt den Stromarbeitspreis für vermiedenen Netzbezug und berücksichtigt zugleich, dass eingespeister Strom vergütet werden kann. Im Beispiel ergeben sich bei 32 ct/kWh vermiedene Stromkosten von 518,93 €. Die entgangene Einspeisevergütung ist eine eigene Annahme, im Beispiel 8,2 ct/kWh.

Wie wirken Speicher, E-Auto und verschiebbarer Verbrauch?

Ein Speicher erhöht den Autarkiegrad meist deutlich, weil mittags erzeugter Solarstrom abends oder nachts genutzt werden kann. Das gilt aber nicht unbegrenzt: Je größer der Speicher wird, desto weniger zusätzlicher Nutzen kommt oft dazu, weil im Sommer Überschüsse bleiben und im Winter zu wenig PV-Ertrag vorhanden ist.

Beim gleichen Haushalt mit 8.000 kWh PV-Ertrag und 4.000 kWh Verbrauch zeigt die Planung ohne Speicher 40,54 % Autarkie und 2.378,4 kWh Netzbezug. Mit 6 kWh Speicher, 2.000 kWh zusätzlichem E-Auto-Ladestrom zu Hause und 10 % verschiebbarem Haushaltsverbrauch liegt der Autarkiegrad bei 71,51 %. Der gesamte Endverbrauch steigt dabei auf 6.000,0 kWh, der Netzbezug beträgt 1.709,5 kWh. Das E-Auto nutzt in diesem Beispiel 1.035,2 kWh PV-Überschuss, zusätzlich werden 126,9 kWh Haushaltsstrom zeitlich verschoben.

Auch ohne Batterie kann Eigenverbrauchsoptimierung etwas bringen, wenn Lasten planbar in sonnige Stunden wandern. Bei 10.000 kWh PV-Ertrag, 4.000 kWh Haushaltsverbrauch und 50 % verschiebbarem Verbrauch werden 1.602,9 kWh zusätzlich zeitlich verschoben. Der Autarkiegrad liegt dann bei 82,73 %, die Eigenverbrauchsquote bei 33,09 %. Solche Werte setzen aber voraus, dass die verschiebbaren Verbraucher wirklich regelmäßig dann laufen, wenn PV-Überschuss vorhanden ist.

Die Planung verwendet ein Referenzprofil aus BDEW-Haushaltslast und PVGIS-Erzeugung für Kassel. E-Auto und Lastverschiebung werden anschließend über Monatsbilanzen angenähert. Freie Jahresmengen belegen deshalb keine tatsächlich verfügbare Ladeleistung zu jeder Uhrzeit. Die Varianten sind Szenarien innerhalb dieses Modells, keine Prognose für deinen individuellen Tagesablauf.

Eigene Jahresmesswerte richtig für den Autarkiegrad nutzen

Wenn du echte Jahreswerte hast, ist die Rechnung besonders direkt. Du brauchst denselben Zeitraum und dieselben Messgrenzen für PV-Ertrag, Einspeisung und Netzbezug. Der selbst genutzte Solarstrom ergibt sich aus PV-Ertrag minus Einspeisung; Speicherverluste und eine Zunahme der gespeicherten Energie werden abgezogen, wenn sie in deinen Messwerten enthalten sind.

Bei 8.000 kWh PV-Ertrag, 5.000,0 kWh Einspeisung, 1.000,0 kWh Netzbezug und 0,0 kWh Speicherverlusten ergeben sich 3.000,0 kWh nutzbarer Solarstrom. Der gesamte Endverbrauch beträgt 4.000,0 kWh. Daraus folgen 75 % Autarkie und 37,5 % Eigenverbrauchsquote.

Ein anderes Messwert-Beispiel zeigt, warum Speicherverluste nicht untergehen dürfen: Bei 8.000 kWh PV-Ertrag, 6.500 kWh Einspeisung, 1.200 kWh Netzbezug und 300 kWh Speicherverlusten bleiben 1.200,0 kWh nutzbarer Solarstrom. Der Gesamtverbrauch liegt bei 2.400,0 kWh, der Autarkiegrad bei 50 %. Ohne den Abzug der Verluste würdest du den tatsächlich nutzbaren Solarstrom zu hoch einschätzen.

Typische Fehler beim PV-Eigenverbrauch berechnen

Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von Autarkiegrad und Eigenverbrauchsquote. Eine hohe Eigenverbrauchsquote heißt nicht automatisch, dass du kaum noch Strom aus dem Netz brauchst. Sie kann auch entstehen, wenn die PV-Anlage klein ist und fast alles direkt verbraucht wird. Umgekehrt kann eine große Anlage viel einspeisen und trotzdem einen hohen Autarkiegrad ermöglichen.

Achte außerdem darauf, Jahreswerte nicht mit Monats- oder Teiljahreswerten zu mischen. Einspeisung, Netzbezug, PV-Ertrag und Verbrauch müssen zum gleichen Zeitraum gehören. Wenn ein Speicher vorhanden ist, gehören Verluste und Restladung sauber in die Rechnung. Sonst landet Energie in der Autarkie, die im Haushalt gar nicht nutzbar war.

Bei der Planung ersetzt das Profilmodell keine detaillierte Anlagensimulation mit echten Lastgängen, Wetterdaten am Standort, Wechselrichterdaten und konkretem Ladeverhalten. Es ist gut für eine belastbare Orientierung und für Varianten wie Speichergröße, E-Auto-Laden oder Lastverschiebung. Finanziell bewertet der Rechner vermiedenen Netzbezug und entgangene Einspeiseerlöse. Eine Steuerberechnung enthält er nicht.

Tabellen zum Nachschlagen

Eigenverbrauch und Autarkie aus Jahresmesswerten

8.000 kWh PV-Ertrag, 4.000 kWh Endverbrauch, keine Speicherverluste. Unterschiedliche zeitgleiche Nutzung.
Solarstrom genutztEigenverbrauchAutarkie
1.000 kWh12,5 %25 %
1.500 kWh18,75 %37,5 %
2.000 kWh25 %50 %
2.500 kWh31,25 %62,5 %
3.000 kWh37,5 %75 %
3.500 kWh43,75 %87,5 %
4.000 kWh50 %100 %

Beispiele zum Ausprobieren

Grafiken für deine Website

Du darfst die Grafiken kostenlos in Blogs, Artikeln, Präsentationen oder im Unterricht verwenden - einzige Bedingung ist ein Link auf diese Seite als Quelle (Lizenz CC BY 4.0).

PV-Eigenverbrauch: Bei 8.000 kWh PV-Ertrag, 5.000 kWh Einspeisung und 1.000 kWh Netzbezug bleiben ohne Speicherverluste 3.000 kWh selbst genutzter Solarstrom. Das ergibt 37,5 % Eigenverbrauch und 75 % Autarkie bei 4.000 kWh Verbrauch.
Auf einen Blick
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Eigenverbrauch und Autarkie aus Jahresmesswerten (Tabelle)
Eigenverbrauch und Autarkie aus Jahresmesswerten
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Häufige Fragen

Wie berechnet man den Autarkiegrad einer PV-Anlage?

Im verwendeten Referenzprofil: Der Autarkiegrad ist nutzbarer Solarstrom geteilt durch den gesamten Endverbrauch. Bei 1.621,6 kWh nutzbarem Solarstrom und 4.000,0 kWh Verbrauch liegt er bei 40,54 %. Wichtig ist: Einspeisung zählt nicht zur Autarkie, weil dieser Strom dein Haus nicht versorgt.

Was ist der Unterschied zwischen Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad?

Im verwendeten Referenzprofil: Die Eigenverbrauchsquote bezieht sich auf den PV-Ertrag, der Autarkiegrad auf deinen Verbrauch. Bei 8.000 kWh PV-Ertrag und 4.000,0 kWh Verbrauch ohne Speicher entstehen 20,27 % Eigenverbrauchsquote, aber 40,54 % Autarkie. Beide Werte beschreiben also verschiedene Blickwinkel.

Wie hoch ist der Autarkiegrad bei 8.000 kWh PV-Ertrag und 4.000 kWh Verbrauch ohne Speicher?

Im verwendeten Referenzprofil: Der Autarkiegrad liegt bei 40,54 %. In der Planung werden 1.621,6 kWh Solarstrom direkt im Haus genutzt, 2.378,4 kWh kommen aus dem Netz und 6.378,4 kWh werden eingespeist. Ohne Speicher bleiben die Abend- und Nachtverbräuche häufig Netzbezug.

Wie viel bringt ein Speicher beim Autarkiegrad?

Im verwendeten Referenzprofil: Ein Speicher kann den Autarkiegrad klar erhöhen, aber der Zusatznutzen hängt von Verbrauch und PV-Ertrag ab. Bei 9.000 kWh PV-Ertrag, 4.500 kWh Haushaltsverbrauch und 7 kWh Speicher liegt die Autarkie bei 78,67 %. Der Netzbezug beträgt in diesem Beispiel 960,0 kWh.

Erhöht ein E-Auto die Eigenverbrauchsquote der Photovoltaik?

Im verwendeten Referenzprofil: Ja, wenn du das Auto zu Hause und möglichst tagsüber lädst. Bei 8.000 kWh PV-Ertrag, 4.000 kWh Haushaltsverbrauch und 2.000 kWh E-Auto-Ladestrom liegt die Eigenverbrauchsquote bei 34,31 %. Der PV-Überschuss fürs E-Auto beträgt 1.123,0 kWh.

Kann ich den PV-Eigenverbrauch ohne Batteriespeicher optimieren?

Im verwendeten Referenzprofil: Ja, verschiebbare Verbraucher können auch ohne Speicher helfen. Bei 6.000 kWh PV-Ertrag, 3.800 kWh Haushaltsverbrauch und 30 % verschiebbarem Verbrauch werden 1.037,7 kWh zusätzlich zeitlich verschoben. Der Autarkiegrad liegt dann bei 65,32 %, die Eigenverbrauchsquote bei 41,37 %.

Wie rechne ich den Autarkiegrad mit eigenen Jahresmesswerten?

Du rechnest PV-Ertrag minus Einspeisung minus Speicherverluste als nutzbaren Solarstrom und teilst diesen durch den Gesamtverbrauch. Bei 8.000 kWh PV-Ertrag, 3.000 kWh Einspeisung und 2.500 kWh Netzbezug liegt die Autarkie bei 66,67 %. Der nutzbare Solarstrom beträgt 5.000,0 kWh.

Ersetzt der Rechner eine genaue PV-Simulation?

Nein, der Rechner liefert eine Orientierung für Jahreswerte und typische Varianten. Eine genaue Simulation kann Lastgänge, Standortwetter, Wechselrichter, Speicherstrategie und Ladeverhalten feiner abbilden. Für Vergleiche wie ohne Speicher, mit Speicher oder mit E-Auto ist die Rechnung aber gut geeignet.

Quellen und Prüfung

Erstellt von
Sebastian Wiercinski, Herausgeber
Stand
24.09.2026
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PV-Eigenverbrauch. Rechner-info.de, Stand 24.09.2026. https://rechner-info.de/energie/pv-eigenverbrauch-rechner